Sprache in Text und Untertitel

Transkript und Untertitel in Premiere Pro erzeugen, korrigieren und die Sprache umstellen

Vom Transkript über die Untertitelspur bis zum Export als Burn-in oder Sidecar. Und die eine Unterscheidung, an der die meisten Umwege beginnen: Transkription ist nicht Übersetzung.

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Kurz gesagt

Premiere Pro verschriftet die Tonspur automatisch, und aus diesem Transkript entstehen mit einem Dialog die Untertitel. Zwischen beiden liegt ein Schritt, den viele überspringen, und daraus entsteht der häufigste Ärger: Die Sprachwahl beim Transkribieren sagt der Erkennung, welche Sprache sie hören soll. Sie übersetzt nichts. Wer für englisches Audio Deutsch einstellt, bekommt kein deutsches Untertitelband, sondern ein schlechtes Transkript.

Stand dieser Seite: 04.10.2026

01 Worum es geht

Zwei Funktionen, die sich ähnlich anfühlen und Verschiedenes tun

Die Verschriftung der Tonspur gehört in Premiere Pro zum Standard und kostet keine gesonderte Freischaltung. Genau deshalb wird sie oft nebenbei angestoßen, ohne dass jemand die Einstellungen liest. Das Ergebnis erscheint im Bedienfeld „Text“, es sieht plausibel aus, und der nächste Klick erzeugt daraus Untertitel. Bis hierhin funktioniert der Weg auch fast immer.

Der Bruch kommt bei mehrsprachigen Projekten. Im Dialog für die Transkription steht ein Feld mit dem Namen „Sprache“, und die naheliegende Annahme lautet, dass man dort die Sprache der Untertitel wählt. Das ist nicht der Fall. Adobe stellt ausdrücklich klar, dass die für die Transkription gewählte Sprache die Übersetzung nicht beeinflusst, sondern nur die Genauigkeit der Erkennung. Wählst du Deutsch für englisches Audio, erhältst du eine schlechte deutsche Transkription des englischen Tons und keine Übersetzung.

Für die Übersetzung gibt es eine eigene Funktion, die auf den fertigen Untertiteln aufsetzt und eine zusätzliche Untertitelspur je Zielsprache erzeugt. Wer die beiden Wege einmal auseinandergehalten hat, spart sich das mehrfache Neutranskribieren, das viele Projekte durchlaufen, bevor jemand die Ursache findet.

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02 Der Aufbau im Detail

Der Weg durch die Funktion, Station für Station

Sechs Stellen, an denen du etwas entscheidest. Wer weiß, was an welcher Stelle festgelegt wird, findet auch die Ursache, wenn am Ende etwas fehlt oder in der falschen Sprache dasteht.

Der Aufbau

Fenster > Arbeitsbereiche > Untertitel und Grafiken → Registerkarte Transkript → Transkribieren mit Sprachwahl → Untertitel erstellen → Untertitelspur im Schnittfenster → Untertitel exportieren
  1. 01 Der Arbeitsbereich, in dem die Funktion sichtbar wird Fenster > Arbeitsbereiche > Untertitel und Grafiken

    Ohne diesen Arbeitsbereich fehlt das Bedienfeld „Text“, und die halbe Funktion ist unsichtbar. Der Arbeitsbereich stellt Text, Programmmonitor, Schnittfenster und die Bedienfelder für Eigenschaften und Grafikvorlagen so zusammen, dass Transkript, Untertitel und Bild gleichzeitig zu sehen sind. Seit Version 25.0 gibt es dabei kein Bedienfeld „Essential Graphics“ mehr, die Gestaltung läuft über das Bedienfeld „Eigenschaften“. Mit Version 26 hat Adobe das Programm außerdem in „Adobe Premiere“ umbenannt, viele Anleitungen sprechen aber weiter von Premiere Pro.

  2. 02 Der Ort, an dem der Text entsteht und korrigiert wird Registerkarte Transkript

    Hier läuft die Verschriftung, hier korrigierst du sie durch einen Doppelklick auf das betreffende Wort, und hier sitzt das Menü mit den weiteren Optionen. Adobe nennt dafür unter anderem „Sequenz neu transkribieren“, den Export als prtranscript-, TXT- oder CSV-Datei, den Import eines korrigierten Transkripts aus einer anderen Hand, das Anzeigen von Sprechenden und nicht transkribierten Quellen, das automatische Scrollen während der Wiedergabe, die Darstellung von Pausen und die Rechtschreibprüfung.

