KI-Tools im CAD-Alltag: Erkennung, Erzeugung und Assistenz im Vergleich
Die Hersteller beschreiben ihre Funktionen optimistisch, dokumentieren die Grenzen aber meist selbst. Diese Seite stellt beides nebeneinander und sagt bei jedem Kriterium, wo es tatsächlich steht.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Die Werbung verspricht ein Ergebnis, die Dokumentation beschreibt einen Vorschlag
Der Abstand zwischen Ankündigung und Hilfetext ist in diesem Feld ungewöhnlich groß, und das Bemerkenswerte ist: Die Hersteller schreiben die Einschränkungen selbst auf, nur eben an einer Stelle, die kaum jemand liest. Autodesk beschreibt die Erkennung wiederkehrender Geometrie in AutoCAD als Funktion, die Zeichnungen nach Objekten durchsucht, die sich zu Blöcken machen lassen, und ergänzt im selben Hilfetext, dass sie für Zeichnungen in Draufsicht gedacht ist, dass sie bisher vor allem architektonische Objekte wie Türen, Badewannen und Toiletten gut erkennt und dass noch nicht alle davon zuverlässig gefunden werden. Genau diese zweite Hälfte fehlt in jeder Produktvorstellung.
Dasselbe Muster bei den Vorschlagssystemen. Dynamo schlägt beim Bauen eines Graphs passende Nodes vor und zeigt zu jedem Vorschlag einen Prozentwert an. Autodesk schreibt dazu, dass diese Werte Vorhersagen sind und deshalb nie vollständig zutreffen werden. Das ist eine ehrliche und nützliche Aussage, aber sie steht im Hilfetext und nicht auf der Schaltfläche. Wer den Prozentwert für eine Zusage hält, baut Graphen aus Nodes, die statistisch häufig zusammen vorkommen, statt aus Nodes, die seine Aufgabe lösen.
Und beim Erzeugen von Geometrie aus Text wird es grundsätzlich. Der Hersteller Zoo, der seit Ende 2023 ein Werkzeug für die Erzeugung von CAD aus Text anbietet, erklärt in einem eigenen Beitrag, warum CAD für KI schwerer ist als Bilder: Konstruktion sei ein Ablauf, der von der Absicht her gedacht wird, mit Skizzen, Bedingungen, Bemaßungen und Beziehungen, und ein brauchbares System müsse diese Absicht nicht nur einmal erzeugen, sondern bei jeder Folgeänderung erhalten. Deshalb, schreibt der Anbieter, führe der Großteil der Forschung zur Erzeugung von 3D-Geometrie nicht zu Werkzeugen, mit denen konstruierende Menschen tatsächlich arbeiten können.
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Die vier Arten von KI-Werkzeugen und was sie wirklich leisten
Verglichen wird nicht die Ankündigung, sondern das, was in der Herstellerdokumentation steht und was nach dem Einsatz an Arbeit übrig bleibt. Wo eine Art in einem Kriterium schlecht abschneidet, heißt das nicht, dass sie unbrauchbar ist, sondern dass sie an dieser Stelle nicht eingesetzt gehört.
Erkennung im CAD-Programm
Funktionen, die im Programm sitzen und vorhandene Zeichnungen oder Modelle auswerten, etwa das Erkennen wiederkehrender Geometrie, das Vorschlagen ähnlicher Blöcke oder das Lesen von Korrekturen aus einer PDF
Erzeugung aus Text
Dienste, die aus einer geschriebenen Beschreibung ein 3D-Modell erzeugen, in der Regel in einer eigenen Umgebung und nicht in eurem CAD-Programm
Generatives Gestalten
Verfahren, die aus Zielgrößen, Lasten, Bauraum und Fertigungsverfahren Varianten rechnen, etwa Generative Design in Revit oder die Topologieoptimierung in Creo
Sprachmodell als Assistenz
allgemeine Chatmodelle, die beim Schreiben von Routinen, beim Erklären von Fehlermeldungen und bei Textarbeit helfen, ohne Zugriff auf eure Geometrie
| Entscheidungsfrage | Erkennung im CAD-Programm | Erzeugung aus Text | Generatives Gestalten | Sprachmodell als Assistenz |
|---|---|---|---|---|
| Wie brauchbar ist das Ergebnis ohne Nacharbeit? | Kommt darauf an In dem engen Feld, für das die Erkennung trainiert wurde, liefert sie ordentlich. Autodesk beschreibt die Erkennung wiederkehrender Geometrie ausdrücklich für Zeichnungen in Draufsicht und nennt Türen, Badewannen und Toiletten als das, was derzeit am besten erkannt wird, weist aber im selben Text darauf hin, dass nicht alle architektonischen Objekte zuverlässig gefunden werden. Das Durchsehen der gefundenen Mengen bleibt also Handarbeit, ist aber deutlich schneller als das Suchen. | Schwäche Was ohne Nacharbeit herauskommt, ist ein Vorschlag, keine Konstruktion. Der Anbieter Zoo zeigt auf seiner eigenen Produktseite Beispiele nebeneinander, in denen erst die zweite, sehr viel genauere Beschreibung mit Maßen, Stückzahlen und Einheiten ein brauchbares Teil ergibt. Wer die Maße ohnehin alle kennt und aufschreibt, hat den größten Teil der Denkarbeit bereits geleistet. | Kommt darauf an Das Verfahren liefert nicht ein Ergebnis, sondern eine Menge von Varianten, aus der jemand mit Fachkenntnis auswählt. PTC beschreibt für Creo, dass die Vorgaben Werkstoff und Fertigungsverfahren einschließen und dass fertigungsgerechte Entwürfe entstehen. Bis daraus ein freigegebenes Bauteil mit Zeichnung und Nachweis wird, liegt trotzdem der komplette übliche Weg dazwischen. | Kommt darauf an Für kurze Routinen, für das Erklären einer Fehlermeldung und für das Umformulieren von Text ist das Ergebnis oft direkt verwendbar. Sobald es um konkrete Befehlsnamen, Node-Bezeichnungen oder Schnittstellenaufrufe geht, stimmt ein Teil davon nicht, und zwar unauffällig. Der Zeitgewinn hängt vollständig daran, wie schnell du das Ergebnis prüfen kannst. |
