Vom Pilot in die Fläche

Copilot einführen: Erst die Aufgaben, dann die Lizenzen

Einführungen scheitern selten an der Technik, sondern daran, dass niemand sagen kann, welche Aufgabe mit der neuen Lizenz künftig anders erledigt werden soll.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
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Worum es geht

Verteilte Lizenzen sind noch keine Einführung

Der übliche Ablauf ist schnell erzählt. Es gibt einen Beschluss, es gibt Lizenzen, es gibt eine Schulungsmail mit einem Link, und danach passiert wenig. Nach ein paar Wochen fällt der Satz, den man in vielen Häusern hört: Wir haben Copilot, aber niemand weiß, wofür.

Das kostet auf zwei Wegen. Die Lizenzen laufen unabhängig davon weiter, ob jemand sie nutzt, und der zweite Anlauf ist deutlich schwerer als der erste, weil die Leute das Werkzeug schon einmal als nutzlos abgelegt haben. Wer dann noch nachlegt und einfach mehr Lizenzen verteilt, verstärkt den Effekt.

Dazu kommen Themen, die mitten in der Einführung auftauchen und sie anhalten: ungeklärte Fragen zu Datenschutz und Mitbestimmung, eine Ablage, in der nichts zu finden ist, und die Annahme, das Werkzeug erkläre sich von selbst. Alle drei lassen sich vorher erledigen, hinterher blockieren sie.

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Schritt für Schritt

Schritt für Schritt

  1. 1

    Anwendungsfälle sammeln

    Trag vor dem Kauf drei bis fünf Aufgaben zusammen, die regelmäßig anfallen, Zeit kosten und aus Text oder Zahlen bestehen. Typisch sind Besprechungsprotokolle, die Aufbereitung von Angeboten, wiederkehrende Kundenanfragen und die monatliche Auswertung.

    Geschafft, wenn: Zu jeder Aufgabe steht schriftlich, wer sie macht, wie lange sie dauert und woran Verbesserung sichtbar würde.

  2. 2

    Voraussetzungen und Freigaben klären

    Prüf Lizenzlage, Postfächer und Netzwerk, bring die zentralen Ablagen auf einen Stand und klär Datenschutz sowie Mitbestimmung. Diese Punkte halten eine Einführung an, wenn sie erst mittendrin auftauchen.

    Geschafft, wenn: Niemand muss den Rollout stoppen, weil eine Grundsatzfrage offen ist.

  3. 3

    Pilotgruppe zusammenstellen

    Misch mehrere Abteilungen, nimm gründliche Skeptiker mit auf und halte die Gruppe klein genug für einen wöchentlichen Austausch. Verabrede von Anfang an, dass berichtet wird, was funktioniert hat und was nicht.

    Geschafft, wenn: Die Gruppe steht namentlich fest und hat einen festen Termin im Kalender.

  4. 4

    Einstieg geben und Multiplikatoren benennen

    Ein Einstiegstermin lohnt sich, hält aber nur, wenn danach jemand erreichbar ist. Benenn pro Bereich eine ansprechbare Person und richte einen gemeinsamen Ort für Prompts, Beispiele und offene Fragen ein.

    Geschafft, wenn: Fragen aus dem Alltag landen bei einer Person und nicht im Nichts.

  5. 5

    Rücklauf einsammeln und ansehen

    Sammle die Rückmeldungen zu den vereinbarten Aufgaben schriftlich und zieh die Nutzungsberichte aus dem Microsoft 365 Admin Center dazu. Über den Nutzen sagen sie nichts, über die Verteilung viel, etwa wenn eine ganze Abteilung nach zwei Wochen nicht mehr auftaucht.

    Geschafft, wenn: Du siehst, welche Aufgaben tragen und wo das Gespräch nötig ist.

  6. 6

    Entscheiden und ausweiten

    Entscheid am Ende ausdrücklich, welche Anwendungsfälle bleiben und wer als Nächstes Lizenzen bekommt. Verteil weiter nach Textlast und nach der Bereitschaft, Erfahrungen weiterzugeben, nicht nach Hierarchie.

    Geschafft, wenn: Die zweite Welle startet mit erprobten Aufgaben statt mit einem Link in einer Mail.