  3. 03 Die Einstellung, die am häufigsten missverstanden wird Transkribieren mit Sprachwahl

    Im Dialog stehen Sprache, Sprecher-Labeling, Audioanalyse, die Beschränkung auf den Bereich zwischen In- und Out-Point und das Zusammenführen mit einer vorhandenen Transkription. Die Sprache beschreibt, was zu hören ist, nicht, was herauskommen soll. Wenn ein Sprachpaket fehlt, lädst du es an dieser Stelle herunter, und in Teams- und Enterprise-Umgebungen kann die Verteilung dieser Pakete zentral erfolgen.

  4. 04 Aus fließendem Text werden getaktete Einblendungen Untertitel erstellen

    Erst dieser Schritt macht aus dem Transkript etwas, das im Bild erscheint. Im Dialog legst du die Vorgabe fest, das Untertitelformat, bei manchen Formaten den Stream, den Stil sowie Zeichenlänge, Dauer und Abstand. Die Entscheidung für eine oder zwei Zeilen fällt ebenfalls hier. Diese Werte lassen sich später nicht global umstellen, ohne die Untertitel neu zu erzeugen, deshalb lohnt ein Blick auf die Vorgaben des Auftraggebers, bevor du auf Erstellen klickst.

  5. 05 Untertitel sind Material, kein Overlay Untertitelspur im Schnittfenster

    Die erzeugten Untertitel liegen auf einer eigenen Spur und verhalten sich wie anderes Material: Du kannst sie verschieben, trimmen und einzeln bearbeiten, entweder in der Registerkarte „Untertitel“ oder direkt im Programmmonitor. Kommen Übersetzungen dazu, entsteht je Sprache eine weitere Spur, und über das Augensymbol schaltest du zwischen ihnen um. Für die Gestaltung gilt: Änderst du einen Stil, lässt er sich über die Funktion zum Neudefinieren auf alle Untertitel der Spur übertragen.

  6. 06 Drei Wege mit ganz unterschiedlichen Folgen Untertitel exportieren

    Im Export-Modus legst du im Bereich für Untertitel fest, wie sie die Datei verlassen: eingebrannt ins Bild, eingebettet in die Videodatei oder als Sidecar-Datei daneben. Welche Formate welche Einschränkungen haben, steht im Abschnitt zum Export. Entscheidend an dieser Stelle ist, dass die Wahl vor dem Rendern fällt, denn aus einem Video mit eingebrannten Untertiteln lässt sich später keine Fassung ohne Untertitel mehr gewinnen.

Wenn es nicht funktioniert

Das siehst du

Das Transkript besteht aus sinnlosen Wortfolgen, die entfernt nach dem klingen, was gesprochen wurde.

Warum

Die Sprachwahl passt nicht zum Ton. Adobe beschreibt genau diesen Fall: Wird Deutsch für englisches Audio gewählt, entsteht keine Übersetzung, sondern eine Transkription niedriger Qualität, weil die Erkennung versucht, englische Laute als deutsche Wörter zu deuten.

Was hilft

Ruf im Menü der Registerkarte „Transkript“ die Option „Sequenz neu transkribieren“ auf und wähle die tatsächlich gesprochene Sprache. Lade das passende Sprachpaket, falls es noch fehlt. Erst wenn das Transkript in der Originalsprache stimmt, lohnt sich der nächste Schritt, denn eine Übersetzung kann nur so gut sein wie ihre Vorlage.

Das siehst du

Die Untertitel sollten in einer zweiten Sprache erscheinen, kommen aber weiterhin in der Sprache des Originaltons heraus.

Warum

Es wurde am falschen Schalter gedreht. Die Sprache im Transkriptionsdialog steuert die Erkennung. Für eine andere Zielsprache gibt es eine eigene Funktion, die auf bereits erzeugte oder importierte Untertitel angewendet wird und je Zielsprache eine zusätzliche Untertitelspur anlegt.

Was hilft

Erzeug zuerst saubere Untertitel in der Originalsprache und ruf danach in der Registerkarte „Untertitel“ die Übersetzung auf. Für jede gewählte Zielsprache legt Premiere Pro eine eigene Spur an. Weil die Übersetzung über einen Cloud-Dienst läuft, braucht dieser Schritt eine Internetverbindung, und den Fortschritt verfolgst du im Bedienfeld „Fortschritt“.