| Bleibt das Ergebnis parametrisch änderbar? | Stärke Was diese Funktionen erzeugen, sind gewöhnliche Objekte im nativen Format: ein Block, ein Text, eine Revisionswolke, ein Bauteil. Sie lassen sich danach genauso bearbeiten wie alles andere in der Zeichnung. Autodesk beschreibt für die Übernahme von Korrekturen sogar, dass eingefügte Texte, Führungslinien und Wolken die Eigenschaften des aktuellen Layers und des aktuellen Textstils übernehmen. | Kommt darauf an Hier lohnt der genaue Blick auf das Ausgabeformat. Zoo erzeugt die Geometrie als Programmtext in einer eigenen Sprache und arbeitet mit einer exakten Flächenbeschreibung statt mit einem Dreiecksnetz, das Ergebnis ist also lesbar und änderbar. Nur eben in der Umgebung des Anbieters. Der Weg in euer CAD führt über ein neutrales Austauschformat, und dabei geht die Entstehungsgeschichte des Bauteils verloren. Das Zurückrechnen einer solchen Geometrie in ein parametrisches Modell steht beim Anbieter auf der Vorhabenliste, ist also noch keine verfügbare Funktion. | Kommt darauf an In Revit sind die Studien Dynamo-Graphen, das Ergebnis besteht daher aus echten Revit-Elementen und ist weiter bearbeitbar. Bei der Topologieoptimierung im Maschinenbau ist es umgekehrt: Was aus der Rechnung kommt, ist eine organisch geformte Gestalt, die anschließend als sauberes, bemaßbares Bauteil nachgebaut werden muss. Dieser Nachbau ist der Teil, den Vorführungen gern auslassen. | Stärke Das Ergebnis ist Text, den du liest, verstehst und Zeile für Zeile änderst. Das ist der größte Vorteil dieser Art: Nichts daran ist undurchsichtig. Wenn eine Routine falsch rechnet, siehst du an welcher Stelle, und du kannst sie ohne den Assistenten weiterentwickeln. |
| Wie gut fügt sich das Ergebnis in eure Zeichnungs- und Modellordnung ein? | Stärke Das ist die eigentliche Stärke dieser Art. Die Funktion arbeitet in eurer Datei, mit euren Layern, euren Textstilen und euren vorhandenen Blöcken. Beim Ersetzen von Blöcken schlägt sie ähnliche Blöcke aus dem Bestand vor, statt neue zu erfinden. Alles, was ihr an Standards eingerichtet habt, bleibt wirksam. | Schwäche Der Dienst kennt weder eure Normteile noch eure Layerstruktur, eure Familien oder eure Benennungsregeln. Er erzeugt Geometrie nach der Beschreibung, die er bekommen hat. Alles, was ein Bauteil erst zu eurem Bauteil macht, also Sachnummer, Werkstoff, Toleranzen, Zuordnung zur Baugruppe, entsteht danach von Hand. | Kommt darauf an Die Randbedingungen kommen von euch, und in Revit läuft die Studie direkt am Modell, sitzt also mitten in eurer Ordnung. Was das Verfahren dagegen nicht kennt, ist eure Bauteilbibliothek: Es rechnet eine Form, keine Auswahl aus dem Katalog. Wo eure Fertigung an bestimmte Halbzeuge oder Zulieferteile gebunden ist, muss diese Bindung ausdrücklich als Randbedingung hinein, sonst kommt etwas heraus, das ihr so nicht beschaffen könnt. | Schwäche Hier entsteht der häufigste stille Schaden. Ein Sprachmodell kennt eure Vorlagen, eure Parameterbenennung und eure internen Regeln nicht und erfindet im Zweifel plausibel klingende Befehle, Nodes oder Eigenschaftsnamen. Für allgemeine Sprachen ist das gut beherrschbar, für die Schnittstellen von CAD-Programmen deutlich schlechter, weil davon viel weniger öffentlicher Beispielcode existiert. |
| Was passiert mit euren Daten? | Kommt darauf an Uneinheitlich, aber nachlesbar, und genau das ist der Punkt. Die Übernahme von Korrekturen aus einer PDF wird nach Autodesks Beschreibung in der Cloud verarbeitet und braucht deshalb eine Internetverbindung. Für die Blockfunktionen erscheint beim ersten Gebrauch ein Zustimmungsdialog, und die Funktion bleibt auch ohne Zustimmung benutzbar. Das Empfehlungssystem in Dynamo wertet nach Autodesks Angabe ausdrücklich keine individuellen Nutzerdaten aus. Bei anderen Herstellern hängt eine personalisierte Vorschlagsfunktion daran, dass ihr einem Analyseprogramm beitretet. Prüft das je Funktion, nicht je Programm. | Schwäche Der ganze Vorgang läuft beim Anbieter. Eure Beschreibung, also genau die Stelle, an der die Maße und die Absicht stehen, verlässt das Haus. Für ein Übungsteil ist das gleichgültig, für ein Bauteil aus einem Entwicklungsprojekt ist es eine Frage, die vorher geklärt gehört, notfalls über ein Angebot mit vertraglich zugesicherter Verarbeitung. | Kommt darauf an Hängt an der konkreten Umsetzung. Generative Design in Revit rechnet im Programm, die Topologieoptimierung im Maschinenbau ist je nach Ausbaustufe eine lokale Erweiterung oder ein Dienst in der Cloud. PTC führt für Creo beides nebeneinander: eine Erweiterung für die Topologieoptimierung und eine Erweiterung, die auf der Cloud aufsetzt. Welche ihr benutzt, entscheidet die Frage mit. | Schwäche Alles, was ihr hineinschreibt, geht an einen fremden Dienst, sofern ihr keinen Vertrag habt, der etwas anderes zusichert. Für Konstruktionsdaten und Kundennamen ist das der Punkt, an dem die meisten Häuser eine Regel brauchen. Die praktikable Lösung ist selten ein Verbot, sondern ein zugelassener Dienst mit vereinbarten Bedingungen und eine Liste dessen, was trotzdem nicht hineingehört. |
