KI selbst betreiben oder aus der Cloud beziehen?
Sortier zuerst die Daten in Schutzklassen, dann beantwortet sich die Frage für jeden Anwendungsfall einzeln statt für das ganze Haus.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Die Grundsatzdebatte kostet mehr als die falsche Wahl
Die Frage kommt meist zu früh und zu grundsätzlich. Zwei Lager stehen sich gegenüber, das eine hält jede Verarbeitung außer Haus für unvertretbar, das andere hält eigenen Betrieb für Nostalgie, und beide argumentieren über alle Anwendungsfälle hinweg. Solange niemand die Daten in Klassen sortiert hat, ist die Diskussion nicht entscheidbar.
Der Preis dieser Blockade ist Zeit. Während die Grundsatzfrage läuft, arbeiten einzelne Abteilungen längst mit privaten Zugängen, weil ihre Aufgabe nicht wartet. Am Ende gibt es keine Entscheidung, aber eine Nutzung, die niemand kennt.
Teuer wird auch die Gegenrichtung. Wer Hardware beschafft, bevor eine Anwendung gemessen wurde, bindet Kapital in Geräte, die zu einem Bruchteil ausgelastet sind, und muss diese Investition anschließend gegen jede Alternative verteidigen.
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Der direkte Vergleich
Betrieb beim Cloud-Anbieter
Modell und Rechenleistung kommen als Dienst, abgerechnet je Anfrage oder je Stunde
Eigener Betrieb im Rechenzentrum
offene Modellgewichte auf gekaufter oder fest gemieteter Hardware im eigenen Zugriff
Geteilter Betrieb nach Schutzklasse
die Masse in der Cloud, die geschützten Fälle im Haus, gesteuert über ein Gateway
| Entscheidungsfrage | Betrieb beim Cloud-Anbieter | Eigener Betrieb im Rechenzentrum | Geteilter Betrieb nach Schutzklasse |
|---|---|---|---|
| Wohin gehen Daten, die das Haus nicht verlassen dürfen? | Schwäche Auch mit EU-Region und Trainingsausschluss bleibt eine Verarbeitung durch Dritte, die für die engste Schutzklasse oft nicht genehmigungsfähig ist. | Stärke Die Daten bleiben im eigenen Netz, und der Nachweis darüber ist ohne Auslegung von Vertragsklauseln führbar. | Stärke Die Einteilung entscheidet je Anfrage, damit gilt die strengste Regel nur dort, wo sie tatsächlich gebraucht wird. |
| Wie verhalten sich die Kosten bei schwankender Last? | Stärke Ihr zahlt, was ihr verbraucht. Ein Versuch mit geringer Nutzung kostet fast nichts, und ein Lastsprung wird ohne Beschaffung aufgefangen. | Schwäche Die Kosten fallen unabhängig von der Nutzung an. Eine kaum ausgelastete Karte ist der teuerste Posten im ganzen Vergleich. | Kommt darauf an Der Cloud-Anteil skaliert mit, der eigene Anteil bleibt eine feste Grundlast, die man bewusst klein halten muss. |
| Wie schnell könnt ihr auf ein neueres Modell wechseln? | Stärke Der Wechsel ist eine Konfigurationsänderung, und der Vergleich mit dem Vorgänger lässt sich am selben Tag messen. | Kommt darauf an Gewichte, Speicherbedarf, Laufzeitumgebung und Antwortzeiten sind neu zu prüfen. Machbar, aber ein geplanter Vorgang. | Kommt darauf an Der Cloud-Teil zieht sofort nach, der eigene Teil bleibt zurück. Damit driften die beiden Seiten in der Qualität auseinander. |
| Wer hält den Betrieb außerhalb der Bürozeiten am Laufen? | Stärke Verfügbarkeit und Ersatzsysteme liegen beim Anbieter und sind über die Dienstgütezusage geregelt. | Schwäche Ihr braucht Bereitschaft, ein Ersatzsystem und Leute, die eine ausgefallene Karte nachts erkennen und ersetzen können. | Kommt darauf an Nur der kleinere eigene Teil braucht Bereitschaft, dafür müsst ihr zwei Betriebswelten überwachen statt einer. |
| Wie aufwendig ist der Nachweis gegenüber einer Prüfung? | Kommt darauf an Der Nachweis ist führbar, stützt sich aber auf Verträge, Zertifikate und Zusagen des Anbieters statt auf eigene Beobachtung. | Stärke Protokolle, Zugriffe und Speicherorte liegen im eigenen Haus und lassen sich unmittelbar vorlegen. | Kommt darauf an Ihr braucht beide Nachweisketten und zusätzlich die Begründung, warum welche Anfrage welchen Weg genommen hat. |
Wohin gehen Daten, die das Haus nicht verlassen dürfen?