Das siehst du

Große Teile des Videos bleiben ohne Transkript, obwohl dort eindeutig gesprochen wird.

Warum

Die Audioanalyse greift auf die falsche Quelle zu. Premiere Pro kann entweder die als Dialog gekennzeichneten Audioclips verwenden oder eine bestimmte Audiospur. Wenn Interviewton auf einer Spur liegt, die nicht ausgewertet wird, oder wenn er nicht als Dialog getaggt ist, bleibt er stumm für die Erkennung. Der zweite häufige Grund ist eine Beschränkung auf den Bereich zwischen In- und Out-Point.

Was hilft

Sieh im Transkriptionsdialog nach, welche Audioquelle ausgewertet wird, und kontrollier im Menü der Registerkarte „Transkript“ über „Nicht transkribierte Quellen anzeigen“, welche Abschnitte offen geblieben sind. Fehlende Bereiche lassen sich nachträglich verschriften und über die Option zum Zusammenführen an das vorhandene Transkript anschließen.

Das siehst du

Die exportierte Datei zeigt beim Empfänger keine Untertitel, obwohl sie in Premiere Pro sichtbar waren.

Warum

Der falsche Exportweg. Eingebrannte Untertitel liegen fest im Bild, eingebettete Untertitel sind an bestimmte Formate gebunden, und eine Sidecar-Datei ist eine getrennte Datei, die beim Weitergeben schlicht vergessen werden kann. Eingebettete Untertitel erscheinen außerdem nur, wenn der Player des Empfängers sie unterstützt und die Anzeige dort eingeschaltet ist.

Was hilft

Kläre vor dem Export, was der Empfänger braucht: fest im Bild für Social Media, abschaltbar für Mediatheken und Broadcast, getrennte Datei für Plattformen, die eigene Untertitelverwaltung mitbringen. Bei mehreren Sprachspuren exportierst du je Sprache eine eigene Sidecar-Datei und benennst sie eindeutig.

Das siehst du

Die Untertitel stehen zu lange, wechseln zu schnell oder brechen mitten im Satz um.

Warum

Die Werte im Dialog „Untertitel erstellen“ passen nicht zum Material. Zeichenlänge, Dauer je Zeile, Abstand zwischen den Untertiteln und die Entscheidung zwischen einer und zwei Zeilen werden dort einmal festgelegt und danach auf das ganze Transkript angewendet.

Was hilft

Erzeug die Untertitel an einem repräsentativen Ausschnitt zur Probe, sieh sie dir in voller Größe an und stell die Werte nach, bevor du sie über die gesamte Sequenz laufen lässt. Einzelne Ausreißer lassen sich danach auf der Untertitelspur wie normales Material trimmen, eine Grundeinstellung reparierst du damit aber nicht.

03 Was du mitnimmst

Die Bausteine des Untertitel-Workflows

Sechs Punkte, die zusammen den Weg vom Rohschnitt bis zur ausgelieferten Datei abdecken. Der zeitliche Ansatzpunkt gehört mit dazu, denn er entscheidet über die Menge an Nacharbeit.

Fünf Stationen vom Ton zur ausgelieferten Datei

  1. 01 Transkript: die gesprochene Sprache wählen und die richtige Audioquelle bestimmen
  2. 02 Korrektur: Eigennamen, Fachbegriffe und Sprechernamen im Bedienfeld Text richtigstellen
  3. 03 Untertitel: Vorgabe, Format, Länge und Zeilenzahl festlegen und erzeugen
  4. 04 Zielsprache: bei Bedarf übersetzen, wodurch je Sprache eine eigene Untertitelspur entsteht
  5. 05 Export: Burn-in, eingebettet oder als Sidecar-Datei, je nach Ziel der Auslieferung

Der Arbeitsbereich bündelt alles an einer Stelle

Über „Fenster“ > „Arbeitsbereiche“ > „Untertitel und Grafiken“ schaltest du auf die Ansicht um, die für diese Aufgabe gebaut ist. Sie stellt das Bedienfeld „Text“ neben Programmmonitor und Schnittfenster. Im Bedienfeld „Text“ liegen die beiden Registerkarten, um die es geht: „Transkript“ für die Verschriftung und „Untertitel“ für das, was später im Bild steht.

