Ein Modell für alles gibt es nicht
Das stärkste Modell ist selten das richtige. Sechs Fragen führen zu einer Auswahl, die Sprachqualität, Datenschutz und Kosten gegeneinander abwägt.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Die Auswahl scheitert selten am Modell, sondern am fehlenden Maßstab
Die Frage kommt meist aus einer Sitzung heraus, in der zwei Namen gefallen sind und niemand begründen kann, warum der eine besser passt. Was fehlt, ist kein Fachwissen über Architekturen, sondern eine Liste eurer tatsächlichen Anwendungsfälle mit der Angabe, welche Daten darin vorkommen und wer die Ausgabe am Ende verantwortet.
Wer ohne diesen Maßstab entscheidet, zahlt zweimal. Zuerst dafür, dass ein teures Modell Aufgaben erledigt, die ein günstigeres genauso gut kann. Und danach für den Umbau, wenn die Rechtsabteilung feststellt, dass Personaldaten über einen Vertrag verarbeitet wurden, zu dem es keine Auftragsverarbeitung gibt.
Der dritte Posten fällt später an. Anwendungen, die direkt gegen das Entwicklungspaket eines Anbieters geschrieben sind, lassen sich nicht in einer Woche umstellen, wenn sich Preisliste oder Vertragslage ändern.
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Der direkte Vergleich
Großes Modell aus der Anbieter-Cloud
das stärkste verfügbare Modell, bezogen über den Unternehmensvertrag eines Anbieters
Kleines Modell für Massenaufgaben
ein deutlich günstigeres Modell für gleichförmige Vorgänge in hoher Stückzahl
Modell mit offenen Gewichten
frei verfügbare Gewichte, betrieben auf eigener oder fest gemieteter Hardware
| Entscheidungsfrage | Großes Modell aus der Anbieter-Cloud | Kleines Modell für Massenaufgaben | Modell mit offenen Gewichten |
|---|---|---|---|
| Wie gut trägt das Modell einen deutschen Fachtext, den am Ende Kundschaft liest? | Stärke Hält Anredeform und Fachbegriffe über längere Texte hinweg am zuverlässigsten durch und braucht am wenigsten Nacharbeit. | Kommt darauf an Formuliert brauchbar, verliert bei längeren Texten aber eher den Ton und greift zu Standardwendungen, die auffallen. | Kommt darauf an Die Spanne ist groß, und das Deutsche ist bei vielen offenen Modellen schwächer trainiert als das Englische. Ohne eigenen Test bleibt es Glückssache. |
| Was passiert mit den Daten, die in die Anfrage gehen? | Kommt darauf an Auftragsverarbeitung, Trainingsausschluss und Verarbeitungsregion sind vertraglich regelbar, es bleibt aber eine Verarbeitung durch Dritte. | Kommt darauf an Rechtlich gilt dasselbe wie beim großen Modell, sofern es über denselben Vertrag bezogen wird. Über ein Endkundenabo gilt es nicht. | Stärke Im eigenen Betrieb verlassen die Eingaben das Haus nicht, und der Nachweis darüber ist ohne Vertragsauslegung führbar. |
| Wie verhalten sich die Kosten, wenn aus dem Versuch tausend Vorgänge am Tag werden? | Schwäche Die Kosten wachsen linear mit der Menge, und genau hier fällt der höhere Tokenverbrauch deutscher Texte spürbar ins Gewicht. | Stärke Der Preis je Vorgang liegt um ein Vielfaches niedriger, und bei gleichförmigen Aufgaben ist der Qualitätsabstand oft nicht messbar. | Kommt darauf an Die laufenden Kosten sind gedeckelt, die feste Grundlast fällt aber auch dann an, wenn wenig läuft. |
| Wie schnell kommt die erste Ausgabe bei einer Anwendung, in der jemand wartet? | Kommt darauf an Für einen Entwurf ist die Wartezeit unkritisch, für eine Eingabemaske, die mitschreibt, wird sie störend. | Stärke Antwortet schnell genug, dass es sich in laufende Eingaben einbetten lässt, und verträgt viele gleichzeitige Anfragen. | Kommt darauf an Im eigenen Netz entfällt der Weg nach außen, dafür hängt alles an der Hardware und daran, wie viele gleichzeitig arbeiten. |
| Wie aufwendig ist es, das Modell in einem Jahr abzulösen? | Kommt darauf an Der Wechsel ist eine Konfiguration, sofern eine Zwischenschicht existiert. Ohne sie steckt der Anbieter im Quelltext. | Stärke Gleichförmige Aufgaben mit festem Ausgabeschema lassen sich am leichtesten auf ein anderes Modell umstellen und nachmessen. | Stärke Eine einmal beschaffte Version bleibt verfügbar, auch wenn ein Anbieter sein Angebot ändert. Ihr entscheidet über den Zeitpunkt. |
| Wer kann das im Haus betreiben? | Stärke Es braucht Zugangsverwaltung und Kostenkontrolle, aber keine Kenntnisse über Beschleunigerkarten und Laufzeitumgebungen. | Stärke Über denselben Weg bezogen, entsteht kein zusätzlicher Betriebsaufwand gegenüber dem großen Modell. | Schwäche Hier braucht ihr Leute, die Hardware, Laufzeitumgebung und Aktualisierungen verantworten. Das ist die knappste Ressource im Vergleich. |
Wie gut trägt das Modell einen deutschen Fachtext, den am Ende Kundschaft liest?
