Betriebsmodell entscheiden

KI selbst betreiben oder aus der Cloud beziehen?

Sortier zuerst die Daten in Schutzklassen, dann beantwortet sich die Frage für jeden Anwendungsfall einzeln statt für das ganze Haus.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Seit 1997 am Markt Kleine Gruppen Präsenz und Live-Online Zertifizierte Trainer
Worum es geht

Die Grundsatzdebatte kostet mehr als die falsche Wahl

Die Frage kommt meist zu früh und zu grundsätzlich. Zwei Lager stehen sich gegenüber, das eine hält jede Verarbeitung außer Haus für unvertretbar, das andere hält eigenen Betrieb für Nostalgie, und beide argumentieren über alle Anwendungsfälle hinweg. Solange niemand die Daten in Klassen sortiert hat, ist die Diskussion nicht entscheidbar.

Der Preis dieser Blockade ist Zeit. Während die Grundsatzfrage läuft, arbeiten einzelne Abteilungen längst mit privaten Zugängen, weil ihre Aufgabe nicht wartet. Am Ende gibt es keine Entscheidung, aber eine Nutzung, die niemand kennt.

Teuer wird auch die Gegenrichtung. Wer Hardware beschafft, bevor eine Anwendung gemessen wurde, bindet Kapital in Geräte, die zu einem Bruchteil ausgelastet sind, und muss diese Investition anschließend gegen jede Alternative verteidigen.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Der direkte Vergleich

Der direkte Vergleich

Betrieb beim Cloud-Anbieter

Modell und Rechenleistung kommen als Dienst, abgerechnet je Anfrage oder je Stunde

Eigener Betrieb im Rechenzentrum

offene Modellgewichte auf gekaufter oder fest gemieteter Hardware im eigenen Zugriff

Geteilter Betrieb nach Schutzklasse

die Masse in der Cloud, die geschützten Fälle im Haus, gesteuert über ein Gateway

Wohin gehen Daten, die das Haus nicht verlassen dürfen?

Betrieb beim Cloud-Anbieter

Auch mit EU-Region und Trainingsausschluss bleibt eine Verarbeitung durch Dritte, die für die engste Schutzklasse oft nicht genehmigungsfähig ist.

Eigener Betrieb im Rechenzentrum

Die Daten bleiben im eigenen Netz, und der Nachweis darüber ist ohne Auslegung von Vertragsklauseln führbar.

Geteilter Betrieb nach Schutzklasse

Die Einteilung entscheidet je Anfrage, damit gilt die strengste Regel nur dort, wo sie tatsächlich gebraucht wird.

Wie verhalten sich die Kosten bei schwankender Last?

Betrieb beim Cloud-Anbieter

Ihr zahlt, was ihr verbraucht. Ein Versuch mit geringer Nutzung kostet fast nichts, und ein Lastsprung wird ohne Beschaffung aufgefangen.

Eigener Betrieb im Rechenzentrum

Die Kosten fallen unabhängig von der Nutzung an. Eine kaum ausgelastete Karte ist der teuerste Posten im ganzen Vergleich.

Geteilter Betrieb nach Schutzklasse

Der Cloud-Anteil skaliert mit, der eigene Anteil bleibt eine feste Grundlast, die man bewusst klein halten muss.

Wie schnell könnt ihr auf ein neueres Modell wechseln?

Betrieb beim Cloud-Anbieter

Der Wechsel ist eine Konfigurationsänderung, und der Vergleich mit dem Vorgänger lässt sich am selben Tag messen.

Eigener Betrieb im Rechenzentrum

Gewichte, Speicherbedarf, Laufzeitumgebung und Antwortzeiten sind neu zu prüfen. Machbar, aber ein geplanter Vorgang.

Geteilter Betrieb nach Schutzklasse

Der Cloud-Teil zieht sofort nach, der eigene Teil bleibt zurück. Damit driften die beiden Seiten in der Qualität auseinander.

Wer hält den Betrieb außerhalb der Bürozeiten am Laufen?

Betrieb beim Cloud-Anbieter

Verfügbarkeit und Ersatzsysteme liegen beim Anbieter und sind über die Dienstgütezusage geregelt.

