Datenmodellierung in Excel

Was ist Power Pivot?

Power Pivot ist das Datenmodell in Excel: Es lädt mehrere Tabellen nebeneinander in den Arbeitsspeicher, verknüpft sie über Beziehungen und rechnet mit eigenen Kennzahlen in der Formelsprache DAX.

Wenn eine Auswertung Auftragspositionen, Artikelstamm und Kundenstamm gleichzeitig braucht, ist das der Punkt, an dem zusammengebaute SVERWEIS-Spalten nicht mehr tragen.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Gehört zu
Microsoft Excel, als Datenmodell
Formelsprache
DAX
Braucht
Beziehungen über gemeinsame Schlüsselspalten
Verwechselt mit
Power Query und der klassischen Pivot-Tabelle

Beziehungen statt Nachschlagespalten

Ohne Datenmodell führt der Weg über Nachschlagefunktionen: Zu jeder Bestellzeile holst du dir Kundenname und Produktgruppe per Formel in die Tabelle, damit die Pivot-Tabelle danach gruppieren kann. Bei hunderttausend Zeilen wird die Datei dadurch träge und unübersichtlich.

Im Datenmodell lässt du die Tabellen, wo sie sind, und ziehst stattdessen eine Beziehung von der Kundennummer in den Bestellungen zur Kundennummer in der Kundentabelle. Danach mischst du in einer Pivot-Tabelle Felder aus beiden Tabellen, ohne eine einzige Spalte kopiert zu haben.

Eigene Kennzahlen mit DAX

Kennzahlen, im Modell Measures genannt, schreibst du einmal und verwendest sie überall. Eine Deckungsbeitragsquote als Measure liefert im Gesamtergebnis, pro Region und pro Monat jeweils den richtigen Wert, weil sie im jeweiligen Filterzusammenhang neu gerechnet wird. Eine gewöhnliche Ergebnisspalte kann das nicht, sie summiert nur, was schon dasteht.

DAX sieht auf den ersten Blick aus wie eine Excel-Formel, funktioniert aber anders: Es gibt keine Zellbezüge, sondern Spalten und Filterkontexte. Diese Umstellung im Kopf ist der eigentliche Lernaufwand, nicht die Bedienung der Oberfläche.

Grenzen und Stolpersteine

Das Modell steckt in der Arbeitsmappe und wird beim Öffnen in den Arbeitsspeicher geladen. Eine Datei mit sehr vielen Zeilen kann deshalb auf einem schwach ausgestatteten Rechner an ihre Grenze stoßen, obwohl die Zeilenzahl an sich kein Problem wäre.

Ein verbreiteter Fehler ist die Beziehung auf eine Spalte, die nicht eindeutig ist. Steht dieselbe Kundennummer mehrfach in der Kundentabelle, lehnt Excel die Beziehung ab, denn das Modell verlangt auf einer Seite einen eindeutigen Schlüssel. Eine Stammdatentabelle braucht deshalb je Schlüssel genau eine Zeile.

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Nicht verwechseln

Power Pivot und was oft damit gleichgesetzt wird

Power Pivot gegen Power Query

Power Query holt die Daten und bringt sie in Form, Power Pivot rechnet damit. In dieser Reihenfolge arbeitest du auch: erst laden und bereinigen, dann Beziehungen und Kennzahlen.

Power Pivot gegen Pivot-Tabelle

Die Pivot-Tabelle bleibt die Oberfläche, in der du das Ergebnis anordnest. Power Pivot ersetzt sie nicht, sondern erweitert ihre Datengrundlage von einer auf beliebig viele verknüpfte Tabellen.

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In der Praxis

Aus drei Listen wird eine Auswertung, ohne eine einzige Hilfsspalte

Der übliche Ausgangspunkt sind drei Exporte: Positionen, Artikel, Kunden. Ohne Datenmodell holt man sich Warengruppe und Region mit SVERWEIS in die Positionsliste, Spalte für Spalte, jeden Monat neu. Im Datenmodell legst du stattdessen einmal Beziehungen über die Schlüsselspalten an und ziehst danach Felder aus allen drei Tabellen in dieselbe Pivot-Tabelle.

Wer Zeitvergleiche rechnen will, kommt an einer eigenen Kalendertabelle nicht vorbei. Vorjahresvergleich, laufendes Jahr, gleitende Zwölfmonatswerte: Die dafür gedachten DAX-Funktionen setzen eine lückenlose Datumstabelle voraus, die auch die Tage enthält, an denen nichts gebucht wurde. Fehlt sie, kommen Zahlen heraus, die auf den ersten Blick plausibel aussehen.

Die zweite Hürde ist der Unterschied zwischen berechneter Spalte und Kennzahl. Eine berechnete Spalte rechnet einmal je Zeile beim Laden, eine Kennzahl rechnet im jeweiligen Filterzusammenhang neu. Wer eine Marge als Spalte berechnet und sie danach summiert, bekommt einen Wert, der nichts aussagt.

Power Pivot lernen

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Häufige Fragen

Ist Power Pivot in jeder Excel-Version enthalten?
Es steckt in der Windows-Fassung von Excel ab Version 2016 und muss in den Optionen meist erst als COM-Add-In aktiviert werden. In Excel für den Mac und in Excel im Browser lässt sich ein Datenmodell dagegen nicht aufbauen oder bearbeiten.
Wann lohnt der Umstieg von Nachschlagespalten auf ein Datenmodell?
Sobald du dieselbe Nachschlagespalte in mehreren Blättern pflegst oder die Datei beim Öffnen spürbar hängt. Auch wenn regelmäßig neue Monatsdateien dazukommen, ist das Modell die ruhigere Lösung.
Brauche ich Power Pivot, wenn ich ohnehin Power BI nutze?
Nicht zwingend, denn Power BI bringt denselben Motor mit. Wer das Modell in Excel verstanden hat, kann dieses Wissen aber unmittelbar weiterverwenden, Beziehungen und DAX verhalten sich dort genauso.

Passt thematisch dazu

Ob sich das Datenmodell für deine Auswertung wirklich lohnt oder eine klassische Pivot-Tabelle schneller ans Ziel führt, klärt der Vergleich an Datenmenge, Beziehungen und Aufwand .

Damit im Datenmodell überhaupt etwas zu verknüpfen ist, müssen die Zahlen aus den Einzeldateien erst zusammenkommen, und diesen Schritt beschreibt die Anleitung für den Import ganzer Ordner .

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Yves Hoppe

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