| Wie viel Einarbeitung braucht es, und wer im Team kann es? | Stärke Die Funktion sitzt dort, wo ohnehin gearbeitet wird, und ist in einer Viertelstunde erklärt. Zu beachten ist nur, was das Programm dabei sperrt: Während der Durchsicht der gefundenen Objekte sind in AutoCAD eine Reihe anderer Befehle vorübergehend nicht verfügbar, unter anderem die Befehle rund um Blöcke, Vergleiche und externe Referenzen. Wer das nicht weiß, hält es für einen Fehler. | Kommt darauf an Die Bedienung ist trivial, das Schreiben einer brauchbaren Beschreibung nicht. Der Unterschied zwischen einem unbrauchbaren und einem verwertbaren Ergebnis liegt in Maßen, Stückzahlen, Einheiten und Bezugsangaben, also in genau der Sorgfalt, die ihr auch einer Zulieferzeichnung angedeihen lasst. Dazu kommt eine zweite Umgebung neben eurem CAD, mit eigener Bedienung und eigener Ablage. | Schwäche Das ist die anspruchsvollste der vier Arten. Eine Studie in Revit aufzusetzen bedeutet, einen Dynamo-Graph zu bauen, der die Aufgabe beschreibt. Eine Topologieoptimierung sauber aufzusetzen bedeutet, Lastfälle, Randbedingungen, Bauraum und Fertigungsverfahren richtig anzugeben, und ein Fehler an dieser Stelle liefert ein Ergebnis, das gut aussieht und nicht trägt. Ohne Kenntnisse in Berechnung geht das nicht. | Stärke Die niedrigste Einstiegshürde von allen, und genau darin liegt das Risiko. Weil jeder sofort loslegen kann, entstehen Ergebnisse, die niemand prüft. Die eigentliche Fähigkeit ist nicht das Fragen, sondern das Beurteilen der Antwort, und die hat nur, wer die Sache ohnehin versteht. |
| Wie verlässlich und wiederholbar ist das Ergebnis? | Kommt darauf an Erkennung ist Statistik, nicht Regel. Autodesk empfiehlt für die Erkennung wiederkehrender Geometrie ausdrücklich, die Zeichnung vorher auf reale Einheiten zu stellen, damit die Trefferquote steigt, und baut in die Oberfläche eine Möglichkeit ein, falsche Treffer zu melden. Für Prüfungen, bei denen die Vollständigkeit zählt, taugt das nicht: Was nicht gefunden wurde, taucht in keiner Liste auf. | Schwäche Dieselbe Beschreibung liefert nicht zwangsläufig dasselbe Modell. Für ein Konzept ist das kein Problem und manchmal sogar erwünscht. Für alles, was dokumentiert, geprüft und in einem Jahr wieder nachvollzogen werden muss, ist es das Ausschlusskriterium, solange nicht der erzeugte Programmtext selbst zur verbindlichen Quelle gemacht wird. | Stärke Der große Vorteil dieser Art: Ziele und Randbedingungen sind ausgeschrieben, das Ergebnis ist nachrechenbar und lässt sich gegen dieselben Kennwerte prüfen, mit denen ihr auch von Hand konstruierte Teile beurteilt. Dieselben Eingaben führen zu denselben Varianten. Die Verlässlichkeit hängt damit an der Qualität eurer Vorgaben, und das ist eine Abhängigkeit, mit der Konstruktion umgehen kann. | Schwäche Zwei gleiche Fragen ergeben zwei verschiedene Antworten, und die falsche klingt genauso sicher wie die richtige. Für Aufgaben mit einer prüfbaren Antwort ist das beherrschbar, weil du einfach ausprobierst, ob die Routine läuft. Für Auskünfte über Normen, Grenzwerte oder Zulässigkeiten ist es untauglich, solange du die Quelle nicht ohnehin selbst nachschlägst. |
Wie brauchbar ist das Ergebnis ohne Nacharbeit?
In dem engen Feld, für das die Erkennung trainiert wurde, liefert sie ordentlich. Autodesk beschreibt die Erkennung wiederkehrender Geometrie ausdrücklich für Zeichnungen in Draufsicht und nennt Türen, Badewannen und Toiletten als das, was derzeit am besten erkannt wird, weist aber im selben Text darauf hin, dass nicht alle architektonischen Objekte zuverlässig gefunden werden. Das Durchsehen der gefundenen Mengen bleibt also Handarbeit, ist aber deutlich schneller als das Suchen.
Was ohne Nacharbeit herauskommt, ist ein Vorschlag, keine Konstruktion. Der Anbieter Zoo zeigt auf seiner eigenen Produktseite Beispiele nebeneinander, in denen erst die zweite, sehr viel genauere Beschreibung mit Maßen, Stückzahlen und Einheiten ein brauchbares Teil ergibt. Wer die Maße ohnehin alle kennt und aufschreibt, hat den größten Teil der Denkarbeit bereits geleistet.
Das Verfahren liefert nicht ein Ergebnis, sondern eine Menge von Varianten, aus der jemand mit Fachkenntnis auswählt. PTC beschreibt für Creo, dass die Vorgaben Werkstoff und Fertigungsverfahren einschließen und dass fertigungsgerechte Entwürfe entstehen. Bis daraus ein freigegebenes Bauteil mit Zeichnung und Nachweis wird, liegt trotzdem der komplette übliche Weg dazwischen.
