Vier Muster, an denen KI-Vorhaben versanden
Die Ursachen liegen fast nie im Modell. Sie liegen im fehlenden Vorgang, im Datenzugang, in der Verantwortung und im Weg vom Pilotprojekt in den Regelbetrieb.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Der Abbruch kommt spät, die Anzeichen kommen früh
Vorhaben, die scheitern, tun das selten mit einem Knall. Sie werden leiser: Termine fallen aus, der Fachbereich schickt Vertretungen, das Ziel wird umformuliert, und irgendwann taucht das Projekt in keinem Bericht mehr auf. Der teure Teil ist nicht das Scheitern selbst, sondern die Monate zwischen dem Zeitpunkt, an dem es absehbar war, und dem Zeitpunkt, an dem es jemand ausgesprochen hat.
Der Grund für diese Verzögerung ist meistens, dass niemand ein Kriterium hat, an dem sich ein Abbruch festmachen ließe. Ohne vorher vereinbarte Zahl bleibt nur die Bewertung durch Personen, und niemand beendet gern das eigene Vorhaben. Also läuft es weiter, mit reduziertem Anspruch.
Was das kostet, ist mehr als das Budget. Ein sichtbar versandetes KI-Vorhaben macht die Freigabe des nächsten schwerer, selbst wenn dahinter der deutlich bessere Anwendungsfall steht.
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Symptom, Ursache, Lösung
Symptom
Nach drei Monaten gibt es eine funktionierende Demo, aber im Tagesgeschäft benutzt sie niemand.
Ursache
Der Anwendungsfall kam aus der IT oder von einem Anbieter, nicht aus dem Vorgang selbst. Niemand im Fachbereich hat sich auf ein Ergebnis festgelegt.
Lösung
Eine Person aus dem Fachbereich benennen, die den Vorgang verantwortet, eine Kennzahl trägt und Arbeitsabläufe ändern darf. Ohne diese Zusage das Vorhaben anhalten.
Symptom
Das Team wartet seit Wochen darauf, an die echten Daten zu kommen, und arbeitet währenddessen mit Beispieldateien.
Ursache
Berechtigungen, Datenschutzprüfung und der Vertrag mit dem Anbieter wurden erst nach dem Projektstart angestoßen.
Lösung
Den Datenzugang zum Meilenstein vor dem Bau machen, mit Datum und benannter Zuständigkeit. Solange er offen ist, wird kein Aufbau beauftragt.
Symptom
Auf die Frage, was Erfolg wäre, kommen aus drei Rollen drei verschiedene Antworten.
Ursache
Vor dem Start wurde kein messbares Kriterium vereinbart, sondern eine Absicht. Jede Rolle füllt die Lücke mit der eigenen Erwartung.
Lösung
Eine Zahl, eine Messmethode und einen Zeitpunkt schriftlich festhalten, zusammen mit dem Wert, ab dem abgebrochen wird.
Symptom
Die Ergebnisse sind brauchbar, aber jemand liest jede Ausgabe vollständig nach, und der Vorgang dauert wie vorher.
Ursache
Für unsichere Fälle gibt es keinen eigenen Weg, deshalb wird sicherheitshalber alles kontrolliert.
Lösung
Eine Schwelle definieren, ab der ein Ergebnis ohne Prüfung durchläuft, und die Fälle darunter gezielt an einen Menschen leiten. Der Anteil beider Wege wird gemessen.
Symptom
Das Pilotprojekt läuft gut, aber niemand kann sagen, wer die Lösung im nächsten Quartal betreibt.
Ursache
Die Mittel stammen aus einem Projektbudget, und ein Betriebskonzept mit Zuständigkeit, laufendem Budget und Ansprechstelle wurde nie erstellt.
Lösung
Vor dem Start drei Antworten festhalten: wer betreibt, wer zahlt laufend, wer beantwortet Anwenderfragen. Fehlt eine davon, ist das Pilotprojekt nicht freigegeben.
Fünf Fragen, die vor der Freigabe beantwortet sind
- 01 Welcher Vorgang wird besser, und wie oft kommt er vor?
