Hardware-Lebenszyklus

Wenn Cisco das Ende ankündigt: Termine lesen und rechtzeitig erneuern

Welche Meilensteine ein End-of-Life-Bulletin nennt, was danach nicht mehr geht und wer im Haus welchen Termin im Blick behält.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
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Kurz gesagt

Cisco kündigt das Ende eines Produkts in einem End-of-Life-Bulletin mit mehreren Meilensteinen an. Das End-of-Sale ist der letzte Bestelltag, End of SW Maintenance Releases das Ende der regulären Bugfixes. Mit dem End of Vulnerability/Security Support enden die Sicherheitskorrekturen, nach dem Last Date of Support gibt es keinerlei Support mehr. Für den Betrieb ist der Sicherheitstermin der kritische, denn danach bleiben neue Schwachstellen offen. Wer ein Inventar mit Produkt-IDs, Seriennummern und Vertragsdaten führt, die Bulletins regelmäßig abgleicht und die Erneuerung über drei Jahre budgetiert, wird von keinem Termin überrascht.

Stand dieser Seite: 25.10.2026

01 Worum es geht

Die Switches laufen noch, aber niemand weiß, bis wann sie sicher sind

Netzwerkhardware hält lange. Ein Access-Switch, der vor zehn Jahren eingebaut wurde, leitet heute noch zuverlässig Frames weiter, und solange niemand klagt, steht er nicht auf der Liste. Das Problem ist nicht die Hardware, sondern die Software darauf: Irgendwann veröffentlicht Cisco für dieses Modell keine Sicherheitskorrekturen mehr, und jede neu bekannte Schwachstelle bleibt dauerhaft offen.

In vielen Häusern fällt das erst auf, wenn ein Prüfer, ein Versicherer oder ein Dienstleister fragt. Dann beginnt die Suche: Welche Modelle stehen wo, welche Seriennummern haben sie, welcher Wartungsvertrag gilt noch, und was steht im Bulletin? Aus einer geplanten Erneuerung wird ein Notprojekt mit Lieferzeiten, Sonderbudget und Migrationswochenenden, die niemand vorbereitet hat.

Dazu kommt, dass die Begriffe verwirren. End-of-Life, End-of-Sale und End-of-Support werden umgangssprachlich gleich benutzt, meinen aber verschiedene Termine, die Jahre auseinanderliegen können. Wer End-of-Sale für das Ende des Supports hält, erneuert zu früh und verschenkt Geld. Wer das Last Date of Support für den einzigen relevanten Termin hält, betreibt womöglich jahrelang Geräte ohne Sicherheitsupdates.

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02 Wer entscheidet was

Wer welchen Teil des Lebenszyklus verantwortet

Hardware-Lebenszyklus ist keine reine Technikaufgabe. Die Tabelle trennt für jedes Thema, wer entscheidet und wer umsetzt, und nennt die Stelle, an der es in der Praxis am häufigsten hakt.

Bulletins beobachten und neue Ankündigungen den eigenen Geräten zuordnen

Wer entscheidet
Die Leitung des Netzwerkbetriebs legt fest, wie oft und mit welchem Werkzeug abgeglichen wird, etwa monatlich über eine Abfrage aller Produkt-IDs
Wer setzt um
Ein benanntes Mitglied des Netzwerkteams oder der betreuende Dienstleister, der neue Bulletins gegen das Inventar prüft und betroffene Geräte meldet
Stolperfalle
Niemand ist ausdrücklich zuständig, und Ankündigungen werden nur zufällig bemerkt, etwa wenn ein Händler ein Angebot schickt. Ohne festen Takt fällt ein Bulletin erst auf, wenn der letzte Bestelltag vorbei ist.

Das Inventar mit Produkt-ID, Seriennummer, Standort, Softwarestand und Vertrag führen

Wer entscheidet
Die IT-Leitung bestimmt das führende System, etwa NetBox, eine CMDB oder Catalyst Center, und wer Änderungen eintragen muss
Wer setzt um
Das Netzwerkteam bei jeder Inbetriebnahme, jedem Tausch und jeder Außerbetriebnahme, unterstützt durch automatische Abgleiche per Skript oder Controller
Stolperfalle
Das Inventar ist eine Tabelle vom letzten Projekt. Module, Netzteile und Transceiver fehlen, und Geräte aus Außenstellen tauchen gar nicht auf. Gerade Module haben oft eigene Bulletins mit anderen Terminen.