Eigener Betrieb im Rechenzentrum

Ihr braucht Bereitschaft, ein Ersatzsystem und Leute, die eine ausgefallene Karte nachts erkennen und ersetzen können.

Geteilter Betrieb nach Schutzklasse

Nur der kleinere eigene Teil braucht Bereitschaft, dafür müsst ihr zwei Betriebswelten überwachen statt einer.

Wie aufwendig ist der Nachweis gegenüber einer Prüfung?

Betrieb beim Cloud-Anbieter

Der Nachweis ist führbar, stützt sich aber auf Verträge, Zertifikate und Zusagen des Anbieters statt auf eigene Beobachtung.

Eigener Betrieb im Rechenzentrum

Protokolle, Zugriffe und Speicherorte liegen im eigenen Haus und lassen sich unmittelbar vorlegen.

Geteilter Betrieb nach Schutzklasse

Ihr braucht beide Nachweisketten und zusätzlich die Begründung, warum welche Anfrage welchen Weg genommen hat.

Was passt wann

Wenn eure Last schwankt und noch niemand im Haus GPU-Betrieb verantwortet
startet in der Cloud und haltet die Anwendungen über ein Gateway wechselfähig.
Wenn eine Datenart das Haus grundsätzlich nicht verlassen darf
betreibt genau für diese Fälle ein kleineres offenes Modell selbst, nicht das ganze Angebot.
Wenn eine hohe, gleichmäßige Grundlast über Jahre absehbar ist und Betriebspersonal dafür bereitsteht
rechnet den eigenen Betrieb mit allen Nebenkosten durch, dort kippt die Rechnung tatsächlich.

Sechs Stationen bis zum Betriebsmodell

  1. 01 Die Daten des Anwendungsfalls werden einer Schutzklasse zugeordnet.
  2. 02 Der Vertrag klärt Verarbeitungsort, Supportzugriff und Trainingsausschluss.
  3. 03 Die erwartete Last wird geschätzt und in Kosten je Vorgang umgerechnet.
  4. 04 Ein Gateway leitet jede Anfrage anhand ihrer Schutzklasse an ihr Ziel.
  5. 05 Der eigene Betrieb bleibt auf die Fälle beschränkt, die ihn wirklich brauchen.
  6. 06 Nach drei Monaten zeigt die Messung, ob die Aufteilung noch stimmt.
Was du mitnimmst

Was du mitnimmst

Nach dieser Seite kannst du für einen konkreten Anwendungsfall begründen, wo er laufen soll, und du weißt, welche Angaben du dafür aus Vertrag, Fachbereich und Betrieb zusammenziehen musst.

Daten in Klassen sortieren

Du trennst die Masse der internen Inhalte von den wenigen besonders geschützten Fällen und führst die Diskussion nur noch über Letztere.

Verträge gezielt lesen

Du prüfst Verarbeitungsort, Protokolldaten, Supportzugriff und Trainingsausschluss einzeln, statt dich auf die Angabe einer Region zu verlassen.

Die Auslastung durchrechnen

Du weißt, dass eigene Hardware unabhängig von der Nutzung kostet, und nimmst Strom, Ersatzsystem und Betriebspersonal in die Rechnung auf.

Den Modellwechsel einplanen

Du schätzt ab, was ein Versionswechsel in beiden Betriebsformen an Arbeit auslöst, und hältst Trainingsdaten im eigenen Haus.

Das Gateway setzen

Du steuerst über eine vorgeschaltete Schicht, welche Anfrage wohin geht, und hältst diese Entscheidung nachvollziehbar im Protokoll fest.

Den Nachweis vorbereiten

Du weißt, welche Belege eine Prüfung in beiden Betriebsformen sehen will, und sammelst sie von Anfang an statt im Nachhinein.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt

Trenn zuerst die Daten, dann die Systeme

Bevor du Betriebsmodelle vergleichst, brauchst du eine Einteilung eurer Daten in wenige Klassen, etwa offen, intern, vertraulich und besonders geschützt. Erst danach lässt sich sagen, welche Arbeitslast überhaupt zur Auswahl steht. Ohne diese Einteilung wird die Diskussion grundsätzlich geführt und endet bei der Haltung statt beim Fall.