- 02 Wer aus dem Fachbereich trägt das Ergebnis namentlich?
- 03 Sind Datenzugang und Datenschutz bereits geklärt?
- 04 Wer betreibt die Lösung danach, aus welchem Budget?
- 05 Welche Zahl führt zur Fortsetzung, welche zum Abbruch?
Was du danach früher erkennst
Nach dieser Seite hast du eine kurze Liste von Prüfpunkten vor dem Start und eine Handvoll Signale, die in den ersten Wochen auffallen.
Vorgang statt Vorhaben
Du verlangst vor der Freigabe einen konkreten Vorgang mit Menge, Dauer und einer Person, die ihn heute ausführt, statt einer Zielbeschreibung mit Technologiebezug.
Datenzugang als Meilenstein
Berechtigungen, Datenschutzprüfung und eine Stichprobe echter Dokumente sind erledigt, bevor gebaut wird, nicht währenddessen.
Ein Name auf dem Ergebnis
Eine Person aus dem Fachbereich trägt die Kennzahl und darf Arbeitsabläufe ändern. Ohne diese Befugnis wird jede Anpassung zur Verhandlung.
Betriebsfrage vor dem Pilot
Wer betreibt, wer zahlt laufend, wer beantwortet Anwenderfragen: Diese drei Antworten stehen fest, bevor das Pilotprojekt startet.
Abbruchkriterium schriftlich
Eine Zahl, eine Messmethode, ein Zeitpunkt. Damit wird der Abbruch eine Sachentscheidung statt einer persönlichen Niederlage.
Frühwarnzeichen lesen
Ausbleibender Datenzugang, ein wanderndes Erfolgskriterium und Vertretungen statt Verantwortlicher in den Terminen sind zusammen ein Grund anzuhalten.
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Das Vorhaben ohne Vorgang
Ein Projekt startet mit einer Technologie und sucht danach eine Aufgabe. Erkennbar ist das an der Beschreibung: Sie nennt ein Werkzeug oder eine Fähigkeit, aber keinen Vorgang mit Menge, Dauer und Verantwortlichem. „Wir wollen Wissensmanagement mit KI verbessern“ ist kein Anwendungsfall. „Die Serviceabteilung beantwortet im Monat eine bestimmte Zahl gleichartiger Anfragen und braucht dafür im Schnitt so viele Minuten“ ist einer.
Der Test ist einfach: Frag, wer das Ergebnis benutzen wird, wie oft, und was diese Person heute stattdessen tut. Wenn darauf keine Antwort mit Namen und Zahl kommt, ist das Vorhaben nicht startbereit, egal wie gut die Technologie passt.
Die Daten, die erst nach dem Start zum Thema werden
In der Planung ist von Daten die Rede, im Bau von Zugriff. Zwischen beidem liegen Berechtigungen, Datenschutzprüfung, Verträge mit Anbietern, Qualität und Formate. Werden diese Punkte erst geklärt, während das Team schon gebucht ist, entsteht die typische Lücke von mehreren Wochen, in denen das Vorhaben Geld kostet und nichts entsteht.
Häufiger als fehlender Zugriff ist eine ungeeignete Datenlage. Die Dokumentation existiert, ist aber über Jahre in verschiedenen Ständen abgelegt, ohne Kennzeichnung, welcher der gültige ist. Ein Assistent, der daraus antwortet, gibt veraltete Auskünfte, und der Fehler wirkt wie ein Modellfehler, obwohl er in der Ablage sitzt. Deshalb gehört eine Stichprobe der echten Dokumente in die Bewertung, bevor das Vorhaben freigegeben wird.
Kein Name auf dem Ergebnis
In vielen Vorhaben gibt es eine Projektleitung, einen Lenkungskreis und einen Dienstleister, aber niemanden, dessen eigene Ziele sich ändern, wenn das Vorhaben gelingt oder scheitert. Solange die Fachabteilung das Projekt als etwas betrachtet, das die IT ihr bringt, wird sie es prüfen, aber nicht durchsetzen.