Für kurze Routinen, für das Erklären einer Fehlermeldung und für das Umformulieren von Text ist das Ergebnis oft direkt verwendbar. Sobald es um konkrete Befehlsnamen, Node-Bezeichnungen oder Schnittstellenaufrufe geht, stimmt ein Teil davon nicht, und zwar unauffällig. Der Zeitgewinn hängt vollständig daran, wie schnell du das Ergebnis prüfen kannst.
Bleibt das Ergebnis parametrisch änderbar?
Was diese Funktionen erzeugen, sind gewöhnliche Objekte im nativen Format: ein Block, ein Text, eine Revisionswolke, ein Bauteil. Sie lassen sich danach genauso bearbeiten wie alles andere in der Zeichnung. Autodesk beschreibt für die Übernahme von Korrekturen sogar, dass eingefügte Texte, Führungslinien und Wolken die Eigenschaften des aktuellen Layers und des aktuellen Textstils übernehmen.
Hier lohnt der genaue Blick auf das Ausgabeformat. Zoo erzeugt die Geometrie als Programmtext in einer eigenen Sprache und arbeitet mit einer exakten Flächenbeschreibung statt mit einem Dreiecksnetz, das Ergebnis ist also lesbar und änderbar. Nur eben in der Umgebung des Anbieters. Der Weg in euer CAD führt über ein neutrales Austauschformat, und dabei geht die Entstehungsgeschichte des Bauteils verloren. Das Zurückrechnen einer solchen Geometrie in ein parametrisches Modell steht beim Anbieter auf der Vorhabenliste, ist also noch keine verfügbare Funktion.
In Revit sind die Studien Dynamo-Graphen, das Ergebnis besteht daher aus echten Revit-Elementen und ist weiter bearbeitbar. Bei der Topologieoptimierung im Maschinenbau ist es umgekehrt: Was aus der Rechnung kommt, ist eine organisch geformte Gestalt, die anschließend als sauberes, bemaßbares Bauteil nachgebaut werden muss. Dieser Nachbau ist der Teil, den Vorführungen gern auslassen.
Das Ergebnis ist Text, den du liest, verstehst und Zeile für Zeile änderst. Das ist der größte Vorteil dieser Art: Nichts daran ist undurchsichtig. Wenn eine Routine falsch rechnet, siehst du an welcher Stelle, und du kannst sie ohne den Assistenten weiterentwickeln.
Wie gut fügt sich das Ergebnis in eure Zeichnungs- und Modellordnung ein?
Das ist die eigentliche Stärke dieser Art. Die Funktion arbeitet in eurer Datei, mit euren Layern, euren Textstilen und euren vorhandenen Blöcken. Beim Ersetzen von Blöcken schlägt sie ähnliche Blöcke aus dem Bestand vor, statt neue zu erfinden. Alles, was ihr an Standards eingerichtet habt, bleibt wirksam.
Der Dienst kennt weder eure Normteile noch eure Layerstruktur, eure Familien oder eure Benennungsregeln. Er erzeugt Geometrie nach der Beschreibung, die er bekommen hat. Alles, was ein Bauteil erst zu eurem Bauteil macht, also Sachnummer, Werkstoff, Toleranzen, Zuordnung zur Baugruppe, entsteht danach von Hand.
Die Randbedingungen kommen von euch, und in Revit läuft die Studie direkt am Modell, sitzt also mitten in eurer Ordnung. Was das Verfahren dagegen nicht kennt, ist eure Bauteilbibliothek: Es rechnet eine Form, keine Auswahl aus dem Katalog. Wo eure Fertigung an bestimmte Halbzeuge oder Zulieferteile gebunden ist, muss diese Bindung ausdrücklich als Randbedingung hinein, sonst kommt etwas heraus, das ihr so nicht beschaffen könnt.
Hier entsteht der häufigste stille Schaden. Ein Sprachmodell kennt eure Vorlagen, eure Parameterbenennung und eure internen Regeln nicht und erfindet im Zweifel plausibel klingende Befehle, Nodes oder Eigenschaftsnamen. Für allgemeine Sprachen ist das gut beherrschbar, für die Schnittstellen von CAD-Programmen deutlich schlechter, weil davon viel weniger öffentlicher Beispielcode existiert.
Was passiert mit euren Daten?
Uneinheitlich, aber nachlesbar, und genau das ist der Punkt. Die Übernahme von Korrekturen aus einer PDF wird nach Autodesks Beschreibung in der Cloud verarbeitet und braucht deshalb eine Internetverbindung. Für die Blockfunktionen erscheint beim ersten Gebrauch ein Zustimmungsdialog, und die Funktion bleibt auch ohne Zustimmung benutzbar. Das Empfehlungssystem in Dynamo wertet nach Autodesks Angabe ausdrücklich keine individuellen Nutzerdaten aus. Bei anderen Herstellern hängt eine personalisierte Vorschlagsfunktion daran, dass ihr einem Analyseprogramm beitretet. Prüft das je Funktion, nicht je Programm.
Der ganze Vorgang läuft beim Anbieter. Eure Beschreibung, also genau die Stelle, an der die Maße und die Absicht stehen, verlässt das Haus. Für ein Übungsteil ist das gleichgültig, für ein Bauteil aus einem Entwicklungsprojekt ist es eine Frage, die vorher geklärt gehört, notfalls über ein Angebot mit vertraglich zugesicherter Verarbeitung.
Hängt an der konkreten Umsetzung. Generative Design in Revit rechnet im Programm, die Topologieoptimierung im Maschinenbau ist je nach Ausbaustufe eine lokale Erweiterung oder ein Dienst in der Cloud. PTC führt für Creo beides nebeneinander: eine Erweiterung für die Topologieoptimierung und eine Erweiterung, die auf der Cloud aufsetzt. Welche ihr benutzt, entscheidet die Frage mit.