Bewerten, welches Risiko ein Gerät nach dem Ende der Sicherheitskorrekturen bedeutet

Wer entscheidet
Der Informationssicherheitsbeauftragte bewertet das Risiko je Gerätegruppe nach Exposition, Funktion und Schutzbedarf
Wer setzt um
Das Netzwerkteam liefert die technischen Fakten: welche Dienste aktiv sind, ob das Gerät aus dem Internet erreichbar ist und welche Segmente dahinter liegen
Stolperfalle
Alle Geräte werden gleich behandelt. Ein Core-Switch, über den alle Server laufen, und ein Switch in einem abgeschotteten Labor haben nach dem Sicherheitstermin völlig verschiedene Risiken.

Budget für die Erneuerung über mehrere Jahre einplanen

Wer entscheidet
Die Geschäftsleitung beschließt den Mehrjahresplan und die Budgetjahre auf Vorlage der IT-Leitung
Wer setzt um
Die IT-Leitung gemeinsam mit Einkauf und Controlling, die Stückzahlen, Lizenzen, Wartungsverträge und Projektaufwand je Jahr zusammenstellen
Stolperfalle
Es wird nur Hardware budgetiert. Lizenzen auf neuer Hardware, Wartungsverträge, Transceiver, Migrationsaufwand und gegebenenfalls externe Unterstützung fehlen, und das Projekt stockt im zweiten Jahr.

Wartungsverträge abschließen, verlängern oder auslaufen lassen

Wer entscheidet
Die IT-Leitung entscheidet je Gerätegruppe, ob bis zum Last Date of Support verlängert wird oder ein Austausch vorher erfolgt
Wer setzt um
Der Einkauf mit dem Cisco-Partner, auf Basis der Liste betroffener Seriennummern aus dem Inventar
Stolperfalle
Der Termin End of New Service Attachment wird übersehen. Danach lässt sich ein Gerät ohne Vertrag nicht mehr neu unter Vertrag nehmen, auch wenn der Support formal noch Jahre läuft.

Ausnahmen genehmigen, wenn Geräte über den Sicherheitstermin hinaus laufen

Wer entscheidet
Die Geschäftsleitung oder ein von ihr benanntes Gremium akzeptiert das Restrisiko schriftlich, befristet und mit Begründung
Wer setzt um
Das Netzwerkteam setzt die Ausgleichsmaßnahmen um, etwa ein abgeschottetes Management, deaktivierte Dienste und zusätzliche Überwachung
Stolperfalle
Ausnahmen werden mündlich erteilt und nie überprüft. Aus einem halben Jahr Übergang werden drei Jahre, und im Audit gibt es keinen Beleg für eine bewusste Entscheidung.

Migration planen und Altgeräte außer Betrieb nehmen

Wer entscheidet
Die Leitung des Netzwerkbetriebs legt Reihenfolge, Wartungsfenster und Rückfallpläne fest
Wer setzt um
Das Netzwerkteam oder der Dienstleister, die Konfiguration übertragen, Ports umstecken, testen und das Inventar nachziehen
Stolperfalle
Die alte Konfiguration wird eins zu eins kopiert. Neue Plattformen bieten andere Standardwerte und Funktionen, und Altlasten wie nie genutzte VLANs oder offene Dienste wandern ungeprüft mit.

Konfiguration und Daten auf Altgeräten vor der Entsorgung löschen

Wer entscheidet
Der Informationssicherheitsbeauftragte gibt das Löschverfahren vor
Wer setzt um
Das Netzwerkteam löscht Konfiguration, Zertifikate und Schlüssel und dokumentiert das je Seriennummer, bevor das Gerät das Haus verlässt
Stolperfalle
Geräte gehen mit Konfiguration an den Händler oder in den Elektroschrott. Darin stehen Passwort-Hashes, SNMP-Communities, VPN-Schlüssel und die Struktur des internen Netzes.

03 Was du mitnimmst

Was du im Lebenszyklus steuern kannst

Die Seite verbindet die Begriffe aus Ciscos Bulletins mit den Aufgaben im eigenen Haus: wer beobachtet, wer bewertet, wer entscheidet und wer umsetzt.