Fünf Stationen einer Einführung, die hält

  1. 01 Drei bis fünf Aufgaben stehen fest, samt heutigem Aufwand und Zuständigkeit.
  2. 02 Datenschutz, Mitbestimmung und Freigaben sind vor der Lizenzvergabe geklärt.
  3. 03 Eine gemischte Pilotgruppe arbeitet an genau diesen Aufgaben.
  4. 04 Multiplikatoren sammeln Prompts und bündeln Rückmeldungen aus den Bereichen.
  5. 05 Nach dem Pilotbetrieb wird ausdrücklich entschieden, bevor ausgeweitet wird.
Was du mitnimmst

Was du am Ende in der Hand hast

Eine Einführung, die hält, besteht aus wenigen Bausteinen. Keiner davon ist aufwendig, aber jeder muss benannt und jemandem zugeordnet sein.

Anwendungsfälle statt Absichtserklärungen

Du hast drei bis fünf regelmäßig anfallende Aufgaben schriftlich, jeweils mit heutigem Aufwand und einem Merkmal, an dem sich Verbesserung erkennen lässt. Diese Liste trägt später die gesamte Kommunikation.

Eine gemischte Pilotgruppe

Du besetzt die Gruppe aus mehreren Abteilungen und nimmst gründliche Skeptiker bewusst mit auf. Genau deren Einwände sind später die Argumente, die im Haus zählen.

Multiplikatoren mit Zeit im Kalender

Pro Bereich nimmt eine benannte Person Fragen auf, sammelt gute Prompts und bündelt Rückmeldungen. Ohne eingeplante Zeit existiert diese Rolle nur auf dem Organigramm.

Ein gemeinsamer Ort für Prompts

Du richtest einen Teams-Kanal oder eine gepflegte Sammlung ein, in der Beispiele und offene Fragen landen. Das ist wertvoller als jede allgemeine Anleitung, weil es eure Dokumente und eure Sprache betrifft.

Eine Kennzahl, die nichts vortäuscht

Statt geschätzter Zeitersparnis misst du, wie viele aus der Pilotgruppe nach einigen Wochen noch regelmäßig damit arbeiten und an welchen der vereinbarten Aufgaben. Die Nutzungsberichte im Microsoft 365 Admin Center zeigen dazu die Verteilung.

Eine ausdrückliche Entscheidung

Am Ende des Pilotbetriebs steht ein Beschluss: ausweiten, nachbessern oder lassen. Ohne diesen Punkt läuft der Pilot einfach weiter und wird zur dauerhaften Zwischenlösung.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt

Zuerst die Anwendungsfälle, dann die Lizenzen

Sammle vor dem Kauf drei bis fünf Aufgaben, die regelmäßig anfallen, Zeit kosten und aus Text oder Zahlen bestehen. Typisch sind Besprechungsprotokolle, die Aufbereitung von Angeboten, die Antwort auf wiederkehrende Kundenanfragen und die monatliche Auswertung. Zu jeder Aufgabe hältst du fest, wer sie heute macht, wie lange sie dauert und woran man erkennen würde, dass es besser geworden ist.

Diese Liste ist später das Rückgrat der Kommunikation. Ohne sie entsteht der Satz, den man in vielen Häusern hört: Wir haben Copilot, aber niemand weiß, wofür.

Die Pilotgruppe richtig zusammensetzen

Nimm weder die Technikbegeisterten allein noch die Führungsebene allein. Sinnvoll ist eine Mischung aus mehreren Abteilungen, in der auch skeptische, aber gründliche Leute sitzen, denn ihre Einwände sind später die Argumente, die im Haus zählen. Die Gruppe sollte klein genug für einen wöchentlichen Austausch und groß genug sein, dass sich Muster zeigen.

Verabrede von Anfang an, dass die Gruppe berichtet: was funktioniert hat, was nicht, welcher Prompt geholfen hat. Ohne diesen Rücklauf ist der Pilotbetrieb nur eine frühere Lizenzverteilung.

Multiplikatoren statt einmaliger Schulung

Ein Einstiegstermin ist nützlich, hält aber nur, wenn danach jemand erreichbar ist. Benenn pro Bereich eine Person, die Fragen aufnimmt, gute Prompts sammelt und Rückmeldungen bündelt. Diese Rolle braucht Zeit im Kalender, sonst existiert sie nur auf dem Organigramm.