Auch mit EU-Region und Trainingsausschluss bleibt eine Verarbeitung durch Dritte, die für die engste Schutzklasse oft nicht genehmigungsfähig ist.
Die Daten bleiben im eigenen Netz, und der Nachweis darüber ist ohne Auslegung von Vertragsklauseln führbar.
Die Einteilung entscheidet je Anfrage, damit gilt die strengste Regel nur dort, wo sie tatsächlich gebraucht wird.
Wie verhalten sich die Kosten bei schwankender Last?
Ihr zahlt, was ihr verbraucht. Ein Versuch mit geringer Nutzung kostet fast nichts, und ein Lastsprung wird ohne Beschaffung aufgefangen.
Die Kosten fallen unabhängig von der Nutzung an. Eine kaum ausgelastete Karte ist der teuerste Posten im ganzen Vergleich.
Der Cloud-Anteil skaliert mit, der eigene Anteil bleibt eine feste Grundlast, die man bewusst klein halten muss.
Wie schnell könnt ihr auf ein neueres Modell wechseln?
Der Wechsel ist eine Konfigurationsänderung, und der Vergleich mit dem Vorgänger lässt sich am selben Tag messen.
Gewichte, Speicherbedarf, Laufzeitumgebung und Antwortzeiten sind neu zu prüfen. Machbar, aber ein geplanter Vorgang.
Der Cloud-Teil zieht sofort nach, der eigene Teil bleibt zurück. Damit driften die beiden Seiten in der Qualität auseinander.
Wer hält den Betrieb außerhalb der Bürozeiten am Laufen?
Verfügbarkeit und Ersatzsysteme liegen beim Anbieter und sind über die Dienstgütezusage geregelt.
Ihr braucht Bereitschaft, ein Ersatzsystem und Leute, die eine ausgefallene Karte nachts erkennen und ersetzen können.
Nur der kleinere eigene Teil braucht Bereitschaft, dafür müsst ihr zwei Betriebswelten überwachen statt einer.
Wie aufwendig ist der Nachweis gegenüber einer Prüfung?
Der Nachweis ist führbar, stützt sich aber auf Verträge, Zertifikate und Zusagen des Anbieters statt auf eigene Beobachtung.
Protokolle, Zugriffe und Speicherorte liegen im eigenen Haus und lassen sich unmittelbar vorlegen.
Ihr braucht beide Nachweisketten und zusätzlich die Begründung, warum welche Anfrage welchen Weg genommen hat.
Was passt wann
- Wenn eure Last schwankt und noch niemand im Haus GPU-Betrieb verantwortet
- startet in der Cloud und haltet die Anwendungen über ein Gateway wechselfähig.
- Wenn eine Datenart das Haus grundsätzlich nicht verlassen darf
- betreibt genau für diese Fälle ein kleineres offenes Modell selbst, nicht das ganze Angebot.
- Wenn eine hohe, gleichmäßige Grundlast über Jahre absehbar ist und Betriebspersonal dafür bereitsteht
- rechnet den eigenen Betrieb mit allen Nebenkosten durch, dort kippt die Rechnung tatsächlich.
Sechs Stationen bis zum Betriebsmodell
- 01 Die Daten des Anwendungsfalls werden einer Schutzklasse zugeordnet.