Vom Bulletin bis zum Austausch

  1. 01 EoL-Ankündigung
  2. 02 End-of-Sale
  3. 03 End of SW Maintenance
  4. 04 End of Vulnerability/Security Support
  5. 05 Last Date of Support
  6. 06 Austausch abgeschlossen

Die Meilensteine eines Bulletins richtig lesen

Du kennst die neun Termine, die ein Cisco-Bulletin nennt, ihre Definitionen und was nach jedem nicht mehr möglich ist, vom letzten Bestelltag über das Ende der Fehleranalyse bis zum letzten Supporttag.

Den kritischen Termin erkennen

Du weißt, warum für den sicheren Betrieb das Ende der Sicherheitskorrekturen zählt und nicht das Ende des Verkaufs, und wie du die Termine je Modell in eine Risikobewertung übersetzt.

Zuständigkeiten klar verteilen

Die Rollentabelle zeigt, wer im Haus Bulletins beobachtet, wer das Inventar pflegt, wer Budget plant und wer über Ausnahmen entscheidet, und wo die typischen Lücken zwischen diesen Rollen liegen.

Ein Inventar aufbauen, das die Termine trägt

Du siehst, welche Daten je Gerät nötig sind, wie du sie per CLI einsammelst und in einem System wie NetBox mit den Meilensteinen verknüpfst.

Aus Terminen einen Dreijahresplan machen

Du überführst die Termine in einen Erneuerungsplan mit Budgetjahren, Lieferzeitpuffer und Migrationsfenstern, den die Geschäftsleitung beschließen kann.

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Die Meilensteine und was nach jedem nicht mehr geht

Ein End-of-Life-Bulletin von Cisco nennt in einer Tabelle die Meilensteine eines Produkts mit Definition und Datum. Die Definitionen sind in allen Bulletins gleich, die Abstände zwischen den Terminen unterscheiden sich je nach Produkt. Die End-of-Life-Richtlinie von Cisco sieht vor, dass die Ankündigung in der Regel sechs Monate vor dem End-of-Sale erscheint und dass Hardware ab dem End-of-Sale im Regelfall fünf Jahre lang Support erhält.

Für die Planung zählen vier Termine besonders. Nach dem End-of-Sale kannst du keine identischen Ersatzgeräte mehr bestellen. Nach dem End of SW Maintenance Releases kommen keine regulären Fehlerkorrekturen mehr, nach dem End of Vulnerability/Security Support keine Sicherheitskorrekturen. Nach dem Last Date of Support gibt es weder TAC-Unterstützung noch Ersatzteile.

Die übrigen Termine betreffen Verträge und Logistik. Nach dem Last Ship Date wird nicht mehr ausgeliefert, und nach dem End of Routine Failure Analysis untersucht Cisco ausgefallene Geräte nicht mehr auf die Ursache. Nach dem End of New Service Attachment kannst du Geräte ohne Vertrag nicht mehr neu absichern. Nach dem End of Service Contract Renewal lässt sich ein bestehender Vertrag nicht mehr verlängern.

MeilensteinWas danach nicht mehr geht
End-of-Life Announcement DateNichts, ab hier läuft die Planung
End-of-Sale DateBestellung über Cisco-Vertriebswege
Last Ship DateAuslieferung bereits bestellter Geräte
End of SW Maintenance ReleasesReguläre Software-Releases und Bugfixes
End of Vulnerability/Security SupportGeplante Releases oder Korrekturen für Sicherheitslücken
End of Routine Failure AnalysisUrsachenanalyse ausgefallener Hardware
End of New Service AttachmentGerät neu unter Wartungsvertrag nehmen
End of Service Contract RenewalBestehenden Wartungsvertrag verlängern
Last Date of SupportJeglicher Support, das Produkt ist obsolet

Ein Beispiel: die Catalyst-2960-X-Familie

Die Catalyst-2960-X-Switches stehen in vielen Etagenverteilern. Cisco hat ihr Ende im Bulletin EOL13603 am 31. Oktober 2020 angekündigt. Der letzte Bestelltag war der 31. Oktober 2022, reguläre Software-Wartung und routinemäßige Fehleranalyse endeten am 31. Oktober 2023, und seit diesem Tag lassen sich Geräte ohne Vertrag auch nicht mehr neu unter Wartung nehmen.