Alles, was ihr hineinschreibt, geht an einen fremden Dienst, sofern ihr keinen Vertrag habt, der etwas anderes zusichert. Für Konstruktionsdaten und Kundennamen ist das der Punkt, an dem die meisten Häuser eine Regel brauchen. Die praktikable Lösung ist selten ein Verbot, sondern ein zugelassener Dienst mit vereinbarten Bedingungen und eine Liste dessen, was trotzdem nicht hineingehört.
Wie viel Einarbeitung braucht es, und wer im Team kann es?
Die Funktion sitzt dort, wo ohnehin gearbeitet wird, und ist in einer Viertelstunde erklärt. Zu beachten ist nur, was das Programm dabei sperrt: Während der Durchsicht der gefundenen Objekte sind in AutoCAD eine Reihe anderer Befehle vorübergehend nicht verfügbar, unter anderem die Befehle rund um Blöcke, Vergleiche und externe Referenzen. Wer das nicht weiß, hält es für einen Fehler.
Die Bedienung ist trivial, das Schreiben einer brauchbaren Beschreibung nicht. Der Unterschied zwischen einem unbrauchbaren und einem verwertbaren Ergebnis liegt in Maßen, Stückzahlen, Einheiten und Bezugsangaben, also in genau der Sorgfalt, die ihr auch einer Zulieferzeichnung angedeihen lasst. Dazu kommt eine zweite Umgebung neben eurem CAD, mit eigener Bedienung und eigener Ablage.
Das ist die anspruchsvollste der vier Arten. Eine Studie in Revit aufzusetzen bedeutet, einen Dynamo-Graph zu bauen, der die Aufgabe beschreibt. Eine Topologieoptimierung sauber aufzusetzen bedeutet, Lastfälle, Randbedingungen, Bauraum und Fertigungsverfahren richtig anzugeben, und ein Fehler an dieser Stelle liefert ein Ergebnis, das gut aussieht und nicht trägt. Ohne Kenntnisse in Berechnung geht das nicht.
Die niedrigste Einstiegshürde von allen, und genau darin liegt das Risiko. Weil jeder sofort loslegen kann, entstehen Ergebnisse, die niemand prüft. Die eigentliche Fähigkeit ist nicht das Fragen, sondern das Beurteilen der Antwort, und die hat nur, wer die Sache ohnehin versteht.
Wie verlässlich und wiederholbar ist das Ergebnis?
Erkennung ist Statistik, nicht Regel. Autodesk empfiehlt für die Erkennung wiederkehrender Geometrie ausdrücklich, die Zeichnung vorher auf reale Einheiten zu stellen, damit die Trefferquote steigt, und baut in die Oberfläche eine Möglichkeit ein, falsche Treffer zu melden. Für Prüfungen, bei denen die Vollständigkeit zählt, taugt das nicht: Was nicht gefunden wurde, taucht in keiner Liste auf.
Dieselbe Beschreibung liefert nicht zwangsläufig dasselbe Modell. Für ein Konzept ist das kein Problem und manchmal sogar erwünscht. Für alles, was dokumentiert, geprüft und in einem Jahr wieder nachvollzogen werden muss, ist es das Ausschlusskriterium, solange nicht der erzeugte Programmtext selbst zur verbindlichen Quelle gemacht wird.
Der große Vorteil dieser Art: Ziele und Randbedingungen sind ausgeschrieben, das Ergebnis ist nachrechenbar und lässt sich gegen dieselben Kennwerte prüfen, mit denen ihr auch von Hand konstruierte Teile beurteilt. Dieselben Eingaben führen zu denselben Varianten. Die Verlässlichkeit hängt damit an der Qualität eurer Vorgaben, und das ist eine Abhängigkeit, mit der Konstruktion umgehen kann.
Zwei gleiche Fragen ergeben zwei verschiedene Antworten, und die falsche klingt genauso sicher wie die richtige. Für Aufgaben mit einer prüfbaren Antwort ist das beherrschbar, weil du einfach ausprobierst, ob die Routine läuft. Für Auskünfte über Normen, Grenzwerte oder Zulässigkeiten ist es untauglich, solange du die Quelle nicht ohnehin selbst nachschlägst.
Was passt wann
- Wenn ihr Altbestände aufräumt, Korrekturen übernehmt oder wiederkehrende Geometrie zu Blöcken machen wollt
- nutzt die Funktionen im CAD-Programm, sie arbeiten in eurer Ordnung und liefern dort den schnellsten Gewinn.
- Wenn ihr in einer frühen Phase Formen ausprobiert und niemand das Ergebnis später ändern muss
- ist Erzeugung aus Text ein brauchbares Skizzenwerkzeug, sofern der Inhalt das Haus verlassen darf.
- Wenn Gewicht, Steifigkeit oder Materialeinsatz die eigentliche Frage sind und jemand im Team rechnen kann
- führt generatives Gestalten weiter als jedes Textwerkzeug, kostet aber echte Einarbeitung.
- Wenn ihr Routinen schreibt, Fehlermeldungen versteht oder Dokumentation formuliert
- ist ein Sprachmodell die günstigste Hilfe, unter der Bedingung, dass jemand das Ergebnis fachlich beurteilen kann.
Fünf Fragen, und die Art des Werkzeugs steht fest
- 01 Soll das Werkzeug etwas finden, etwas vorschlagen, etwas erzeugen oder dir etwas erklären?
- 02 Muss das Ergebnis anschließend parametrisch änderbar sein, oder reicht eine Form zum Ansehen?
- 03 Darf der Inhalt das Haus verlassen? Danach entscheidet sich, welche Werkzeuge überhaupt in Frage kommen.
- 04 Wie prüfst du das Ergebnis, und wie lange dauert diese Prüfung?
- 05 Wer steht für das Ergebnis gerade, wenn es in die Ausführung geht?
Woran ihr die Entscheidung für ein Werkzeug aufhängt
Sechs Prüfungen, die sich alle innerhalb einer Woche an einem echten Bauteil oder einem echten Grundriss durchführen lassen. Sie ersetzen die Frage, ob KI etwas taugt, durch die Frage, welche Art von Werkzeug an welcher Stelle eurer Kette etwas beiträgt.