Hält Anredeform und Fachbegriffe über längere Texte hinweg am zuverlässigsten durch und braucht am wenigsten Nacharbeit.
Formuliert brauchbar, verliert bei längeren Texten aber eher den Ton und greift zu Standardwendungen, die auffallen.
Die Spanne ist groß, und das Deutsche ist bei vielen offenen Modellen schwächer trainiert als das Englische. Ohne eigenen Test bleibt es Glückssache.
Was passiert mit den Daten, die in die Anfrage gehen?
Auftragsverarbeitung, Trainingsausschluss und Verarbeitungsregion sind vertraglich regelbar, es bleibt aber eine Verarbeitung durch Dritte.
Rechtlich gilt dasselbe wie beim großen Modell, sofern es über denselben Vertrag bezogen wird. Über ein Endkundenabo gilt es nicht.
Im eigenen Betrieb verlassen die Eingaben das Haus nicht, und der Nachweis darüber ist ohne Vertragsauslegung führbar.
Wie verhalten sich die Kosten, wenn aus dem Versuch tausend Vorgänge am Tag werden?
Die Kosten wachsen linear mit der Menge, und genau hier fällt der höhere Tokenverbrauch deutscher Texte spürbar ins Gewicht.
Der Preis je Vorgang liegt um ein Vielfaches niedriger, und bei gleichförmigen Aufgaben ist der Qualitätsabstand oft nicht messbar.
Die laufenden Kosten sind gedeckelt, die feste Grundlast fällt aber auch dann an, wenn wenig läuft.
Wie schnell kommt die erste Ausgabe bei einer Anwendung, in der jemand wartet?
Für einen Entwurf ist die Wartezeit unkritisch, für eine Eingabemaske, die mitschreibt, wird sie störend.
Antwortet schnell genug, dass es sich in laufende Eingaben einbetten lässt, und verträgt viele gleichzeitige Anfragen.
Im eigenen Netz entfällt der Weg nach außen, dafür hängt alles an der Hardware und daran, wie viele gleichzeitig arbeiten.
Wie aufwendig ist es, das Modell in einem Jahr abzulösen?
Der Wechsel ist eine Konfiguration, sofern eine Zwischenschicht existiert. Ohne sie steckt der Anbieter im Quelltext.
Gleichförmige Aufgaben mit festem Ausgabeschema lassen sich am leichtesten auf ein anderes Modell umstellen und nachmessen.
Eine einmal beschaffte Version bleibt verfügbar, auch wenn ein Anbieter sein Angebot ändert. Ihr entscheidet über den Zeitpunkt.
Wer kann das im Haus betreiben?
Es braucht Zugangsverwaltung und Kostenkontrolle, aber keine Kenntnisse über Beschleunigerkarten und Laufzeitumgebungen.
Über denselben Weg bezogen, entsteht kein zusätzlicher Betriebsaufwand gegenüber dem großen Modell.
Hier braucht ihr Leute, die Hardware, Laufzeitumgebung und Aktualisierungen verantworten. Das ist die knappste Ressource im Vergleich.
Was passt wann
- Wenn ein Mensch jede Ausgabe liest und verantwortet, die Menge also überschaubar bleibt
- nimm das stärkste Modell aus dem Unternehmensvertrag und spar dir die Optimierung.
- Wenn derselbe Vorgang tausendfach am Tag läuft und die Ausgabe einem festen Schema folgt
- nimm ein kleines Modell und steck die Arbeit in Anweisung, Schema und Messung.