- 02 Der Vertrag klärt Verarbeitungsort, Supportzugriff und Trainingsausschluss.
- 03 Die erwartete Last wird geschätzt und in Kosten je Vorgang umgerechnet.
- 04 Ein Gateway leitet jede Anfrage anhand ihrer Schutzklasse an ihr Ziel.
- 05 Der eigene Betrieb bleibt auf die Fälle beschränkt, die ihn wirklich brauchen.
- 06 Nach drei Monaten zeigt die Messung, ob die Aufteilung noch stimmt.
Was du mitnimmst
Nach dieser Seite kannst du für einen konkreten Anwendungsfall begründen, wo er laufen soll, und du weißt, welche Angaben du dafür aus Vertrag, Fachbereich und Betrieb zusammenziehen musst.
Daten in Klassen sortieren
Du trennst die Masse der internen Inhalte von den wenigen besonders geschützten Fällen und führst die Diskussion nur noch über Letztere.
Verträge gezielt lesen
Du prüfst Verarbeitungsort, Protokolldaten, Supportzugriff und Trainingsausschluss einzeln, statt dich auf die Angabe einer Region zu verlassen.
Die Auslastung durchrechnen
Du weißt, dass eigene Hardware unabhängig von der Nutzung kostet, und nimmst Strom, Ersatzsystem und Betriebspersonal in die Rechnung auf.
Den Modellwechsel einplanen
Du schätzt ab, was ein Versionswechsel in beiden Betriebsformen an Arbeit auslöst, und hältst Trainingsdaten im eigenen Haus.
Das Gateway setzen
Du steuerst über eine vorgeschaltete Schicht, welche Anfrage wohin geht, und hältst diese Entscheidung nachvollziehbar im Protokoll fest.
Den Nachweis vorbereiten
Du weißt, welche Belege eine Prüfung in beiden Betriebsformen sehen will, und sammelst sie von Anfang an statt im Nachhinein.
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Trenn zuerst die Daten, dann die Systeme
Bevor du Betriebsmodelle vergleichst, brauchst du eine Einteilung eurer Daten in wenige Klassen, etwa offen, intern, vertraulich und besonders geschützt. Erst danach lässt sich sagen, welche Arbeitslast überhaupt zur Auswahl steht. Ohne diese Einteilung wird die Diskussion grundsätzlich geführt und endet bei der Haltung statt beim Fall.
Dabei zeigt sich meist, dass der größte Teil der Anwendungsfälle mit internen, aber nicht besonders schützenswerten Inhalten arbeitet: Protokolle, Entwürfe, Recherche, Zusammenfassungen. Für diese Masse ist der Streit um den Serverstandort teuer und wenig ergiebig. Übrig bleibt eine kleine Menge echter Sonderfälle, und für die lohnt sich die aufwendigere Lösung.
Was Cloud-Betrieb tatsächlich zusichert
Eine Region in der EU ist eine Aussage über den Verarbeitungsort, nicht automatisch über jeden Zugriff. Prüf getrennt: wo verarbeitet wird, wo Protokolldaten liegen, von wo aus der Support im Störungsfall zugreifen darf und wie lange Eingaben zwischengespeichert werden. Diese vier Punkte gehören in den Vertrag und nicht in eine Produktbroschüre.
Der zweite Punkt ist der Trainingsausschluss. Endkundenangebote und Unternehmensangebote desselben Anbieters unterscheiden sich häufig genau hier, und die Zusage steht im Unternehmensvertrag, nicht in der App. Wer das nicht trennt, verbietet ein Modell, das in der richtigen Bezugsform unproblematisch gewesen wäre.
Eigene Hardware rechnet sich über die Auslastung
Eine gekaufte oder fest gemietete Beschleunigerkarte kostet dasselbe, ob sie zu fünf oder zu achtzig Prozent ausgelastet ist. Die Cloud rechnet dagegen je Anfrage oder je Stunde ab. Daraus folgt die eigentliche Rechnung: Ab welcher gleichmäßigen Grundlast liegt der eigene Betrieb unter den laufenden Kosten der Cloud, und wie sicher ist diese Grundlast über die Abschreibungsdauer?