Zwei Termine liegen noch vor uns. Bestehende Wartungsverträge können laut Bulletin nur bis zum 29. Januar 2027 verlängert werden. Sicherheitskorrekturen und jeglicher Support enden am 31. Oktober 2027, an diesem Tag fallen End of Vulnerability/Security Support und Last Date of Support zusammen. Als Nachfolger nennt das Bulletin für viele Modelle Switches der Serie Catalyst 9200L.

Für ein Haus mit 2960-X im Einsatz heißt das: Es bleibt ziemlich genau ein Jahr. Wer jetzt erst mit der Planung beginnt, muss Ausschreibung oder Bestellung, Lieferzeit, Konfiguration und Rollout in diese Zeit bekommen. Wer die Verträge noch verlängern will, um bis zum Austausch abgesichert zu sein, muss das vor Ende Januar 2027 erledigen.

MeilensteinDatum
End-of-Life Announcement Date31.10.2020
End-of-Sale Date31.10.2022
Last Ship Date30.01.2023
End of SW Maintenance Releases31.10.2023
End of Routine Failure Analysis31.10.2023
End of New Service Attachment31.10.2023
End of Service Contract Renewal29.01.2027
End of Vulnerability/Security Support31.10.2027
Last Date of Support31.10.2027

Warum End of Vulnerability/Security Support der kritische Termin ist

Nach dem End of SW Maintenance Releases erscheinen keine neuen Funktionen und keine Korrekturen für gewöhnliche Fehler mehr. Das ist lästig, aber beherrschbar: Ein Switch, der stabil läuft, läuft weiter. Sicherheitskorrekturen kommen laut Definition bis zum End of Vulnerability/Security Support weiter, als geplante Maintenance-Releases oder Software-Korrekturen für Sicherheitslücken.

Danach ändert sich die Lage grundsätzlich. Jede neue Schwachstelle, die in einer Cisco-Sicherheitsmeldung für diese Software-Version erscheint, bleibt für das Gerät dauerhaft offen. Bei einem Access-Switch mit Management nur aus einem abgeschotteten Netz ist das ein begrenztes Risiko. Bei einem Router am Internetübergang, einem VPN-Konzentrator oder einem Core-Switch, über den das Management aller anderen Geräte läuft, ist es ein Risiko, das kein Haus auf Dauer tragen sollte.

Für die Planung heißt das: Rechne vom Sicherheitstermin rückwärts, nicht vom End-of-Sale vorwärts. Zwischen End-of-Sale und Sicherheitstermin liegen bei der 2960-X fünf Jahre, und genau diese Zeit ist das Fenster für eine geordnete Erneuerung. Wer es nutzt, tauscht im Rahmen normaler Budgets; wer es verstreichen lässt, steht am Ende unter Zeitdruck.

Das Inventar als Grundlage

Ohne vollständiges Inventar lassen sich Bulletins nicht zuordnen. Je Gerät brauchst du die Produkt-ID, also die Bestellnummer wie WS-C2960X-48FPD-L, die Seriennummer, den Standort, die Rolle im Netz, die Software-Version und die Vertragsnummer. Module, Netzteile, Lüfter und Transceiver haben eigene Produkt-IDs und teils eigene Bulletins mit anderen Terminen; sie gehören deshalb ebenfalls ins Inventar.

Die Daten liefert das Gerät selbst. show inventory listet alle Bauteile mit Produkt-ID und Seriennummer, show version den Softwarestand und die Laufzeit. In einem Netz mit Dutzenden Geräten sammelst du das nicht von Hand, sondern per Skript, Ansible oder über einen Controller wie Catalyst Center, der ein Geräteinventar mit Softwareständen führt. Die Ergebnisse gehören in ein führendes System, etwa NetBox, wo Plattform, Seriennummer und eigene Felder für die Meilensteine je Gerätetyp gepflegt werden.

Den Abgleich mit den Bulletins machst du je Produkt-ID, nicht je Gerät. Die EoL-Suche auf cisco.com findet Bulletins nach Produktfamilie, die Cisco Support APIs bieten eine EoX-Abfrage nach Produkt-ID oder Seriennummer, die sich in einen regelmäßigen Abgleich einbauen lässt. Wichtig ist der feste Takt, etwa monatlich, und eine Person, die neue Treffer bewertet.

