Network+ oder CCNA: welcher Einstieg zu deinem Ziel passt
Das eine Zertifikat prüft Konzepte unabhängig vom Hersteller, das andere die Arbeit an der Cisco-CLI. Entscheidend sind dein Umfeld und dein nächster Job.
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Kurz gesagt
Network+ prüft Netzwerkwissen herstellerneutral in 90 Minuten mit höchstens 90 Fragen und ist auch auf Deutsch verfügbar. Der CCNA prüft dasselbe Fundament tiefer und am Beispiel von Cisco IOS XE in 120 Minuten, nur auf Englisch oder Japanisch. Wer im Support einer gemischten Umgebung arbeitet oder ohne Englischkenntnisse startet, fährt mit Network+ gut. Wer in einem Haus mit Cisco-Netz arbeitet oder dorthin will, geht direkt zum CCNA. Beide gelten drei Jahre und lassen sich über Weiterbildung verlängern.
Stand dieser Seite: 25.10.2026
01 Worum es geht
Zwei gute Zertifikate, aber nur Zeit und Budget für eins
Wer in die Netzwerktechnik einsteigen will, ob aus dem IT-Support, aus der Ausbildung oder über eine Umschulung, landet fast immer bei dieser Frage. CompTIA Network+ und der Cisco CCNA decken auf den ersten Blick dieselben Grundlagen ab: Adressierung, Switching, Routing, WLAN, Sicherheit und Fehlersuche. Beide sind international bekannt, beide dauern einige Monate Vorbereitung, und beide gelten drei Jahre.
Der Unterschied liegt in der Philosophie. Network+ fragt, ob du verstehst, wie ein Netz funktioniert, egal von welchem Hersteller die Geräte stammen. Der CCNA fragt zusätzlich, ob du das auf einem Cisco-Gerät umsetzen, prüfen und reparieren kannst. Wer das falsche Zertifikat zuerst macht, verliert nicht alles, aber einige Monate: Network+-Absolventen in einem Cisco-Haus lernen die CLI danach noch einmal, und CCNA-Kandidaten ohne Grundlagen kämpfen gleichzeitig mit Konzepten und Syntax.
Dazu kommen ganz praktische Punkte, die in vielen Vergleichen fehlen: Die CCNA-Prüfung gibt es nicht auf Deutsch, Network+ schon. Die CCNA-Prüfung wechselt am 3. Februar 2027 auf die Version 2.0, und auch für die aktuelle Network+-Version N10-009 schätzt CompTIA das Ende auf 2027. Wer heute plant, sollte beide Termine kennen.
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02 Der direkte Vergleich
Network+ und CCNA in sieben Kriterien
Die Angaben zu Format, Sprachen, Gültigkeit und Verlängerung stammen von den Zertifizierungsseiten von CompTIA und Cisco. Bei der Anerkennung gibt es keine belastbaren Zahlen für den deutschsprachigen Raum; das Urteil beschreibt deshalb, in welchem Umfeld welches Zertifikat mehr aussagt.