Dazu gehört ein gemeinsamer Ort für Prompts, Beispiele und offene Fragen, etwa ein Teams-Kanal mit gepflegter Sammlung. Was dort steht, ist wertvoller als jede allgemeine Anleitung, weil es die eigenen Dokumente und die eigene Sprache betrifft.

Messen, ohne Scheinzahlen zu erzeugen

Zeitersparnis lässt sich selten sauber messen, deshalb taugt eine andere Kennzahl meistens besser: Wie viele aus der Pilotgruppe nutzen Copilot nach einigen Wochen noch regelmäßig, und für welche der vereinbarten Aufgaben? Die qualitativen Rückmeldungen dazu dokumentierst du, statt sie nur zu besprechen.

Die Nutzungsberichte im Microsoft 365 Admin Center zeigen, in welchen Anwendungen Copilot verwendet wird. Über den Nutzen sagen sie nichts, über die Verteilung viel, etwa wenn eine ganze Abteilung nach zwei Wochen nicht mehr auftaucht. Genau dort lohnt das Gespräch.

Woran Einführungen scheitern

Vier Muster wiederholen sich. Erstens fehlen die Anwendungsfälle, sodass die Lizenz zum Spielzeug wird. Zweitens ist die Ablage so unordentlich, dass nichts zu finden ist, denn Copilot macht Unordnung sichtbar, es beseitigt sie nicht. Drittens tauchen ungeklärte Fragen zu Datenschutz und Mitbestimmung mitten in der Einführung auf und halten sie an. Und viertens erwartet jemand, das Werkzeug erkläre sich von selbst.

Gegen alle vier hilft dieselbe Reihenfolge: klären, aufräumen, klein anfangen, begleiten, dann ausweiten.

Dazu passende Kurse

Bevor du Pilotgruppe und Multiplikatoren begleitest, lohnt ein Blick ins Programm: Alle Microsoft-365-Schulungen ansehen .

Wer den Rollout als Teil einer größeren KI-Strategie plant, findet den passenden Rahmen über die Kurse zur KI-Einführung im Unternehmen .

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Ich bin sehr zufrieden, alles wurde klar erklärt. Insgesamt war der Kurs sehr informativ und sehr empfehlenswert.
Microsoft Teams Grundkurs
Referent und Inhalt sehr gut und vor allem durch den kleinen Teilnehmerkreis sehr hilfreich.
Microsoft 365 - Effizient zusammenarbeiten in Teams
Gut verständlich erklärt, weitere Möglichkeiten und Optionen aufgezeigt. Die Teilnehmer hatten bereits sehr unterschiedliche Vorkenntnisse, da hat der Veranstalter aber keinen Einfluss.
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Häufige Fragen

Wie lange sollte der Pilotbetrieb laufen?
Lang genug, dass die vereinbarten Aufgaben mehrfach anfallen. Bei einem monatlichen Bericht heißt das mindestens zwei Zyklen, bei täglicher Mailarbeit genügen wenige Wochen. Wichtig ist, am Ende ausdrücklich zu entscheiden.
Sollen alle gleichzeitig Lizenzen bekommen?
Selten sinnvoll. Verteil nach Textlast und nach der Bereitschaft, Erfahrungen weiterzugeben, nicht nach Hierarchie und nicht mit der Gießkanne. Eine Lizenz, die drei Monate ungenutzt bleibt, kostet dasselbe wie eine, die täglich Arbeit spart.
Was tun, wenn die Rückmeldungen ernüchternd sind?
Prüf zuerst die Anwendungsfälle und die Ablage, nicht das Produkt. Meistens fehlt entweder eine Aufgabe, die sich wirklich lohnt, oder die maßgeblichen Dokumente werden nicht gefunden, weil sie lokal liegen oder in mehreren Fassungen kursieren.

Passt thematisch dazu

Lizenzen verteilen und auf Ergebnisse hoffen, das geht nicht nur bei Copilot schief, und die typischen Bruchstellen bei KI-Vorhaben zeigen dir, woran du eine drohende Sackgasse schon in den ersten Wochen erkennst.

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Yves Hoppe

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