Sorge sachlich sortiert

Nimmt die KI mir den Job?

Statt einer Prognose bekommst du hier eine Methode: Du zerlegst deine eigene Arbeitswoche und siehst danach, welcher Anteil sich bewegt und welcher nicht.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
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Worum es geht

Die Frage nach dem Job ist zu grob für eine brauchbare Antwort

Wer fragt, ob KI den eigenen Job ersetzt, bekommt zwei nutzlose Antworten. Die eine beruhigt pauschal und hilft niemandem weiter, die andere zählt gefährdete Berufe auf und sagt trotzdem nichts über den Arbeitsplatz, an dem du morgen sitzt. Beide reden über Berufsbilder, während sich in Wirklichkeit einzelne Tätigkeiten verschieben.

Solange die Frage offen bleibt, kostet sie doppelt. Sie kostet Aufmerksamkeit, weil sie im Hintergrund weiterläuft, und sie kostet Handlungsspielraum, weil abwarten die einzige Reaktion ist, die zu einer unbeantworteten Frage passt. Wer dagegen benennen kann, welche zwei oder drei Tätigkeiten betroffen sind, hat etwas, worüber sich reden lässt, auch mit der eigenen Führungskraft.

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Symptom, Ursache, Lösung

Symptom, Ursache, Lösung

Symptom

Du liest, dass dein Beruf zu den gefährdeten gehört, und weißt nicht, ob damit deine Arbeit gemeint ist.

Ursache

Solche Einordnungen beziehen sich auf ein Berufsbild und dessen technisch ersetzbare Kerntätigkeiten. Dein Arbeitsplatz besteht aber aus einer eigenen Mischung, die von Betrieb, Branche und Zuschnitt abhängt.

Lösung

Zerleg deine eigene Woche in die drei Spalten. Danach vergleichst du deine Aufstellung mit der Aufschlüsselung im Job-Futuromat, statt dich auf die Gesamtzahl zu stützen.

Symptom

Eine Aufgabe, für die du im Team bekannt warst, erledigt jemand anderes jetzt in fünf Minuten mit einem Chatbot.

Ursache

Der sichtbare Teil deiner Leistung war das Erstellen, der wertvolle Teil war das Urteil dahinter. Sichtbar war bisher nur das Ergebnis, deshalb wirkt der Wegfall größer, als er ist.

Lösung

Mach den unsichtbaren Teil sichtbar: Übernimm die Prüfung dieser Ergebnisse und leg die Kriterien schriftlich fest. Damit wird aus einer verlorenen Aufgabe eine Rolle, die es vorher nicht gab.

Symptom

Du probierst ein Werkzeug aus, das Ergebnis ist unbrauchbar, und du legst die Sache weg.

Ursache

Der erste Versuch scheitert fast immer an der Aufgabenstellung, nicht am Werkzeug. Wer eine Aufgabe ohne Kontext, ohne Beispiel und ohne Zielformat stellt, bekommt einen allgemeinen Text zurück.

Lösung

Wiederhol den Versuch mit einem echten Beispiel aus deiner Arbeit, einem Satz zum Zweck und einer Angabe zum gewünschten Format. Bleibt es unbrauchbar, ist das ein Ergebnis, das du festhalten solltest.

Symptom

Im Betrieb wird ein Werkzeug eingeführt, aber niemand sagt, was das für die Stellen bedeutet.

Ursache

Meistens ist die Frage schlicht nicht entschieden, und wer nichts entschieden hat, sagt lieber nichts. Das Schweigen wird von der Belegschaft trotzdem als Antwort gelesen.

Lösung

Frag konkret nach Tätigkeiten statt nach Stellen: Welche Arbeitsschritte sollen künftig anders laufen? Auf diese Frage gibt es fast immer eine ehrliche Antwort, auf die Stellenfrage selten.

Symptom

Kolleginnen und Kollegen arbeiten längst mit privaten Zugängen, offiziell ist nichts freigegeben.

Ursache

Der Nutzen ist da, der freigegebene Weg fehlt. Das ist kein Zeichen von Nachlässigkeit, sondern von Zeitdruck.

Lösung

Sprich die fehlende Freigabe im Team offen an und frag nach einem betrieblichen Zugang. Betriebliche Unterlagen in privaten Konten sind ein Datenschutzvorfall, und er fällt am Ende auf diejenigen zurück, die ihn verursacht haben.

Fünf Dinge, die eine KI nicht mitbringt

  1. 01 Was nirgends aufgeschrieben ist, findet auch das beste System nicht.
  2. 02 Warum eine hausinterne Regel existiert, steht meistens nirgends geschrieben.
  3. 03 Für eine Zusage, die schiefgeht, trägt am Ende immer ein Mensch die Folgen.
  4. 04 Ob die Datengrundlage veraltet ist, fällt dem System selbst nicht auf.
  5. 05 Nachsehen, anfassen und vor Ort prüfen kann sie ohnehin nicht.
Was du mitnimmst

Was du mitnimmst

Am Ende dieser Seite hast du kein Urteil über deinen Beruf, sondern eine Aufstellung deiner eigenen Tätigkeiten und die Fähigkeit, sie einzuordnen.