CompTIA Network+
Herstellerneutral, Prüfung N10-009 seit 20. Juni 2024, höchstens 90 Fragen in 90 Minuten, Bestehensgrenze 720 auf einer Skala von 100 bis 900, auch auf Deutsch
Cisco CCNA
Cisco-bezogen, Prüfung 200-301 in Version 1.1, ab 3. Februar 2027 Version 2.0, 120 Minuten, laut Cisco 300 US-Dollar, Englisch oder Japanisch
| Entscheidungsfrage | CompTIA Network+ | Cisco CCNA |
|---|---|---|
| Wie gut ist das Wissen auf Geräte anderer Hersteller übertragbar? | Stärke Network+ ist bewusst herstellerneutral. Du lernst Konzepte, Standards und eine Methodik der Fehlersuche, die auf Switches von HPE Aruba, Juniper oder Cisco gleich gelten. Für Rollen, in denen du heterogene Umgebungen betreust, ist das der passende Zuschnitt. | Kommt darauf an Die Konzepte des CCNA sind dieselben Standards, also 802.1Q, Rapid Spanning Tree, OSPF oder NAT, und damit übertragbar. Die Umsetzung lernst du aber auf Cisco IOS XE. Wer später an einer anderen CLI arbeitet, kennt die Logik, muss die Syntax aber neu lernen. |
| Wie tief geht die Prüfung in Konfiguration und Fehlersuche? | Kommt darauf an Neben Multiple-Choice-Fragen enthält die Prüfung leistungsbasierte Aufgaben, und Network Troubleshooting ist mit 24 Prozent der größte Bereich. Die Aufgaben bleiben aber auf der Ebene von Konzepten und Werkzeugen und verlangen keine bestimmte Gerätesyntax. | Stärke Der CCNA verlangt, VLANs, Trunks, EtherChannel, OSPF, NAT, ACLs und Layer-2-Schutz zu konfigurieren und Ausgaben von show-Befehlen zu lesen. Mit der Version 2.0 kommen in vier von fünf Themenbereichen Lernziele hinzu, die mit Troubleshoot oder Diagnose beginnen. Das ist näher an der täglichen Arbeit im Netzwerkteam. |
| Wie hoch ist die Einstiegshürde? | Stärke CompTIA empfiehlt A+ und neun bis zwölf Monate Praxis als Junior-Netzwerkadministrator oder im Support, verlangt beides aber nicht. Die Prüfung ist kürzer, der Stoff schmaler, und mit 90 Minuten für höchstens 90 Fragen ist das Format überschaubar. | Kommt darauf an Cisco nennt keine Voraussetzungen und beschreibt den CCNA als Zertifikat, das kaum Netzwerkwissen voraussetzt. Der Umfang ist aber größer, und die CLI-Praxis kommt dazu. Ohne Grundlagen in IP-Adressierung und Switching wird die Vorbereitung deutlich länger. |
| Kann ich die Prüfung auf Deutsch ablegen? | Stärke Ja. CompTIA bietet Network+ auf Englisch, Deutsch, Japanisch, Portugiesisch und Spanisch an. Für Umschulungen und für alle, die Fachtexte auf Englisch noch langsam lesen, ist das ein echter Vorteil. | Schwäche Nein. Die CCNA-Prüfung gibt es auf Englisch und Japanisch. Die Begriffe sind dieselben wie auf der CLI und in der Cisco-Dokumentation, was im Beruf hilft, in der Prüfung aber eine zusätzliche Hürde ist, wenn du englische Aufgabentexte unter Zeitdruck lesen musst. |
| Wie lange gilt das Zertifikat und wie verlängere ich es? | Kommt darauf an Drei Jahre ab Zertifizierung. Zur Verlängerung brauchst du 30 Continuing-Education-Einheiten aus Aktivitäten innerhalb des Zyklus, etwa Kurse, Berufserfahrung oder ein höheres CompTIA-Zertifikat. Nach Ablauf gibt es eine Frist von 30 Tagen für Gebühren und Nachweise. Dieselbe Prüfung noch einmal abzulegen, zählt nicht als Verlängerung. | Stärke Drei Jahre ab Erwerb. Du brauchst 30 Continuing-Education-Punkte, und eine einzige weitere Associate-Prüfung bringt genau 30. Jede CCNP-Prüfung bringt mehr, und ein höheres Cisco-Zertifikat verlängert den CCNA automatisch. Wer ohnehin weiter in Richtung CCNP geht, verlängert nebenbei. |
| In welchem Umfeld sagt das Zertifikat mehr aus? | Kommt darauf an Network+ belegt solides Grundwissen und passt gut zu Rollen im Support und Service Desk, in denen das Netz eine von mehreren Aufgaben ist. Für eine Stelle im Netzwerkteam eines Cisco-Hauses reicht es meist nicht als alleiniger Nachweis, weil es keine Gerätekonfiguration belegt. | Stärke In Häusern, Systemhäusern und Behörden mit Cisco-Netzen ist der CCNA der übliche Einstiegsnachweis fürs Netzwerkteam. Er zeigt, dass jemand die CLI beherrscht und die Grundkonfiguration ohne Anleitung schafft. In reinen Mischumgebungen bringt er etwas weniger, weil dort niemand IOS-Syntax braucht. |
| Wohin führt der nächste Schritt? | Kommt darauf an Die typischen Folgezertifikate sind Security+ und Cloud+. CloudNetX, das CompTIA für Netzwerkarchitektur in hybriden Clouds anbietet, ist kein direkter nächster Schritt: CompTIA empfiehlt dafür mindestens zehn Jahre IT-Erfahrung, davon fünf als Netzwerkarchitekt. Ein tieferer Netzwerktrack auf Professional-Ebene fehlt bei CompTIA. | Stärke Vom CCNA aus führen acht Professional-Tracks weiter, von Enterprise über Wireless und Data Center bis Automation, und darüber die CCIE-Stufe. Jede bestandene Professional-Prüfung bringt zusätzlich einen Specialist-Titel und verlängert den CCNA gleich mit. |
Wie gut ist das Wissen auf Geräte anderer Hersteller übertragbar?
