Was ist Corporate Social Responsibility (CSR)?
CSR, deutsch unternehmerische Gesellschaftsverantwortung
Corporate Social Responsibility, kurz CSR, bezeichnet die Verantwortung eines Unternehmens für die ökologischen und sozialen Auswirkungen seines Wirtschaftens. So versteht es die EU-Kommission seit 2011, als sie das Merkmal der Freiwilligkeit aus ihrer älteren Begriffsbestimmung strich. Gemeint ist das Kerngeschäft, also Einkauf, Produktion und Produkte, und nicht ein Spendentopf daneben.
Der Spendenlauf im Sommer zählt nicht dazu, wohl aber die Frage, unter welchen Bedingungen das Vorprodukt entsteht, das ihr seit Jahren einkauft.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
- Abkürzung
- CSR, deutsch gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen
- Betrifft
- Einkauf, Produktion, Produkte und Arbeit
- Nicht mehr freiwillig
- Berichtspflichten und Lieferkettenrecht
- Verwechselt mit
- Sponsoring und Spenden neben dem Geschäft
Was dazugehört und was nicht
Der Prüfstein ist die Wertschöpfungskette. Arbeitsbedingungen bei Lieferanten, Materialauswahl, Energieverbrauch, Lebensdauer und Reparierbarkeit der Produkte, Umgang mit den eigenen Beschäftigten: Das sind CSR-Themen, weil sie aus dem Geschäft selbst entstehen.
Ein Sponsoring des örtlichen Sportvereins gehört dagegen ins Feld Corporate Citizenship. Es ist nicht falsch, ersetzt aber keine Auseinandersetzung mit den eigenen Auswirkungen. Genau an dieser Verwechslung scheitern viele Nachhaltigkeitsberichte inhaltlich.
Wo aus Freiwilligkeit Pflicht geworden ist
Teile dessen, was lange freiwillig war, stehen inzwischen im Gesetz. Berichtspflichten zur Nachhaltigkeit ergeben sich aus europäischem Recht und dessen nationaler Umsetzung, Sorgfaltspflichten in der Lieferkette aus eigenen Gesetzen. Der Anwendungsbereich und die Fristen sind mehrfach geändert worden, deshalb lohnt sich vor jeder internen Ansage ein Blick auf den aktuellen Stand.
Auch ohne Berichtspflicht kommt der Mittelstand kaum daran vorbei. Wer an große Kunden liefert, bekommt deren Fragebögen zu Emissionen, Arbeitsbedingungen und Herkunftsnachweisen auf den Tisch, und wer sie nicht beantworten kann, fliegt aus der Lieferantenliste.
Woran du ernst gemeinte CSR erkennst
Am Anfang steht die Frage, welche Auswirkungen im eigenen Geschäft überhaupt die größten sind. Daraus werden wenige Ziele mit Kennzahl, Termin und einer verantwortlichen Person, und zwar dort verankert, wo entschieden wird: im Einkauf, in der Entwicklung, in der Produktplanung. Eine Stabsstelle ohne Mandat produziert Broschüren, sonst nichts.
In der Außendarstellung ist Vorsicht geboten. Wer mit Begriffen wie klimaneutral wirbt, muss im Werbetext selbst erklären, worauf sich die Aussage stützt, sonst ist sie wettbewerbsrechtlich angreifbar. Die einfache Regel: Behaupte nur, was du im Detail belegen kannst.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Corporate Social Responsibility und was oft damit gleichgesetzt wird
Compliance ist die Einhaltung geltender Regeln und damit Pflicht. CSR beginnt oberhalb davon, bei dem, was niemand verlangt, aber verantwortbar ist. Die Grenze verschiebt sich, weil frühere CSR-Themen nach und nach ins Gesetz wandern.
ESG ist die Sicht von Investoren und Prüfern auf dieselben Themen, zerlegt in Umwelt, Soziales und Unternehmensführung und übersetzt in Kennzahlen. CSR beschreibt die Haltung und die Maßnahmen, ESG deren Messung und Bewertung.
Nachhaltigkeit ist das übergeordnete Ziel und stammt nicht aus der Unternehmenswelt. CSR ist der Beitrag eines einzelnen Unternehmens dazu, mit dessen Mitteln und in dessen Verantwortungsbereich.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Der Nachweis scheitert an der zweiten Ebene der Lieferkette
Die direkten Lieferanten sind meist schnell befragt, sie unterschreiben einen Verhaltenskodex und schicken Zertifikate. Schwierig wird es dahinter: Wer beliefert deinen Lieferanten, und woher stammt das Material? Genau dort sitzen die Risiken, und genau dort endet in vielen Häusern die Kenntnis.
Berichtspflichten haben aus einer Kommunikationsaufgabe eine Datenaufgabe gemacht. Wer Angaben zu Emissionen, Arbeitsbedingungen oder Materialherkunft macht, braucht eine Quelle im System und keine Schätzung aus der Abteilung. Die Arbeit liegt deshalb heute im Einkauf und in der IT und nicht in der Unternehmenskommunikation.
Ein brauchbarer Prüfstein für Ernsthaftigkeit ist die Frage nach dem Zielkonflikt: Gibt es einen Fall, in dem das Unternehmen einen günstigeren Lieferanten abgelehnt hat, und woran ist die Entscheidung festgemacht worden? Wo diese Antwort fehlt, beschreibt der Bericht Absichten und keine Entscheidungen.
Corporate Social Responsibility lernen
Wo aus freiwilliger Verantwortung eine harte Pflicht wird und wie du beides auseinanderhältst, ist Thema der Seminare zu Compliance-Themen .
Wer solche Ziele im eigenen Bereich durchsetzen muss, auch gegen kurzfristige Kostenargumente, findet in den Kurse zu Führung mit klarer Haltung das passende Handwerkszeug.
Kurse, die Corporate Social Responsibility behandeln
Häufige Fragen
Ist CSR verpflichtend?
Was ist der Unterschied zwischen CSR und ESG?
Lohnt sich das für einen Mittelständler?
Deine Ansprechpartner
Du willst das Thema nicht nur nachschlagen, sondern anwenden können? Wir beraten dich persönlich und kostenlos.
Yves Hoppe
Weiterbildung & Beratung
Ordnet mit dir ein, welcher Kurs zu deinem Vorwissen passt.
Norbert Jansen
Beratung & Inhouse
Plant Inhouse-Trainings, die an euren eigenen Daten und Abläufen ansetzen.
Corporate Social Responsibility im Kurs statt im Lexikon
Nachschlagen bringt dich bis zum Verstehen. Anwenden lernst du an echten Aufgaben.