- Wenn eine Datenart das Haus grundsätzlich nicht verlassen darf
- nimm für genau diese Fälle ein offenes Modell im eigenen Betrieb, nicht für alles.
Sechs Fragen bis zur Modellentscheidung
- 01 Welche Daten kommen im Anwendungsfall vor, und wer verantwortet die Ausgabe?
- 02 Liest ein Mensch jede Antwort, oder läuft der Vorgang unbeaufsichtigt durch?
- 03 Erlaubt der Vertrag die Verarbeitung dieser Daten in dieser Bezugsform?
- 04 Trägt das Modell eure deutsche Fachsprache ohne ständige Nacharbeit?
- 05 Was kostet ein Vorgang, hochgerechnet auf die erwartete Menge?
- 06 Welches Modell übernimmt, wenn das erste ausfällt oder abgekündigt wird?
Was du mitnimmst
Nach dieser Seite kannst du eine Modellentscheidung begründen, ohne dich auf fremde Ranglisten zu stützen, und du weißt, welche Messung du dafür im eigenen Haus aufsetzt.
Aufgaben sortieren
Du teilst eure Anwendungsfälle in Textarbeit, Massenverarbeitung und Arbeit auf eigenen Dokumenten und weißt, welche Gruppe welches Kaliber braucht.
Eigene Testmenge bauen
Du legst dreißig bis fünfzig echte Vorgänge mit erwarteter Antwort an und misst damit jedes Modell unter denselben Bedingungen.
Vier Zahlen vergleichen
Du bewertest Trefferquote, Formattreue, Zeit bis zur ersten Ausgabe und Kosten je Vorgang, statt dich auf einen Gesamteindruck zu verlassen.
Die Vertragsebene trennen
Du klärst Auftragsverarbeitung, Trainingsausschluss und Verarbeitungsregion, bevor jemand Zeit in Anweisungen steckt.
Deutsch gesondert prüfen
Du testest Fachsprache, Anredeform und den Umgang mit Komposita und rechnest den höheren Tokenverbrauch deutscher Texte in die Kosten ein.
Ein Portfolio führen
Du legst je Aufgabengruppe ein zuständiges Modell und ein Ersatzmodell fest, statt eine einzige Entscheidung für alles zu treffen.
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Die Aufgabe bestimmt das Kaliber, nicht der Anbietername
Sortier eure Anwendungsfälle vor der Modellfrage in drei Gruppen: Texte, die ein Mensch am Ende liest und verantwortet, Massenverarbeitung ohne menschliche Zwischenstufe, und alles, was auf euren eigenen Dokumenten arbeitet. Jede Gruppe stellt andere Anforderungen, und nur die erste braucht wirklich das stärkste verfügbare Modell.
Bei der Massenverarbeitung dreht sich das Bild. Wenn eine Anfrage tausendfach am Tag läuft, entscheidet nicht die letzte Nuance im Ausdruck, sondern ob die Ausgabe zuverlässig dem geforderten Format folgt und was ein Durchlauf kostet. Ein kleineres Modell mit präziser Anweisung und festem Ausgabeschema schlägt hier regelmäßig das große, das zu jeder Frage einen Aufsatz schreiben will.
Deutsch ist ein eigenes Kriterium
Modelle werden überwiegend an englischsprachigem Material gemessen, und die Ergebnisse übertragen sich nicht eins zu eins. Prüf die deutsche Fachsprache selbst: Behördendeutsch, lange zusammengesetzte Wörter, ob die Anredeform über einen längeren Text hinweg stabil bleibt und ob eure Branchenbegriffe stehen bleiben, statt eingedeutscht oder übersetzt zu werden.
Dazu kommt ein Kostenaspekt, den man leicht übersieht. Deutsche Texte zerfallen bei den meisten Modellen in mehr Token als die englische Entsprechung desselben Inhalts. Der Grund liegt im Vokabular: Es wurde überwiegend an englischem Material gebildet, deutsche Komposita und Beugungsformen werden deshalb in mehr Teile zerlegt. Abgerechnet wird je Token, also ist derselbe Vorgang auf Deutsch teurer, als der Testlauf auf Englisch vermuten lässt.