Network+ ist bewusst herstellerneutral. Du lernst Konzepte, Standards und eine Methodik der Fehlersuche, die auf Switches von HPE Aruba, Juniper oder Cisco gleich gelten. Für Rollen, in denen du heterogene Umgebungen betreust, ist das der passende Zuschnitt.
Die Konzepte des CCNA sind dieselben Standards, also 802.1Q, Rapid Spanning Tree, OSPF oder NAT, und damit übertragbar. Die Umsetzung lernst du aber auf Cisco IOS XE. Wer später an einer anderen CLI arbeitet, kennt die Logik, muss die Syntax aber neu lernen.
Wie tief geht die Prüfung in Konfiguration und Fehlersuche?
Neben Multiple-Choice-Fragen enthält die Prüfung leistungsbasierte Aufgaben, und Network Troubleshooting ist mit 24 Prozent der größte Bereich. Die Aufgaben bleiben aber auf der Ebene von Konzepten und Werkzeugen und verlangen keine bestimmte Gerätesyntax.
Der CCNA verlangt, VLANs, Trunks, EtherChannel, OSPF, NAT, ACLs und Layer-2-Schutz zu konfigurieren und Ausgaben von show-Befehlen zu lesen. Mit der Version 2.0 kommen in vier von fünf Themenbereichen Lernziele hinzu, die mit Troubleshoot oder Diagnose beginnen. Das ist näher an der täglichen Arbeit im Netzwerkteam.
Wie hoch ist die Einstiegshürde?
CompTIA empfiehlt A+ und neun bis zwölf Monate Praxis als Junior-Netzwerkadministrator oder im Support, verlangt beides aber nicht. Die Prüfung ist kürzer, der Stoff schmaler, und mit 90 Minuten für höchstens 90 Fragen ist das Format überschaubar.
Cisco nennt keine Voraussetzungen und beschreibt den CCNA als Zertifikat, das kaum Netzwerkwissen voraussetzt. Der Umfang ist aber größer, und die CLI-Praxis kommt dazu. Ohne Grundlagen in IP-Adressierung und Switching wird die Vorbereitung deutlich länger.
Kann ich die Prüfung auf Deutsch ablegen?
Ja. CompTIA bietet Network+ auf Englisch, Deutsch, Japanisch, Portugiesisch und Spanisch an. Für Umschulungen und für alle, die Fachtexte auf Englisch noch langsam lesen, ist das ein echter Vorteil.
Nein. Die CCNA-Prüfung gibt es auf Englisch und Japanisch. Die Begriffe sind dieselben wie auf der CLI und in der Cisco-Dokumentation, was im Beruf hilft, in der Prüfung aber eine zusätzliche Hürde ist, wenn du englische Aufgabentexte unter Zeitdruck lesen musst.
Wie lange gilt das Zertifikat und wie verlängere ich es?
Drei Jahre ab Zertifizierung. Zur Verlängerung brauchst du 30 Continuing-Education-Einheiten aus Aktivitäten innerhalb des Zyklus, etwa Kurse, Berufserfahrung oder ein höheres CompTIA-Zertifikat. Nach Ablauf gibt es eine Frist von 30 Tagen für Gebühren und Nachweise. Dieselbe Prüfung noch einmal abzulegen, zählt nicht als Verlängerung.
Drei Jahre ab Erwerb. Du brauchst 30 Continuing-Education-Punkte, und eine einzige weitere Associate-Prüfung bringt genau 30. Jede CCNP-Prüfung bringt mehr, und ein höheres Cisco-Zertifikat verlängert den CCNA automatisch. Wer ohnehin weiter in Richtung CCNP geht, verlängert nebenbei.