Automatische Transkription beim Import spart einen Arbeitsgang

Beim Importieren von Medien lässt sich unter den Importeinstellungen die Option „Automatische Transkription“ aktivieren. Adobe empfiehlt diesen Weg ausdrücklich, weil das Transkript dann bereits vorliegt, wenn du es brauchst. Ist der Import längst gelaufen, startest du die Verschriftung stattdessen aus dem Bedienfeld „Text“ heraus.

Mit installiertem Sprachpaket läuft die Erkennung auf dem eigenen Rechner

Im Transkriptionsdialog wählst du die im Video gesprochene Sprache. Englisch bringt Premiere Pro mit, jede weitere Sprache lädst du einmalig als Sprachpaket herunter. Ist das Paket installiert, verschriftet Premiere Pro laut Adobe auch ohne Internetverbindung. Für Interviews mit vertraulichem Inhalt ist das ein wichtiger Unterschied zur Übersetzung, die immer über einen Cloud-Dienst läuft.

Die Audioanalyse entscheidet, was überhaupt gehört wird

Im selben Dialog legst du fest, ob Premiere Pro die als Dialog gekennzeichneten Audioclips verwendet oder eine bestimmte Audiospur. Dazu kommt die Möglichkeit, nur den Bereich zwischen In- und Out-Point zu verschriften und das Ergebnis mit einer vorhandenen Transkription zusammenzuführen. Bei Mehrspurprojekten mit Musik, Atmo und Interview ist das die Einstellung, die über ein brauchbares Transkript entscheidet.

Aus dem Transkript werden Untertitel mit eigenen Regeln

„Untertitel erstellen“ öffnet einen Dialog, in dem Vorgabe, Format, Stream, Stil sowie Länge, Dauer und Abstand der Untertitel festgelegt werden, dazu die Frage nach einer oder zwei Zeilen. Für die meisten Fälle passt laut Adobe die Vorgabe für Standarduntertitel. Die Untertitel landen anschließend auf einer eigenen Spur im Schnittfenster und lassen sich dort wie anderes Material bewegen und trimmen.

Untertitel gehören ans Ende des Schnitts

Adobe rät ausdrücklich dazu, Untertitel erst zu erzeugen, wenn der Schnitt fertig oder nahezu fertig ist. Der Grund ist unangenehm konkret: Wer Untertitelsegmente löscht, um einen Clip zu ändern, muss sie danach von Hand neu anlegen, denn sie kommen nicht automatisch zurück. Für Projekte mit vielen Korrekturschleifen ist das die wichtigste organisatorische Regel dieser Seite.

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Transkript und Untertitel sind zwei verschiedene Dinge

Das Transkript ist eine durchgehende Verschriftung des gesprochenen Wortes, an die Zeitinformationen gebunden sind. Es liegt in der Registerkarte „Transkript“ des Bedienfelds „Text“ und ist zunächst nichts, was im Bild erscheint. Du kannst es korrigieren, Sprechende benennen, Suchen und Ersetzen darauf anwenden und es als prtranscript-, TXT- oder CSV-Datei exportieren, etwa um es einer Redaktion zur Abnahme zu geben. Zugleich ist es die Grundlage der textbasierten Bearbeitung: Markierst du im Transkript Sätze und löschst sie, entfernt Premiere Pro die zugehörigen Stellen aus der Sequenz.

Untertitel entstehen erst durch einen ausdrücklichen Schritt aus dem Transkript. Dabei wird der fortlaufende Text in getaktete Blöcke zerlegt, deren Länge, Dauer und Abstand du vorher festlegst. Erst diese Blöcke liegen als eigene Spur im Schnittfenster und erscheinen im Programmmonitor. Der Unterschied ist mehr als eine Formsache, denn Änderungen am Transkript wandern nicht automatisch in bereits erzeugte Untertitel.

Daraus folgt die sinnvolle Reihenfolge: erst transkribieren, dann vollständig korrigieren, dann Untertitel erzeugen. Wer die Korrektur auf die Untertitel verschiebt, arbeitet in kleinen Blöcken statt in fließendem Text und verliert den Zusammenhang. Bei Interviews bewährt sich außerdem eine Arbeitsteilung: den Grobschnitt über die textbasierte Bearbeitung im Transkript, den Feinschnitt im Schnittfenster und die Untertitel erst, wenn das Bild steht.