Inventardaten per CLI einsammeln (IOS XE)
SW1# show inventory
NAME: c93xx Stack, DESCR: c93xx Stack
PID: C9300-48P         , VID: V02  , SN: FOC2xxxxxxx

NAME: Switch 1 - Power Supply A, DESCR: Switch 1 - Power Supply A
PID: PWR-C1-715WAC-P   , VID: V01  , SN: DCB2xxxxxxx

SW1# show version | include Version|uptime|Model Number|System Serial

! Pflichtfelder je Gerät im Inventar:
! Hostname, Standort, Rolle, PID, Seriennummer, Software-Version,
! Vertragsnummer, Vertragsende, EoS, EoSWM, EoVSS, LDoS

Ein Erneuerungsplan über drei Jahre

Ein Dreijahresplan verbindet die Termine mit den Budgetjahren. Im ersten Jahr stehen alle Geräte, deren Sicherheitstermin innerhalb von 18 Monaten liegt oder bereits vorbei ist, dazu Geräte mit hoher Exposition. Im zweiten Jahr folgen die Geräte, deren Sicherheitstermin in 18 bis 36 Monaten liegt. Im dritten Jahr plant ihr die nächste Welle und die Geräte, die schon End-of-Sale erreicht haben, aber noch lange gepflegt werden.

Plane Puffer ein. Lieferzeiten für Netzwerkhardware schwanken, und ein Rollout über mehrere Standorte braucht Wartungsfenster, die mit Fachbereichen abgestimmt sind. Lizenzen und Wartungsverträge für die neue Hardware gehören von Anfang an ins Budget, ebenso der Aufwand für Planung, Konfiguration und Migration. Die neue Plattform bringt oft eine andere Lizenzlogik mit, die du vor der Bestellung klären musst.

Lege den Plan der Geschäftsleitung als Beschluss vor, mit Gerätezahl, Budget je Jahr und den Risiken, die bei Verschiebung entstehen. Ein beschlossener Plan ist mehr als eine Investitionsliste: Er ist der Nachweis, dass das Haus den Lebenszyklus seiner Infrastruktur bewusst steuert.

  1. Jahr 1

    Alle Geräte, deren Sicherheitstermin vorbei ist oder in weniger als 18 Monaten liegt, dazu exponierte Geräte am Internetübergang, im VPN und im Core. Budget für Hardware, Lizenzen, Verträge und Projektaufwand; Ausnahmen nur befristet, mit Ausgleichsmaßnahmen und beschlossen.

  2. Jahr 2

    Geräte, deren Sicherheitstermin in 18 bis 36 Monaten liegt. Die Wartungsverträge der Altgeräte verlängerst du nur bis zum geplanten Austausch.

  3. Jahr 3

    Geräte, die End-of-Sale erreicht haben und deren Sicherheitstermin mehr als 36 Monate entfernt ist. Hier planst du die nächsten Bulletins ein und schreibst Inventar und Plan fort.

  4. Jedes Jahr

    Den Plan mit neuen Bulletins abgleichen und der Geschäftsleitung erneut zum Beschluss vorlegen.

Sicherheits- und Versicherungsfolgen veralteter Hardware

Für Einrichtungen im Anwendungsbereich von NIS2 verlangt § 30 BSIG geeignete, verhältnismäßige und wirksame Maßnahmen, die den Stand der Technik einhalten sollen. Ausdrücklich genannt sind Sicherheitsmaßnahmen bei Erwerb, Entwicklung und Wartung von informationstechnischen Systemen einschließlich Management und Offenlegung von Schwachstellen. Ein Gerät, für das der Hersteller keine Sicherheitskorrekturen mehr liefert, lässt sich mit diesem Anspruch nur mit einer dokumentierten Risikobewertung und Ausgleichsmaßnahmen vereinbaren.

Wenn ihr eine Cyberversicherung habt, prüft, ob Antrag oder Bedingungen Angaben zum Patchstand oder zu Systemen ohne Herstellerunterstützung verlangen. Was eure Police genau fordert und welche Folgen unvollständige Angaben haben, steht nur dort; lies beides mit der Inventarliste daneben, bevor du Fragen des Versicherers beantwortest.