In welchem Umfeld sagt das Zertifikat mehr aus?
Network+ belegt solides Grundwissen und passt gut zu Rollen im Support und Service Desk, in denen das Netz eine von mehreren Aufgaben ist. Für eine Stelle im Netzwerkteam eines Cisco-Hauses reicht es meist nicht als alleiniger Nachweis, weil es keine Gerätekonfiguration belegt.
In Häusern, Systemhäusern und Behörden mit Cisco-Netzen ist der CCNA der übliche Einstiegsnachweis fürs Netzwerkteam. Er zeigt, dass jemand die CLI beherrscht und die Grundkonfiguration ohne Anleitung schafft. In reinen Mischumgebungen bringt er etwas weniger, weil dort niemand IOS-Syntax braucht.
Wohin führt der nächste Schritt?
Die typischen Folgezertifikate sind Security+ und Cloud+. CloudNetX, das CompTIA für Netzwerkarchitektur in hybriden Clouds anbietet, ist kein direkter nächster Schritt: CompTIA empfiehlt dafür mindestens zehn Jahre IT-Erfahrung, davon fünf als Netzwerkarchitekt. Ein tieferer Netzwerktrack auf Professional-Ebene fehlt bei CompTIA.
Vom CCNA aus führen acht Professional-Tracks weiter, von Enterprise über Wireless und Data Center bis Automation, und darüber die CCIE-Stufe. Jede bestandene Professional-Prüfung bringt zusätzlich einen Specialist-Titel und verlängert den CCNA gleich mit.
Was passt wann
- Wenn du im Support einer Umgebung mit Geräten verschiedener Hersteller arbeitest
- ist Network+ der passende Nachweis, und du kannst später entscheiden, ob du dich auf einen Hersteller spezialisierst.
- Wenn dein Arbeitgeber ein Cisco-Netz betreibt oder du ins Netzwerkteam eines solchen Hauses willst
- gehst du direkt zum CCNA und legst die Grundlagen bei Bedarf mit einem Kurs statt mit einem zweiten Zertifikat.
- Wenn du die Prüfung unbedingt auf Deutsch ablegen willst oder musst
- bleibt nur Network+, und den CCNA nimmst du dir vor, sobald dein Fachenglisch für 120 Minuten unter Zeitdruck reicht.
- Wenn du langfristig in Netzwerkarchitektur oder in die Cloud willst
- führt der CCNA schneller in die Tiefe, und CompTIA-Zertifikate wie Security+ oder Cloud+ ergänzen ihn später gezielt.
03 Was du mitnimmst
Was du nach dem Vergleich entscheiden kannst
Du siehst beide Prüfungen mit den Angaben der Hersteller nebeneinander und ordnest dich anhand deines Umfelds und deines Ziels einem von drei Profilen zu.
Vier Fragen bis zur Wahl
- 01 Läuft bei dir ein Cisco-Netz?
- 02 Prüfung auf Deutsch nötig?
- 03 Support oder Netzwerkteam als Ziel?
- 04 Grundlagen schon gefestigt?
- 05 Network+ zuerst oder direkt CCNA
Welche Prüfung zu deinem Arbeitsumfeld passt
In einem Haus mit Netzwerkgeräten verschiedener Hersteller oder ohne eigenes Netzwerkteam bringt dir neutrales Wissen mehr. In einem Haus mit Cisco-Netz erwartet man, dass du dich auf der CLI bewegen kannst, und genau das belegt der CCNA.
Wie viel Vorwissen und Englisch du mitbringen musst
CompTIA empfiehlt für Network+ A+ und neun bis zwölf Monate Erfahrung, Cisco setzt für den CCNA formal nichts voraus. In der Praxis ist der CCNA aber die umfangreichere Prüfung, und sie findet auf Englisch statt.
Ob sich beide Zertifikate nacheinander lohnen
Für manche Wege ist die Kombination sinnvoll, für andere doppelt bezahlte Grundlagen. Du siehst, in welcher Reihenfolge sich die beiden ergänzen und wann ein Kurs ohne Zertifikat der bessere Zwischenschritt ist.
Wie es danach weitergeht
Nach dem CCNA führt der Weg in die Professional-Tracks von Cisco. Nach Network+ stehen bei CompTIA Security+ und Cloud+ an, später CloudNetX für erfahrene Netzwerkarchitekten. Du weißt, welcher Weg zu deinem Ziel führt.