In die eigene Rechnung gehören die Posten, die im Angebotspreis der Hardware nicht auftauchen: Strom und Kühlung, Stellplatz, ein zweites System für Ausfälle, Aktualisierung von Treibern und Laufzeitumgebung und vor allem Personal, das den Betrieb übernehmen kann. Der letzte Posten ist am Markt der knappste und wird beim ersten Überschlag fast immer vergessen.
Beschaffung braucht außerdem Vorlauf. Wer eine Anwendung zunächst mit gemieteter Rechenzeit erprobt, kann sie später verlagern. Wer umgekehrt auf gekaufte Hardware wartet, hält das ganze Vorhaben so lange an.
Der Modellwechsel ist der unterschätzte Unterschied
In der Cloud ist ein neueres Modell eine Zeile in der Konfiguration. Im eigenen Betrieb bedeutet dasselbe: Gewichte laden, Speicherbedarf prüfen, Laufzeitumgebung aktualisieren, Antwortzeiten neu messen und die Anweisungen nachziehen. Das ist alles machbar, aber es ist ein Vorgang mit Termin und Verantwortlicher, keine Einstellung.
Feinabgestimmte Modelle verschärfen das. Sie hängen an einer Modellversion, und wenn diese abgelöst wird, ist die Feinabstimmung zu wiederholen. Halte deshalb Trainingsdatensatz und Aufbereitungsschritte versioniert im eigenen Haus, unabhängig davon, wo trainiert wurde.
Der geteilte Betrieb ist kein Kompromiss aus Feigheit
Die tragfähigste Aufteilung verläuft an der Schutzklasse: Die Masse der Aufgaben läuft beim Cloud-Anbieter, die wenigen Fälle mit besonders geschützten Daten laufen auf eigenen Systemen mit einem kleineren Modell. Ein vorgeschaltetes Gateway entscheidet anhand der Klassifizierung, wohin eine Anfrage geht, und hält diese Entscheidung im Protokoll fest.
Damit daraus nicht zwei getrennte Welten werden, braucht es gemeinsame Punkte: eine Schnittstelle für alle Anwendungen, ein einheitliches Protokollformat und dieselben Anweisungen, soweit die Modelle das hergeben. Wo zwei Teams zwei Betriebswelten getrennt pflegen, entstehen genau die Kosten, die man mit der Aufteilung sparen wollte.
Dazu passende Kurse
Ob ihr den eigenen Betrieb überhaupt stemmen könnt, entscheidet sich am Personal, und dafür gibt es die Kurse für Entwicklung und Administration im KI-Umfeld .
Wer sich für die Cloud entscheidet, steht als Nächstes vor der Frage, wie sich die Plattformen der großen Anbieter im Betrieb unterscheiden .
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Die Inhalte wurden sehr gut vermittelt und Fragen wurden perfekt beantwortet.
Marco ist ein extrem guter Trainer, der mit seinem Fachwissen zum Thema KI sehr viel Expertise mitbringt.
Seminarleiter war sehr gut vorbereitet, Den Lehrstoff hat er ausführlich und praxisorientiert vorgetragen.
Häufige Fragen
Ist die Cloud datenschutzrechtlich grundsätzlich das Problem?
Welche Modellgröße brauchen wir für den eigenen Betrieb?
Umgehen wir mit eigenem Betrieb den Rechtsrahmen für KI?
Was bringt eine dedizierte Umgebung beim Cloud-Anbieter?
Passt thematisch dazu
Sobald ihr eigene Modelle im Container betreibt, stellt sich dieselbe Frage eine Ebene tiefer, und die Gegenrechnung zwischen verwaltetem Cluster und eigenem Betrieb liefert die Zahlen dazu.
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Yves Hoppe
Weiterbildung & Beratung
Hilft dir, aus dem KI-Programm den passenden Kurs für deinen Stand zu finden.
Norbert Jansen
Beratung & Inhouse
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Die Entscheidung ist nur so gut wie die Leute, die sie danach betreiben
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