Datenschutz ist eine Vertragsfrage, keine Modellfrage
Ob ein Modell für Personal- oder Kundendaten infrage kommt, hängt fast nie am Modell selbst, sondern am Vertrag darunter. Entscheidend sind drei Punkte: ein Auftragsverarbeitungsvertrag, eine belastbare Zusage, dass Eingaben nicht ins Training fließen, und die Frage, in welcher Region verarbeitet wird und wer von wo aus im Störungsfall zugreifen darf.
Dasselbe Modell kann deshalb in der einen Bezugsform ausgeschlossen und in der anderen unproblematisch sein, etwa als Endkundenabo gegenüber demselben Modell über den Unternehmensvertrag eines Cloud-Anbieters. Klär diese Ebene, bevor jemand Zeit in Anweisungen investiert, sonst wird eine funktionierende Lösung nachträglich zurückgebaut.
Bewerte an euren eigenen Fällen, nicht an Ranglisten
Leg eine Testmenge aus dreißig bis fünfzig echten Vorgängen an, jeweils mit der Antwort, die du erwartet hättest. Das kostet einen Tag und ist die einzige Messung, die für euch gilt. Öffentliche Ranglisten sagen wenig darüber, wie ein Modell mit euren Abkürzungen, eurem Tonfall und euren Sonderfällen umgeht.
Lass dieselbe Testmenge gegen jedes Modell laufen und miss vier Dinge: Trefferquote gegen die erwartete Antwort, Formattreue bei strukturierten Ausgaben, Zeit bis zur ersten Ausgabe und Kosten je Vorgang. Wiederhol den Lauf nach jedem Modellwechsel, dann hast du eine Vergleichszahl statt eines Eindrucks aus der Erinnerung.
Fixier in der Anwendung eine konkrete Modellversion statt eines Alias, der immer auf das Neueste zeigt. Sonst ändert sich das Verhalten eurer Anwendung, ohne dass jemand etwas verändert hat, und die Ursachensuche beginnt im eigenen Quelltext statt beim Anbieter.
Zwei bis drei Modelle sind kein Versäumnis
Ein Portfolio klingt nach Mehraufwand, ist aber meist die einfachere Lösung, sobald eine Zwischenschicht davor sitzt. Die Anwendungen sprechen dann gegen eine Schnittstelle, und welches Modell antwortet, steht in der Konfiguration. Damit wird der Wechsel zur Einstellung statt zum Vorhaben mit eigenem Termin.
Für die Auswahl heißt das: Du entscheidest nicht einmal und für alles, sondern legst je Aufgabengruppe fest, welches Modell zuständig ist, und benennst ein Ersatzmodell. Wenn ein Anbieter ausfällt, die Preise anzieht oder eine Version abkündigt, habt ihr bereits gemessen, was die Alternative kann.
Dazu passende Kurse
Wer beim Vergleich nur zwischen zwei amerikanischen Anbietern wählt, übersieht die Hälfte des Feldes, und genau dort setzen die Kurse zu Modellen abseits der großen US-Anbieter an.
Sobald Personendaten im Spiel sind, entscheidet nicht nur die Qualität, sondern auch, welche Auflagen an der Auswahl hängen .
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Die Inhalte wurden sehr gut vermittelt und Fragen wurden perfekt beantwortet.
Marco ist ein extrem guter Trainer, der mit seinem Fachwissen zum Thema KI sehr viel Expertise mitbringt.
Seminarleiter war sehr gut vorbereitet, Den Lehrstoff hat er ausführlich und praxisorientiert vorgetragen.
Häufige Fragen
Reicht nicht einfach das Modell, das gerade an der Spitze der Ranglisten steht?
Wie oft sollten wir die Auswahl überprüfen?
Brauchen wir ein Modell mit offenen Gewichten, um datenschutzkonform zu arbeiten?
Sollten wir ein Modell feinabstimmen, statt lange zu vergleichen?
Deine Ansprechpartner
Du bist dir nicht sicher, welcher Kurs oder welches Level zu dir passt? Wir beraten dich persönlich und kostenlos.
Yves Hoppe
Weiterbildung & Beratung
Hilft dir, aus dem KI-Programm den passenden Kurs für deinen Stand zu finden.
Norbert Jansen
Beratung & Inhouse
Plant mit dir Inhouse-Trainings, die auf eure Abläufe und euren Datenbestand zugeschnitten sind.
Die Auswahl hält länger, wenn du mehr als zwei Anbieter kennst
Bei cmt arbeitest du die Modellfamilien an konkreten Aufgaben durch und siehst, wo sie sich in Sprachqualität, Lizenz und Betriebsform unterscheiden.