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Zwei Philosophien: Konzepte neutral oder Konzepte plus Cisco-CLI
CompTIA ist ein herstellerunabhängiger Branchenverband, und Network+ prüft entsprechend, was in jedem Netz gilt. Die fünf Bereiche der aktuellen Prüfung N10-009 heißen Networking Concepts, Network Implementation, Network Operations, Network Security und Network Troubleshooting. Du sollst erklären können, warum ein Netz so aufgebaut ist, welche Standards wo greifen und wie du einen Fehler systematisch eingrenzt. Welche Taste du dafür auf welchem Gerät drückst, ist nicht Gegenstand der Prüfung.
Cisco prüft dieselben Standards, aber am eigenen Betriebssystem. Ein VLAN ist im CCNA nicht nur ein Konzept, sondern eine Konfiguration auf einem Catalyst-Switch, die du mit show vlan brief und show interfaces trunk prüfst. OSPF ist nicht nur ein Link-State-Protokoll, sondern eine Nachbarschaft, deren Zustand du aus einer Ausgabe ablesen musst. Diese Nähe zur täglichen Arbeit macht den CCNA für Netzwerkteams aussagekräftiger und zugleich weniger übertragbar.
Für die Entscheidung heißt das: Network+ ist das bessere Zertifikat, um Netzwerkverständnis zu belegen, der CCNA das bessere, um Netzwerkarbeit zu belegen. Welche der beiden Aussagen dein nächster Arbeitgeber hören will, hängt von seinem Netz und deiner künftigen Rolle ab.
Matrix: Inhalte, Tiefe, Laborteil, Gültigkeit
Die folgende Gegenüberstellung fasst die Herstellerangaben zusammen. Die Gewichtungen stammen aus der Network+-Seite von CompTIA und aus den Prüfungsthemen der CCNA-Version 1.1. Für die CCNA-Version 2.0 ab Februar 2027 gelten fünf statt sechs Bereiche mit stärkerem Fokus auf Fehlersuche.
Der Laborteil ist die wichtigste Zeile. Keine der beiden Prüfungen findet an echten Geräten statt. Network+ enthält leistungsbasierte Aufgaben, der CCNA Aufgaben mit Topologien, Ausgaben und Konfigurationen in IOS-Syntax. In beiden Fällen musst du die Praxis vorher selbst aufbauen, beim CCNA aber an einer konkreten CLI.
| Merkmal | CompTIA Network+ (N10-009) | Cisco CCNA (200-301 v1.1) |
|---|---|---|
| Ausrichtung | herstellerneutral | Cisco IOS XE |
| Dauer | 90 Minuten | 120 Minuten |
| Fragen | höchstens 90 | keine feste Zahl veröffentlicht |
| Bestehen | 720 auf einer Skala von 100 bis 900 | keine feste Grenze veröffentlicht |
| Sprachen | Englisch, Deutsch, Japanisch, Portugiesisch, Spanisch | Englisch, Japanisch |
| Voraussetzung | keine, empfohlen A+ und 9 bis 12 Monate Praxis | keine |
| Bereiche | Concepts 23 %, Implementation 20 %, Operations 19 %, Security 14 %, Troubleshooting 24 % | Fundamentals 20 %, Access 20 %, IP Connectivity 25 %, IP Services 10 %, Security 15 %, Automation 10 % |
| Praxisanteil | leistungsbasierte Aufgaben | Ausgaben, Topologien, IOS-Syntax |
| Gültigkeit | 3 Jahre | 3 Jahre |
| Verlängerung | 30 CEUs im Zyklus | 30 CE-Punkte, zum Beispiel eine Associate-Prüfung |
| Nächste Version | Ende von N10-009 geschätzt 2027 | Version 2.0 ab 3. Februar 2027 |
Für wen Network+ zuerst sinnvoll ist
Network+ passt, wenn du Netzwerkwissen für eine Rolle brauchst, in der das Netz nicht die Hauptaufgabe ist. Das sind Service Desk und Second Level Support, die Betreuung kleiner Standorte mit Geräten verschiedener Hersteller und Rollen bei Dienstleistern, die für viele Kunden mit unterschiedlicher Ausstattung arbeiten. Dort hilft dir ein sauberes Modell davon, wie DHCP, DNS, VLANs und Routing zusammenspielen, mehr als eine bestimmte CLI.