Die Sprachfrage: erkennen, neu erkennen, übersetzen

Für die Erkennung listet Adobe achtzehn Sprachen, darunter Deutsch, Englisch und Englisch für Großbritannien, Französisch, Spanisch, Italienisch, Niederländisch, Portugiesisch für Europa, die skandinavischen Sprachen sowie Japanisch, Koreanisch, Chinesisch in mehreren Varianten, Russisch und Hindi. Sprachen außerhalb dieser Liste, etwa Arabisch, Polnisch oder Türkisch, erkennt die eingebaute Funktion nicht. Für solches Material bleibt der Import eines extern erstellten Transkripts oder einer fertigen SRT-Datei.

Wenn das Transkript in der falschen Sprache entstanden ist, gibt es keinen Schalter zum Umstellen, weil die Aufgabe technisch eine neue Erkennung ist. Schwieriger ist gemischtsprachiges Material, denn die Erkennung arbeitet je Durchgang mit einer Sprache. Bei einem Interview mit deutschen Fragen und englischen Antworten setzt du deshalb In- und Out-Points um die englischen Passagen, verschriftest sie in einem eigenen Durchgang und hängst das Ergebnis über die Option zum Zusammenführen an das vorhandene Transkript an.

Die Übersetzung ist ein eigener Schritt auf den fertigen Untertiteln, und sie erzeugt je Zielsprache eine zusätzliche Spur, zwischen denen du über das Augensymbol umschaltest. Adobe nennt für die Verarbeitung einen Cloud-Dienst zusammen mit Übersetzungsmodellen von Drittanbietern und macht dazu drei Angaben, die in datenschutzsensiblen Häusern gefragt werden: Eine Internetverbindung ist nötig, die Dateien werden nur temporär verarbeitet und nach der Verarbeitung gelöscht, und sie werden nicht zum Training von KI-Modellen verwendet. Zur Serverstandortfrage gibt Adobe an, dass der Übersetzungsdienst je nach Standort der nutzenden Person auf Servern in der Europäischen Union oder in den Vereinigten Staaten betrieben wird.

Untertitel exportieren, ohne den Empfänger zu überraschen

Eingebrannte Untertitel werden fest ins Bild gerendert. Das ist der richtige Weg für Social-Media-Plattformen, auf denen Videos ohne Ton in einem Stream auftauchen, und es ist der einzige Weg, bei dem Schriftart, Position und Gestaltung garantiert so ankommen, wie du sie gebaut hast. Der Preis ist, dass niemand sie abschalten und niemand sie in einer anderen Sprache einblenden kann.

Eingebettete Untertitel liegen in der Videodatei, bleiben aber getrennt vom Bild. Adobe nennt dafür alle Kanäle für CEA-608 und CEA-708 sowie einen Untertitelstream für OP-47. Das ist die Variante für Broadcast und für Mediatheken, in denen der Player die Einblendung übernimmt und die Zuschauer entscheiden, ob sie Untertitel sehen wollen.

Sidecar-Dateien sind eigenständige Dateien neben dem Video, und jedes Format bringt seine eigene Grenze mit. Adobe beschreibt für scc-Dateien nur 608-Spuren, für mcc-Dateien 608 und 708, für xml-Dateien 608, 708, Teletext, EBU-Untertitel und das australische OP-47, für stl-Dateien Teletext, EBU-Untertitel und OP-47 mit einem Stream auf einmal, und für srt-Dateien einen Stream je Datei bei Unterstützung mehrerer Formate. In der Praxis ist SRT der kleinste gemeinsame Nenner, und genau deshalb lohnt es sich, bei mehreren Sprachen je Sprache eine eigene, klar benannte Datei mitzuliefern.

Was die Erkennung nicht leistet

Eigennamen, Produktnamen, Abkürzungen und Fachbegriffe sind die Stellen, an denen automatische Verschriftung zuverlässig danebenliegt. Das ist kein Mangel der Umsetzung, sondern eine Eigenschaft der Aufgabe: Ein Modell kann ein Wort, das es nie gehört hat, nur durch ein ähnlich klingendes ersetzen. Für Fachvideos heißt das, vor der Korrektur eine kurze Liste der Begriffe anzulegen, die in diesem Video vorkommen, und sie über Suchen und Ersetzen in einem Durchgang zu korrigieren.

Die zweite Schwachstelle ist die Zuordnung von Sprechenden. Premiere Pro kann Sprechende trennen, wenn die Option beim Transkribieren aktiv ist, vergibt dabei aber generische Bezeichnungen. Die Namen setzt du danach über die Funktion zum Bearbeiten der Sprechernamen ein. Bei Interviews und Podcasts lohnt sich dieser Schritt auch dann, wenn die Namen später nicht eingeblendet werden, weil das Transkript dadurch für Redaktion und Freigabe brauchbar wird.