Wirksam ist eine einzige Person aus dem Fachbereich, die den Vorgang verantwortet, die vereinbarte Kennzahl trägt und die Befugnis hat, Arbeitsabläufe zu ändern. Ohne diese Befugnis scheitert die Einführung an Kleinigkeiten, weil jede Anpassung an einem Ablauf zur Verhandlung wird.
Ein verwandtes Muster ist die stille Ablehnung. Beschäftigte, die vermuten, dass die Automatisierung ihre Aufgaben ersetzen soll, arbeiten formal mit und nutzen das Ergebnis nicht. Das lässt sich nicht mit Kommunikation heilen, sondern nur mit einer klaren Aussage dazu, was mit der frei werdenden Zeit passiert, und diese Aussage muss von der Geschäftsführung kommen.
Das Pilotprojekt ohne Tür in den Betrieb
Ein Pilotprojekt läuft erfolgreich, alle sind zufrieden, und dann passiert nichts mehr. Der Grund ist fast immer derselbe: Es war nie geklärt, wer den Betrieb übernimmt, aus welchem Budget die laufenden Kosten kommen, wer Anwenderfragen beantwortet und wer nachzieht, wenn sich das Modell oder das Quellsystem ändert. Für den Pilot gab es Projektmittel, für den Betrieb gibt es keine Zeile im Plan.
Der zweite Grund ist technischer Natur. Ein Pilotprojekt läuft mit einem Datenausschnitt, einer Handvoll Nutzer und einer von Hand gepflegten Konfiguration. Für den Betrieb braucht es Berechtigungskonzept, Protokollierung, Wiederanlauf, Betriebszeiten und eine Ansprechstelle. Wer das nicht von Anfang an einplant, baut das Pilotprojekt ein zweites Mal, diesmal richtig, und das erklärt einen guten Teil der Vorhaben, die nach der Erprobung versanden.
Abbrechen ist eine gültige Entscheidung
Formulier vor dem Start, welches Ergebnis zur Fortsetzung führt und welches zum Abbruch, mit Zahl, Messmethode und Zeitpunkt. Ein Vorhaben ohne Abbruchkriterium hört nie auf, es wird nur immer leiser, bindet weiter Leute und blockiert das nächste, das mehr gebracht hätte.
Ein Abbruch nach acht Wochen mit einer schriftlichen Begründung ist ein gutes Ergebnis. Er hat geklärt, dass dieser Weg nicht trägt, und liefert dem nächsten Vorhaben die Erkenntnisse gleich mit. Teams, in denen das ohne Gesichtsverlust möglich ist, kommen schneller zu den Fällen, die tatsächlich funktionieren.
Dazu passende Kurse
Wie man einen tragfähigen ersten Anwendungsfall auswählt und den Weg in den Betrieb von Anfang an mitplant, behandeln die Kurse für die Einführung von KI im Unternehmen .
Welche Zahl das Abbruchkriterium überhaupt sein kann, klärt man am besten vorher, und dazu passen die Schulungen zum Rechnen vor der Entscheidung .
Wie sicher bist du beim Thema wirklich?
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Seminarleiter war sehr gut vorbereitet, Den Lehrstoff hat er ausführlich und praxisorientiert vorgetragen.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich in Woche drei, dass es nichts wird?
Soll ich klein anfangen oder gleich groß denken?
Was ist mit Vorhaben, die technisch funktionieren, aber nicht genutzt werden?
Wer sollte den Abbruch entscheiden?
Passt thematisch dazu
Wer Lizenzen verteilt und danach auf Ergebnisse wartet, erlebt bei Copilot dasselbe wie bei jedem anderen KI-Werkzeug, und der Ablauf einer Einführung mit benanntem Anwendungsfall zeigt dir, welches Vorgehen stattdessen trägt.
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Den nächsten Anlauf anders aufsetzen
In den Kursen zur KI-Einführung arbeitest du an der Auswahl des Anwendungsfalls, an den Verantwortlichkeiten und am Weg in den Regelbetrieb, bevor gebaut wird.