Network+ ist außerdem die naheliegende Wahl, wenn die Prüfungssprache Deutsch sein soll. Viele Umschulungen und Weiterbildungen setzen darauf, weil Fachinhalt und Fachenglisch nicht gleichzeitig gelernt werden müssen. Und wer bereits A+ hat, setzt den CompTIA-Weg mit Network+ konsequent fort und ein höheres CompTIA-Zertifikat zählt laut CompTIA als volle Weiterbildung für die Verlängerung des darunterliegenden.
Weniger geeignet ist Network+, wenn du innerhalb eines Jahres eigenständig Switches und Router in einem Cisco-Netz konfigurieren sollst. Dann lernst du die Konzepte zweimal: einmal neutral für die Prüfung und einmal mit der Cisco-Syntax für den Job.
Für wen direkt der CCNA
Der CCNA ist der direkte Weg, wenn dein Arbeitgeber Cisco-Geräte einsetzt oder du dich bei Systemhäusern bewirbst, die Cisco-Netze planen und betreuen. In solchen Häusern ist er der übliche Nachweis, dass jemand am Gerät arbeiten kann. Wer dort mit Network+ ankommt, wird in der Regel trotzdem auf den CCNA angesprochen.
Auch wer langfristig tiefer ins Netz will, also in Richtung Routing, WLAN, Rechenzentrum oder Netzwerkautomatisierung, kommt mit dem CCNA schneller voran. Die Cisco-Professional-Tracks bauen darauf auf, und jede weitere Prüfung verlängert den CCNA gleich mit. CompTIA hat keinen vergleichbaren Netzwerktrack zwischen Network+ und CloudNetX.
Wichtig ist eine ehrliche Selbsteinschätzung. Wenn dir das Rechnen mit Subnetzmasken, das OSI-Modell und die Rolle von ARP, DHCP und DNS noch fremd sind, nimm dir die Grundlagen vor dem CCNA in einem Kurs vor. Ein Grundlagenkurs ohne eigene Prüfung ist oft der schnellere Zwischenschritt als ein zweites Zertifikat.
Beides nacheinander: wann sich das lohnt
Network+ und danach CCNA lohnt sich vor allem in zwei Fällen. Erstens, wenn du bereits Network+ hast und in ein Cisco-Haus wechselst: Dann ist der CCNA die gezielte Ergänzung, und du profitierst davon, dass die Konzepte schon sitzen. Zweitens, wenn du über eine Umschulung mit deutschsprachiger Prüfung einsteigst und der CCNA das erste Ziel im neuen Job ist.
Den umgekehrten Weg, erst CCNA und dann Network+, braucht kaum jemand. Inhaltlich deckt der CCNA das Fundament von Network+ weitgehend ab, und für die meisten Stellen fügt Network+ dann keine neue Aussage hinzu. Eine Ausnahme sind Arbeitgeber oder Ausschreibungen, die ausdrücklich ein herstellerneutrales Zertifikat verlangen.
Für die Verlängerung gilt: CompTIA rechnet laut seiner Übersicht auch bestimmte Zertifikate anderer Hersteller als Weiterbildung an. Ob und mit wie vielen Einheiten der CCNA dazu zählt, prüfst du in der aktuellen CE-Übersicht von CompTIA, bevor du dich darauf verlässt.
Entscheidungshilfe mit drei Profilen
Profil Support: Du arbeitest im Service Desk eines Dienstleisters, betreust Clients und kleinere Standorte mit Geräten verschiedener Hersteller und willst dein Netzwerkwissen belegen. Network+ passt, weil es genau dieses Wissen prüft, und die Prüfung ist auf Deutsch möglich. Den CCNA nimmst du dir vor, wenn du ins Netzwerkteam wechselst.
Profil Netzwerkteam im Cisco-Haus: Du bist Auszubildender oder frisch im Netzwerkteam eines Unternehmens mit Catalyst-Switches und Cisco-Routern. Direkt zum CCNA, gegebenenfalls nach einem Grundkurs. Network+ würde dir im Alltag wenig zusätzlich bringen.