Unabhängig von Regulierung und Versicherung gilt: Nach dem Last Date of Support gibt es auch bei einem Hardwaredefekt keine Unterstützung mehr. Ersatzteile kommen dann vom Gebrauchtmarkt oder aus dem eigenen Lager. Wer für kritische Standorte keinen Kaltreserve-Switch hat, riskiert bei einem Ausfall mehrere Tage ohne Netz.

Dazu passende Kurse

Für die Migration auf aktuelle Plattformen helfen dir unsere Schulungen zu Catalyst 9000 und Catalyst Center.

Stimmen aus den Kursen

Was Teilnehmende über die Kurse in diesem Bereich sagen

Hervorragender Referent, der kurzweilig und sehr strukturiert durch den Kurs geführt hat und keine Fragen offen gelassen hat.
TCP/IP Grundkurs
Vielen Dank, Seminar war informationsreich, verständlich, persönlich sehr angenehm.
Netzwerktechnik Grundkurs
Durch den 1 zu 1 Kurs konnten meine Fragen und Ziele optimal bearbeitet werden.
Hardware Grundkurs: Installieren und Konfigurieren

05 Fragen

Häufige Fragen

Deine Frage ist nicht dabei? Stell sie uns direkt, wir antworten dir persönlich.

Ist End-of-Life dasselbe wie End-of-Support?
Nein. End-of-Life bezeichnet bei Cisco den gesamten Prozess, der mit der Ankündigung beginnt und mit dem Last Date of Support endet. Das Ende des Supports ist nur der letzte Meilenstein. Dazwischen liegen das End-of-Sale, das Ende der regulären Software-Wartung und das Ende der Sicherheitskorrekturen, oft mehrere Jahre auseinander.
Darf ich ein Gerät nach dem Last Date of Support weiter betreiben?
Technisch ja, das Gerät schaltet sich nicht ab. Du bekommst aber keine Sicherheitskorrekturen, keine TAC-Unterstützung und keine Ersatzteile mehr von Cisco. Ob der Weiterbetrieb vertretbar ist, hängt von Rolle und Exposition des Geräts ab. Für Einrichtungen unter NIS2 sollte die Entscheidung als befristete Ausnahme mit Ausgleichsmaßnahmen dokumentiert sein.
Wo finde ich die Termine für mein Modell?
Auf der Produktseite von Cisco unter End-of-Life and End-of-Sale Notices oder über die EoL-Suche auf cisco.com. Maßgeblich ist das Bulletin für die genaue Produkt-ID, denn innerhalb einer Familie können Modelle, Module und Lizenzen unterschiedliche Bulletins mit verschiedenen Terminen haben. Für viele Geräte ist die automatische Abfrage über die Cisco Support APIs bequemer.
Wie viel Vorlauf habe ich nach einer Ankündigung?
Laut der End-of-Life-Richtlinie von Cisco erscheint die Ankündigung in der Regel sechs Monate vor dem End-of-Sale, und Hardware wird ab dem End-of-Sale im Regelfall fünf Jahre unterstützt. Das ergibt einen Planungshorizont von gut fünf Jahren ab Ankündigung. Die genauen Termine stehen im jeweiligen Bulletin und können abweichen.
Was passiert mit meinem Wartungsvertrag?
Ein bestehender Vertrag läuft bis zu seinem Ende weiter, kann aber nur bis zum End of Service Contract Renewal verlängert werden und endet spätestens mit dem Last Date of Support. Geräte ohne Vertrag lassen sich nach dem End of New Service Attachment nicht mehr neu absichern. Wer Lücken im Vertragsbestand hat, sollte sie vor diesem Termin schließen.
Gilt das auch für Software und Lizenzen?
Ja, auch Software-Versionen und Lizenzen haben eigene Lebenszyklen. Die End-of-Life-Richtlinie von Cisco nennt für Betriebssystem-Software andere Fristen als für Hardware und Anwendungssoftware. Für den Betrieb heißt das: Neben dem Hardware-Termin brauchst du auch den Stand der eingesetzten Software-Version und planst Updates innerhalb der unterstützten Release-Linien.
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Inventar, Controller und neue Hardware im Griff

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