Dabei zeigt sich meist, dass der größte Teil der Anwendungsfälle mit internen, aber nicht besonders schützenswerten Inhalten arbeitet: Protokolle, Entwürfe, Recherche, Zusammenfassungen. Für diese Masse ist der Streit um den Serverstandort teuer und wenig ergiebig. Übrig bleibt eine kleine Menge echter Sonderfälle, und für die lohnt sich die aufwendigere Lösung.

Was Cloud-Betrieb tatsächlich zusichert

Eine Region in der EU ist eine Aussage über den Verarbeitungsort, nicht automatisch über jeden Zugriff. Prüf getrennt: wo verarbeitet wird, wo Protokolldaten liegen, von wo aus der Support im Störungsfall zugreifen darf und wie lange Eingaben zwischengespeichert werden. Diese vier Punkte gehören in den Vertrag und nicht in eine Produktbroschüre.

Der zweite Punkt ist der Trainingsausschluss. Endkundenangebote und Unternehmensangebote desselben Anbieters unterscheiden sich häufig genau hier, und die Zusage steht im Unternehmensvertrag, nicht in der App. Wer das nicht trennt, verbietet ein Modell, das in der richtigen Bezugsform unproblematisch gewesen wäre.

Eigene Hardware rechnet sich über die Auslastung

Eine gekaufte oder fest gemietete Beschleunigerkarte kostet dasselbe, ob sie zu fünf oder zu achtzig Prozent ausgelastet ist. Die Cloud rechnet dagegen je Anfrage oder je Stunde ab. Daraus folgt die eigentliche Rechnung: Ab welcher gleichmäßigen Grundlast liegt der eigene Betrieb unter den laufenden Kosten der Cloud, und wie sicher ist diese Grundlast über die Abschreibungsdauer?

In die eigene Rechnung gehören die Posten, die im Angebotspreis der Hardware nicht auftauchen: Strom und Kühlung, Stellplatz, ein zweites System für Ausfälle, Aktualisierung von Treibern und Laufzeitumgebung und vor allem Personal, das den Betrieb übernehmen kann. Der letzte Posten ist am Markt der knappste und wird beim ersten Überschlag fast immer vergessen.

Beschaffung braucht außerdem Vorlauf. Wer eine Anwendung zunächst mit gemieteter Rechenzeit erprobt, kann sie später verlagern. Wer umgekehrt auf gekaufte Hardware wartet, hält das ganze Vorhaben so lange an.

Der Modellwechsel ist der unterschätzte Unterschied

In der Cloud ist ein neueres Modell eine Zeile in der Konfiguration. Im eigenen Betrieb bedeutet dasselbe: Gewichte laden, Speicherbedarf prüfen, Laufzeitumgebung aktualisieren, Antwortzeiten neu messen und die Anweisungen nachziehen. Das ist alles machbar, aber es ist ein Vorgang mit Termin und Verantwortlicher, keine Einstellung.

Feinabgestimmte Modelle verschärfen das. Sie hängen an einer Modellversion, und wenn diese abgelöst wird, ist die Feinabstimmung zu wiederholen. Halte deshalb Trainingsdatensatz und Aufbereitungsschritte versioniert im eigenen Haus, unabhängig davon, wo trainiert wurde.

Der geteilte Betrieb ist kein Kompromiss aus Feigheit

Die tragfähigste Aufteilung verläuft an der Schutzklasse: Die Masse der Aufgaben läuft beim Cloud-Anbieter, die wenigen Fälle mit besonders geschützten Daten laufen auf eigenen Systemen mit einem kleineren Modell. Ein vorgeschaltetes Gateway entscheidet anhand der Klassifizierung, wohin eine Anfrage geht, und hält diese Entscheidung im Protokoll fest.

Damit daraus nicht zwei getrennte Welten werden, braucht es gemeinsame Punkte: eine Schnittstelle für alle Anwendungen, ein einheitliches Protokollformat und dieselben Anweisungen, soweit die Modelle das hergeben. Wo zwei Teams zwei Betriebswelten getrennt pflegen, entstehen genau die Kosten, die man mit der Aufteilung sparen wollte.