Und Untertitel sind nicht automatisch barrierefrei. Ein Untertitelband, das ausschließlich den Dialog wiedergibt, hilft Menschen mit Hörbehinderung nur begrenzt, weil Sprecherwechsel, relevante Geräusche und Musik fehlen. Wenn Barrierefreiheit das Ziel ist, gehört diese Ergänzung nach der Erzeugung von Hand hinzu, und die Vorgaben dafür kommen aus dem Auftrag oder aus der jeweils geltenden Anforderung des Auftraggebers, nicht aus dem Werkzeug.

Dazu passende Kurse

Weil der Ablauf vom Transkript bis zur ausgelieferten Datei viele kleine Entscheidungen enthält, sind Premiere-Pro-Kurse rund um Videoschnitt und Untertitel der schnellere Weg als das Zusammensuchen einzelner Hilfeseiten.

Stimmen aus den Kursen

Was Teilnehmende über die Kurse in diesem Bereich sagen

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05 Fragen

Häufige Fragen

Deine Frage ist nicht dabei? Stell sie uns direkt, wir antworten dir persönlich.

Kostet die automatische Transkription in Premiere Pro extra?
Adobe stellt die Untertitelung als im Abonnement enthaltene Funktion dar und wirbt damit, dass sie automatisiert und integriert arbeitet. Für die Erkennung selbst ist also kein gesondertes Kontingent nötig. Anders sieht es bei generativen Zusatzfunktionen aus, die Adobe in Premiere Pro getrennt als Premium-Funktionen führt und mit Generative Credits abrechnet. Für die reine Verschriftung und die Erzeugung von Untertiteln spielt das keine Rolle.
Wie stelle ich die Sprache eines vorhandenen Transkripts um?
Nicht als Einstellung. Über „Sequenz neu transkribieren“ im Menü der Registerkarte „Transkript“ wählst du die richtige Sprache und lässt die Erkennung noch einmal laufen. Das neue Ergebnis ersetzt das bisherige Transkript, deshalb lohnt sich die Korrektur von Eigennamen und Fachbegriffen erst, wenn die Sprache stimmt. Geht es dir dagegen um eine zweite Sprachfassung, ist nicht die Neuerkennung der richtige Weg, sondern die Übersetzung der fertigen Untertitel.
Können wir ein Transkript aus einem anderen Werkzeug übernehmen?
Ja, in beide Richtungen. Adobe nennt im Menü der Registerkarte „Transkript“ ausdrücklich einen Import für Arbeitsabläufe mit mehreren Beteiligten, bei denen ein statisches oder korrigiertes Transkript von jemand anderem kommt, und einen Export als prtranscript-, TXT- oder CSV-Datei. Fertige Untertitel lassen sich außerdem als SRT-Datei wie normales Material importieren und ins Schnittfenster ziehen, wobei Premiere Pro dafür eine neue Untertitelspur anlegt.
Wie viele Zeichen und wie viele Zeilen sind sinnvoll?
Das legt der Auftrag fest, nicht das Werkzeug. Premiere Pro lässt dich Zeichenlänge, Dauer je Zeile, Abstand zwischen den Untertiteln und die Zeilenzahl im Dialog „Untertitel erstellen“ einstellen, und Adobe bezeichnet die Vorgabe für Standarduntertitel als für die meisten Fälle geeignet. Wenn ein Sender, eine Mediathek oder eine Konzernvorgabe eigene Werte nennt, trägst du sie hier ein, bevor du erzeugst, denn eine nachträgliche Änderung bedeutet, die Untertitel neu zu erstellen.
Verlassen unsere Videos für die Übersetzung das Haus?
Für die Transkription nicht: Mit installiertem Sprachpaket läuft sie laut Adobe auf dem eigenen Rechner und auch ohne Internetverbindung. Die Übersetzung dagegen ist ein Cloud-Dienst, der Übersetzungsmodelle von Drittanbietern einsetzt. Adobe sagt dazu zu, die Dateien nur vorübergehend zu verarbeiten und nicht zum Training zu verwenden. Ob das für euer Material zulässig ist, entscheidet die eigene Datenschutzorganisation, und bei Aufnahmen mit Personenbezug gehört diese Prüfung vor die erste Übersetzung.

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