Zuerst den Arbeitsschritt benennen, nicht das Werkzeug
Kein Werkzeug ist gut für die Konstruktion, sondern höchstens für einen Schritt darin. Nimm dir einen konkreten Vorgang vor, etwa das Aufräumen einer geerbten Zeichnung, das Übertragen von Korrekturen aus einer PDF, das Auslegen eines Halters oder das Schreiben einer Routine. Für jeden dieser Schritte kommt eine andere der vier Arten in Frage, und für manche keine.
Die Nacharbeit messen, nicht schätzen
Lass die gleiche Aufgabe einmal von Hand und einmal mit dem Werkzeug erledigen und stopp beide Male die Zeit bis zum abgabefähigen Ergebnis, nicht bis zum ersten Bild. Bei Erkennungsfunktionen entsteht der Aufwand beim Durchsehen der gefundenen Mengen, bei Erzeugung aus Text beim Nachziehen der Maße, beim generativen Gestalten beim Rückführen der Form in ein fertigungsgerechtes Modell.
Prüfen, ob das Ergebnis änderbar bleibt
Ein Ergebnis, das ihr nicht mehr parametrisch ändern könnt, ist eine Sackgasse, egal wie schnell es entstanden ist. Frag deshalb bei jedem Werkzeug, was hinten herauskommt: ein natives Bauteil mit Historie, ein Programmtext, der die Geometrie beschreibt, ein neutrales Austauschformat ohne Historie oder nur ein Bild. Zwischen diesen vier Ergebnissen liegen Welten für alles, was danach kommt.
Klären, was mit euren Daten geschieht, bevor jemand klickt
Die Hersteller unterscheiden das sauber, ihr müsst nur hinsehen. Die Übernahme von Korrekturen aus einer PDF in AutoCAD wird nach Autodesks eigener Beschreibung in der Cloud verarbeitet und braucht deshalb eine Internetverbindung. Für die Blockfunktionen erscheint beim ersten Gebrauch ein Zustimmungsdialog für die Nutzung eurer Blockdaten, und Autodesk schreibt ausdrücklich, dass die Funktion auch ohne diese Zustimmung benutzbar bleibt. Beim Empfehlungssystem in Dynamo stammt das Modell aus Beispielgraphen und wertet ausdrücklich keine Nutzerdaten aus.
Eine Person benennen, die das Ergebnis verantwortet
Ein KI-Vorschlag ändert nichts daran, wer für eine Zeichnung oder ein Modell geradesteht. Legt deshalb vor der Einführung fest, wer prüft und freigibt, und schreibt dazu, woran geprüft wird. Bei der Übernahme von Korrekturen aus einer PDF heißt das etwa: Jeder übernommene Text wird gegen das Original gehalten, bevor das Blatt herausgeht.
Mit dem langweiligsten Anwendungsfall anfangen
Der erste Einsatz sollte eine Aufgabe sein, die viel Zeit frisst, wenig Kreativität verlangt und deren Ergebnis leicht zu prüfen ist. Das ist meistens das Aufräumen von Altbeständen oder das Übertragen von Anmerkungen. Wer mit dem Entwurf anfängt, diskutiert nach zwei Wochen über Geschmack statt über Nutzen.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Was die Funktionen im CAD-Programm heute tatsächlich tun
In AutoCAD sitzen die auffälligsten dieser Funktionen rund um Blöcke. Autodesk beschreibt sie als Familie von Funktionen, die den Umgang mit Blöcken verbessern, und benennt vier Bausteine: automatisches Platzieren, das Ersetzen eines Blocks durch ähnliche Vorschläge, das Erkennen von Objekten und das Umwandeln in Blöcke. Zwei davon, das Ersetzen und die Erkennung, stehen in AutoCAD LT nicht zur Verfügung. Beim ersten Gebrauch des Ersetzens und des Umwandelns erscheint ein Zustimmungsdialog für die Nutzung eurer Blockdaten, und Autodesk hält ausdrücklich fest, dass die Funktionen auch ohne diese Zustimmung nutzbar bleiben.
Der zweite Baustein ist die Übernahme von Korrekturen. Eine markierte PDF, ein Foto einer Papierkorrektur als JPG oder PNG, wird über die Zeichnung gelegt, und die Anmerkungen darin werden automatisch als Text, Revisionswolken, Durchstreichungen und Anweisungen wie Verschieben oder Drehen erkannt. Anschließend lässt sich ein erkannter Text als Mtext oder als Führungslinie einfügen oder für die Änderung vorhandenen Texts benutzen. Zwei Randbedingungen nennt Autodesk dazu selbst: Die Verarbeitung läuft in der Cloud und braucht deshalb eine Internetverbindung, und die Funktion arbeitet am besten mit 2D-Zeichnungen.
Auch andere Hersteller besetzen dieses Feld, und zwar mit demselben Zuschnitt. Bei BricsCAD heißt der Bereich schlicht Automatisierung: Eine Funktion räumt Zeichnungen auf, indem sie Wiederholungen zu Blöcken macht, überflüssige Elemente entfernt und Geometrie vereinfacht, eine andere schlägt den nächsten Befehl vor, und im BIM-Teil ordnet eine Funktion vorhandene 3D-Geometrie automatisch Bauteilklassen zu. Der Hersteller vermerkt dabei, dass die persönlich zugeschnittenen Befehlsvorschläge an der Teilnahme an einem Analyseprogramm hängen. Das ist genau die Sorte Detail, die vor der Einführung geklärt gehört.