Dazu passende Kurse

Ob ihr den eigenen Betrieb überhaupt stemmen könnt, entscheidet sich am Personal, und dafür gibt es die Kurse für Entwicklung und Administration im KI-Umfeld .

Wer sich für die Cloud entscheidet, steht als Nächstes vor der Frage, wie sich die Plattformen der großen Anbieter im Betrieb unterscheiden .

Wissen prüfen

Wie sicher bist du beim Thema wirklich?

Lesen fühlt sich schnell nach Können an. Ein kurzer Test zeigt dir, was davon schon sitzt und wo sich ein Kurs lohnt. Kostenlos, ohne Anmeldung, mit einer Erklärung zu jeder Antwort.

Die Inhalte wurden sehr gut vermittelt und Fragen wurden perfekt beantwortet.
LLM Security: Injections erkennen & abwehren
Marco ist ein extrem guter Trainer, der mit seinem Fachwissen zum Thema KI sehr viel Expertise mitbringt.
KI Data Science: Datenanalyse Grundkurs
Seminarleiter war sehr gut vorbereitet, Den Lehrstoff hat er ausführlich und praxisorientiert vorgetragen.
ChatGPT Aufbaukurs: Datenanalyse, Automatisierung und Workflows

Häufige Fragen

Ist die Cloud datenschutzrechtlich grundsätzlich das Problem?
Nein. Verantwortlich für die Verarbeitung bleibt ihr in beiden Fällen, und die Frage ist nicht der Ort, sondern die Grundlage: Auftragsverarbeitungsvertrag, Zweckbindung, Löschfristen, Trainingsausschluss und die Regelung des Supportzugriffs. Eigener Betrieb macht den Nachweis einfacher, ersetzt die Prüfung aber nicht.
Welche Modellgröße brauchen wir für den eigenen Betrieb?
Das entscheidet die Aufgabe und nicht der Wunsch nach Reserve. Einordnen, Extrahieren und Zusammenfassen auf euren eigenen Dokumenten gelingt oft schon mit kleineren offenen Modellen, während freies Formulieren auf hohem Niveau die größeren verlangt. Miss das an eurer Testmenge, bevor Hardware bestellt wird.
Umgehen wir mit eigenem Betrieb den Rechtsrahmen für KI?
Nein. Die Pflichten aus der KI-Verordnung knüpfen an Zweck und Rolle an, nicht daran, wo die Hardware steht. Ein Bewerbungsvorfilter im eigenen Rechenzentrum wird genauso eingestuft wie derselbe Vorfilter beim Cloud-Anbieter.
Was bringt eine dedizierte Umgebung beim Cloud-Anbieter?
Sie reduziert die geteilte Nutzung mit anderen Kunden und kann Antwortzeiten stabiler machen, ändert aber nichts an der Verantwortlichkeit und wenig an der Vertragsprüfung. Behandelt sie als Variante des Cloud-Betriebs mit anderem Preismodell, nicht als Zwischenstufe zum eigenen Rechenzentrum.

Passt thematisch dazu

Sobald ihr eigene Modelle im Container betreibt, stellt sich dieselbe Frage eine Ebene tiefer, und die Gegenrechnung zwischen verwaltetem Cluster und eigenem Betrieb liefert die Zahlen dazu.

Persönlich für dich da

Deine Ansprechpartner

Du bist dir nicht sicher, welcher Kurs oder welches Level zu dir passt? Wir beraten dich persönlich und kostenlos.

Yves Hoppe

Yves Hoppe

Weiterbildung & Beratung

Hilft dir, aus dem KI-Programm den passenden Kurs für deinen Stand zu finden.

Norbert Jansen

Norbert Jansen

Beratung & Inhouse

Plant mit dir Inhouse-Trainings, die auf eure Abläufe und euren Datenbestand zugeschnitten sind.

Die Entscheidung ist nur so gut wie die Leute, die sie danach betreiben

Bei cmt planst du Infrastruktur für KI an durchgerechneten Aufbauten, sicherst sie ab und hältst sie dauerhaft im Betrieb.