Profil Umschulung ohne Vorkenntnisse: Du kommst aus einem anderen Beruf und hast weder IT-Erfahrung noch sicheres Fachenglisch. Starte mit einem Grundlagenkurs, lege Network+ auf Deutsch ab und setze den CCNA als Ziel für das erste Jahr im Job. So musst du nicht gleichzeitig Konzepte, Syntax und Prüfungssprache lernen.
Dazu passende Kurse
Wenn du zuerst die Konzepte ohne Bindung an einen Hersteller lernen willst, sind die herstellerneutralen Netzwerktechnik-Kurse der passende Start.
Für den Weg über den CCNA und die Professional-Tracks findest du alles im Kursangebot rund um Cisco-Netze.
04 Konkrete Kurse
Wo du genau das übst
- Implementierung und Administration von Cisco Lösungen
- Netzwerktechnik Grundkurs
- Netzwerktechnik Intensivkurs: Vom TCP/IP-Grundlagenwissen zur sicheren Praxis
- CompTIA CloudNetX: CNX-001-Training mit Labs
Weitere Kurse aus diesem Bereich
- NetBox-Schulung: IPAM, DCIM und Network Automation
- Netzwerktechnik-Troubleshooting: TCP/IP, DNS und VLAN
- Das automatisierbare Netzwerk: Praxis-Schulung
- TCP/IP Grundkurs
- Hardware Grundkurs: Installieren und Konfigurieren
- IPv6-Schulung: Dual Stack sicher betreiben
- Wireless LAN Training: Planung, Aufbau und Konfiguration
- Umstellung auf ein Cisco Intent-Based Network
Preise, Orte und Buchung für alle Kurse des Bereichs findest du im Katalog: Alle Netzwerktechnik-Schulungen mit Terminen.
Stimmen aus den Kursen
Was Teilnehmende über die Kurse in diesem Bereich sagen
Vielen Dank, Seminar war informationsreich, verständlich, persönlich sehr angenehm.
Durch den 1 zu 1 Kurs konnten meine Fragen und Ziele optimal bearbeitet werden.
Hervorragender Referent, der kurzweilig und sehr strukturiert durch den Kurs geführt hat und keine Fragen offen gelassen hat.
05 Fragen
Häufige Fragen
Deine Frage ist nicht dabei? Stell sie uns direkt, wir antworten dir persönlich.
Ist der CCNA schwerer als Network+?
Gibt es Network+ auf Deutsch?
Wann kommt eine neue Network+-Version?
Brauche ich A+ vor Network+?
Wie verlängere ich Network+ und den CCNA?
Ist CloudNetX der nächste Schritt nach Network+?
Passt thematisch dazu
Für welche Tätigkeiten Network+ den passenden Nachweis liefert, zeigt die Berufsseite über die typischen Aufgaben im First-Level-Support.
Wer zwischen CompTIA und einem Hersteller schwankt, findet dieselbe Abwägung bei Linux-Zertifikaten zwischen LPIC, RHCSA und Linux+.
Quellen
- CompTIA, Network+ Certification (N10-009, Format, Sprachen, Bereiche)
- CompTIA, Certification Renewal Policy
- CompTIA, Earn Continuing Education Units (CEU-Bedarf je Zertifikat)
- CompTIA, CloudNetX Certification (CNX-001)
- Cisco, CCNA Certification (Dauer, Preis, Sprachen, Gültigkeit)
- Cisco, CCNA Exam v1.1 (200-301), Exam Topics
Deine Ansprechpartner
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Yves Hoppe
Weiterbildung & Beratung
Hilft dir, aus dem Netzwerktechnik-Programm den passenden Kurs für deinen Stand zu finden.
Norbert Jansen
Beratung & Inhouse
Plant mit dir Inhouse-Trainings, die auf eure Abläufe und euren Datenbestand zugeschnitten sind.
Die Grundlagen legen, bevor du dich für ein Zertifikat entscheidest
Der Netzwerktechnik Grundkurs und der Intensivkurs bei cmt vermitteln das herstellerneutrale Fundament, auf dem beide Prüfungen aufbauen. Wer direkt in Cisco-Netze will, geht in den CCNA-Kurs, und für erfahrene Architekten gibt es das CloudNetX-Training, vor Ort oder Live-Online.
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