Warum CAD für KI schwerer ist als Bilder
Die Frage, warum aus Text sofort ein brauchbares Bild entsteht, aus Text aber nur mit Mühe ein brauchbares Bauteil, hat eine technische Antwort. Der Anbieter Zoo, der seit Ende 2023 ein Werkzeug für die Erzeugung von CAD aus Text betreibt und im Januar 2026 einen darauf aufbauenden Assistenten veröffentlicht hat, beschreibt sie in einem eigenen Beitrag ungewöhnlich klar. Erster Punkt: Was Menschen außerhalb der Technik unter einem 3D-Modell verstehen, ist meist ein Netz aus Dreiecken. Für Darstellung und Spiele genügt das, für Konstruktion und Fertigung nicht, weil dort exakte Flächen, echte Kurven und ein änderbarer Aufbau gebraucht werden.
Der zweite Punkt wiegt schwerer. Konstruktion sei ein Ablauf, der von der Absicht her gedacht wird: Man skizziert ein Profil, zieht es in die dritte Richtung, setzt Bedingungen, Maße und Beziehungen zwischen Elementen. Ein System, das dabei helfen soll, muss diese Absicht nicht nur einmal erzeugen, sondern sie bei jeder Folgeänderung erhalten. Genau daran, schreibt der Anbieter, scheitere der Großteil der Forschung zur Erzeugung von 3D-Geometrie, weshalb daraus selten Werkzeuge werden, mit denen konstruierende Menschen wirklich arbeiten.
Das erklärt auch, warum die Anbieter in diesem Feld den Umweg über Programmtext gehen. Statt Geometrie unmittelbar zu erzeugen, lassen sie ein Sprachmodell ein Programm schreiben, das die Geometrie beschreibt, führen es aus, sehen sich das Ergebnis an und bessern nach. Für euch bedeutet das zweierlei: Das Ergebnis ist lesbar und änderbar, was gut ist. Und es hängt an der Sprache und der Umgebung dieses Anbieters, was bei der Frage nach dem Weiterleben eures Bauteils in fünf Jahren eine Rolle spielt.
Generatives Gestalten ist etwas anderes als generative KI
Die Begriffe klingen ähnlich und meinen Verschiedenes. Generatives Gestalten heißt: Ihr gebt Ziele, Randbedingungen, Bauraum, Lasten, Werkstoff und Fertigungsverfahren vor, und ein Rechenverfahren erzeugt daraus Varianten, die ihr vergleicht. Der Text spielt dabei keine Rolle. PTC beschreibt für Creo, dass die Vorgaben bevorzugte Werkstoffe und Fertigungsverfahren einschließen und dass mehrere fertigungsgerechte Varianten entstehen, aus denen ausgewählt wird. Angeboten wird das in zwei Ausbaustufen, einer Erweiterung für die Topologieoptimierung und einer Erweiterung, die auf der Cloud aufsetzt.
In Revit heißt die entsprechende Funktion Generative Design und sitzt im Reiter Verwalten. Man legt eine Studie an und sieht sich anschließend die Ergebnisse an. Die Studien selbst sind Dynamo-Graphen, das heißt, wer eine eigene Fragestellung untersuchen will, baut zuerst einen Graph, der sie beschreibt. Autodesk weist darauf hin, dass die Funktion in Revit LT nicht zur Verfügung steht. Mitgeliefert werden Beispielstudien, an denen sich das Prinzip nachvollziehen lässt, bevor jemand die erste eigene Frage formuliert.
Für die Beurteilung ist das eine gute Nachricht: Diese Werkzeuge sind nachvollziehbar. Ihr könnt aufschreiben, was hineingegeben wurde, ihr könnt das Ergebnis nachrechnen, und mit denselben Eingaben kommt dasselbe heraus. Der Preis dafür ist Einarbeitung. Eine Studie, deren Randbedingungen nicht stimmen, liefert nicht weniger Ergebnis, sondern ein falsches, und das sieht genauso überzeugend aus wie ein richtiges.
Ein verwandtes Feld ist die schnelle Bewertung in der frühen Phase. Autodesk beschreibt Forma als cloudbasiertes Werkzeug für den Entwurf, das Vorhersagen und Automatisierungen mitbringt und Vorschläge unter anderem nach Fläche, Besonnungsstunden, Tageslichtpotenzial, Wind und Lärm bewertet; über ein Zusatzmodul lässt sich ein Entwurf nach Revit übernehmen und später wieder abgleichen. Auch hier gilt: Das Ergebnis ist eine Abschätzung für den Vergleich von Varianten, kein Nachweis.
Sprachmodelle in der Konstruktion: gut für Text, heikel für Zahlen
Der mit Abstand häufigste sinnvolle Einsatz eines allgemeinen Sprachmodells in Konstruktionsbüros ist nicht die Geometrie, sondern alles darum herum: eine AutoLISP-Routine entwerfen, ein Python-Stück für einen Dynamo-Graph schreiben, eine kryptische Fehlermeldung übersetzen, einen Leistungstext formulieren, eine lange Mail auf drei Sätze eindampfen. In all diesen Fällen ist das Ergebnis leicht zu prüfen, weil es entweder läuft oder nicht, oder weil du als Fachkraft sofort siehst, ob der Text stimmt.
Heikel wird es an zwei Stellen. Die erste sind Befehls-, Node- und Schnittstellennamen. Weil zu den Schnittstellen von CAD-Programmen viel weniger öffentliches Beispielmaterial existiert als zu verbreiteten Programmiersprachen, erfinden Modelle hier häufiger etwas, das genauso aussieht wie das Echte. Die Gegenmaßnahme ist unspektakulär: Jeden genannten Befehl und jede genannte Eigenschaft in der Herstellerdokumentation nachschlagen, bevor er in eine Routine wandert, die im Team laufen soll.
Die zweite Stelle sind Zahlen mit Verbindlichkeit, also Normwerte, Grenzwerte, Fristen, Zulässigkeiten. Dort ist ein Sprachmodell allenfalls ein Suchhelfer, der dir sagt, wo du nachsehen könntest. Die Zahl selbst holst du aus der Norm, aus dem Datenblatt oder aus der Verordnung. Diese Regel wirkt streng, bis sie einmal jemanden vor einer Angabe bewahrt hat, die in einer Ausschreibung stand.
Für die Einführung im Haus bewährt sich eine einzige geschriebene Seite: welcher Dienst zugelassen ist, was auf keinen Fall hineingeschrieben wird, wofür das Werkzeug ausdrücklich empfohlen ist und wer im Zweifel gefragt wird. Ohne diese Seite entsteht keine Ordnung, sondern eine stille Nutzung, von der niemand weiß, mit welchen Daten sie stattfindet.
Was ihr regelt, bevor jemand eine dieser Funktionen einschaltet
Erstens die Datenfrage, und zwar je Funktion und nicht je Programm. Innerhalb desselben CAD-Programms kann eine Funktion vollständig lokal arbeiten, die nächste eine Zustimmung zur Nutzung eurer Inhalte einholen und die dritte eine Internetverbindung brauchen, weil sie in der Cloud rechnet. Diese Unterschiede stehen in der Herstellerdokumentation, und eine halbe Stunde Lesen erspart eine unangenehme Frage im Projektgespräch.
Zweitens die Prüfpflicht. Legt für jede eingesetzte Funktion fest, woran das Ergebnis geprüft wird und wer prüft. Bei übernommenen Korrekturen ist das der Abgleich gegen das Original, bei erkannten Blöcken eine Durchsicht der gebildeten Mengen, bei einer generativen Studie der Nachweis. Ohne diese Festlegung verschiebt sich die Verantwortung schleichend auf das Werkzeug, und das kann sie nicht tragen.
Drittens die Abo- und Fassungsfrage. Ein Teil dieser Funktionen ist an bestimmte Ausbaustufen gebunden, das Ersetzen von Blöcken und die Objekterkennung etwa fehlen in AutoCAD LT, Generative Design fehlt in Revit LT. Klärt das vor der Ankündigung im Team, sonst erklärt ihr anschließend der Hälfte der Belegschaft, warum die Schaltfläche bei ihr nicht da ist.
Und viertens die Erwartung. Der ehrliche Satz für die Einführung lautet nicht, dass KI eure Konstruktion beschleunigt, sondern dass einzelne, klar benannte Arbeitsschritte schneller werden und dafür ein Prüfschritt hinzukommt. Wer so einführt, bekommt Zahlen, über die sich reden lässt. Wer das große Versprechen ausgibt, bekommt nach drei Monaten eine Enttäuschung, die auch die Funktionen trifft, die tatsächlich etwas gebracht hätten.
Dazu passende Kurse
Wenn ihr die vier Arten einmal nebeneinander an eigenen Dateien sehen wollt, sind KI-Kurse für Konstruktion und Gestaltung der direkteste Weg dorthin.
Weil jede dieser Funktionen eine geprüfte Zeichnung voraussetzt, bleiben CAD-Grundlagen als Voraussetzung für den Werkzeugeinsatz die Grundlage, auf der alles Weitere aufsetzt.
Wie sicher bist du beim Thema wirklich?
Lesen fühlt sich schnell nach Können an. Ein kurzer Test zeigt dir, was davon schon sitzt und wo sich ein Kurs lohnt. Kostenlos, ohne Anmeldung, mit einer Erklärung zu jeder Antwort.
Wo du genau das übst
Ein sehr guter und verständlicher Überblick über die Grundlagen im Umgang mit BricsCAD.
Alle meine Erwartungen wurden erfüllt und ich habe mich sehr gut aufgenommen gefühlt, jede Frage wurden Probleme direkt beseitigt.
Toller Coach, perfekt abgestimmte Themen. Sehr viel Freiraum für "unsere" Themen und Fragen. Alles sehr rund und perfekt.
Häufige Fragen
Kann KI ein Bauteil konstruieren, das ich direkt fertigen lassen kann?
Verlassen unsere Zeichnungen das Haus, wenn wir diese Funktionen benutzen?
Was bedeutet der Prozentwert an einem Vorschlag?
Lohnt sich generatives Gestalten für ein kleines Konstruktionsbüro?
Sollen wir Kollegen den Umgang mit Sprachmodellen verbieten?
Woran merken wir nach drei Monaten, ob sich der Einsatz gelohnt hat?
Quellen
- Autodesk Help, About Smart Blocks
- Autodesk Help, About Smart Blocks Detect and Convert mit den Hinweisen zu den Grenzen der Erkennung
- Autodesk Help, About Markup Import and Markup Assist mit dem Hinweis auf die Verarbeitung in der Cloud
- Zoo, Zookeeper: The Conversational CAD Agent For Parametric Modeling
- PTC, What Is Generative Design, mit den beiden Ausbaustufen für Creo
Deine Ansprechpartner
Du bist dir nicht sicher, welcher Kurs oder welches Level zu dir passt? Wir beraten dich persönlich und kostenlos.
Yves Hoppe
Weiterbildung & Beratung
Hilft dir, aus dem CAD & Grafik-Programm den passenden Kurs für deinen Stand zu finden.
Norbert Jansen
Beratung & Inhouse
Plant mit dir Inhouse-Trainings, die auf eure Abläufe und euren Datenbestand zugeschnitten sind.
Die Werkzeuge einmal an eurer eigenen Zeichnung ausprobieren
Bei cmt siehst du im Kurs, welche der Funktionen in deinem Programm tatsächlich vorhanden sind, was sie an deinen Dateien leisten und wo die Nacharbeit anfängt. Das ist die schnellste Art, aus Ankündigungen eine Entscheidung zu machen.
Passt dazu
- Wiederkehrende Aufgaben in Revit mit Dynamo automatisieren
- Eigene CAD-Skripte im Team verteilen und pflegen, ohne dass Wildwuchs entsteht
- Eigene AutoLISP-Routine für AutoCAD schreiben und im Zeichenalltag aufrufen
- Generatives Füllen und Generatives Erweitern in Photoshop nutzen und die Grenzen kennen