Übernahme realistisch einschätzen

Du weißt, welche Art von Aufgabe ein Sprachmodell heute zuverlässig vorbereitet und an welcher Stelle es regelmäßig danebenliegt.

Die eigene Woche zerlegen

Du hast ein einfaches Verfahren, um deine Arbeitszeit in bewegliche und unbewegliche Anteile zu sortieren, ohne Fragebogen und ohne Beratung.

Prüfen als eigene Fähigkeit

Du erkennst, dass die Prüfung des Ergebnisses die Arbeit ist, die bleibt, und was nötig ist, um sie gut zu machen.

Über Aufgaben reden

Du kannst mit deiner Führungskraft über Tätigkeiten sprechen statt über Stellen. Dieses Gespräch verläuft anders und meist zu deinem Vorteil.

Den Einstieg ohne Technikwissen finden

Du siehst, warum der Zugang über die eigene Fachaufgabe führt und nicht über ein Werkzeugtraining ohne Anlass.

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Was ein Sprachmodell heute tatsächlich übernimmt

Zuverlässig vorbereitet werden Erstfassungen, Umformulierungen, Zusammenfassungen langer Texte, Strukturvorschläge, Übersetzungen, Erklärungen zu allgemein bekannten Sachverhalten und kleine Codeschnipsel. Der gemeinsame Nenner ist unauffällig, aber entscheidend: Das Ergebnis muss plausibel sein, und ob es stimmt, prüft jemand anderes.

Nicht übernommen wird alles, was nirgends dokumentiert ist. Angebunden an eure Ablagen und Postfächer findet ein System durchaus, welcher Kunde welche Konditionen hat und was in der letzten Besprechung beschlossen wurde. Was es nicht findet, ist die mündliche Zusage von vor drei Jahren, der Grund hinter einer internen Regel und die Einschätzung, welche Formulierung bei diesem Gegenüber besser ankommt. Ebenso wenig übernommen wird alles mit Folgen, also Freigaben, Zusagen und Entscheidungen, für die jemand einstehen muss.

Dazwischen liegt ein Bereich, der oft falsch eingeschätzt wird: Aufgaben, die technisch übernommen werden könnten, aber am Aufwand scheitern. Wenn die Daten in zwölf Ablagen verstreut liegen und niemand sie pflegt, bleibt die Aufgabe beim Menschen, unabhängig davon, was möglich wäre. Genau deshalb ist Datenpflege inzwischen ein Karriereargument und keine Nebentätigkeit.

Warum die Prüfung dein Anteil ist

Ein System liefert seine Antwort in derselben Sicherheit, ob es richtig liegt oder nicht. Es gibt keine zögernde Formulierung bei einer erfundenen Zahl. Die Kosten des Irrtums trägt aber der Betrieb, und dafür braucht er eine Person, die den Irrtum erkennt.

Der Unterschied zeigt sich an einem kleinen Beispiel. In einem Antwortentwurf an einen Kunden steht ein Satz, der sprachlich einwandfrei ist und inhaltlich eine Zusage enthält, die vom Vertrag nicht gedeckt wird. Wer den Vertrag kennt, sieht es in zwei Sekunden. Wer den Entwurf nur durchliest, weil er gut klingt, unterschreibt ein Problem.

Daraus folgt eine unbequeme, aber nützliche Einsicht: Wer nur Rohmaterial liefert, ist verhandelbar geworden. Wer erkennt, an welcher Stelle ein Entwurf kippt, wird gebraucht und kann das auch belegen. Diese Fähigkeit entsteht nicht in einem Werkzeugtraining, sondern an den eigenen Fällen.

Deine Arbeitswoche in drei Spalten

Die brauchbarste Auskunft über den eigenen Arbeitsplatz kommt nicht aus einer Studie, sondern aus fünf Arbeitstagen mit einem Notizzettel. Aufgeschrieben wird jede Tätigkeit mit ungefährem Zeitanteil, laufend und nicht rückwirkend, weil im Rückblick genau die Routine verschwindet, um die es geht.

Danach wird sortiert. In die erste Spalte kommt, was wiederkehrend und klar beschreibbar ist. In die zweite, was an deinem Urteil und deinem Wissen über den Betrieb hängt. In die dritte, was an Menschen, Orten oder Dingen hängt, also Abstimmungen, Vor-Ort-Termine, körperliche Arbeit. Die erste Spalte ist der bewegliche Anteil.

Ist die erste Spalte klein, hast du kein Sicherheitsproblem. Ist sie groß, hast du in erster Linie ein Zeitproblem, das du selbst nutzen kannst, bevor es jemand anderes tut. In beiden Fällen weißt du mehr als vorher, und zwar über deinen Arbeitsplatz und nicht über eine Berufsgruppe.

Was zuerst zu tun ist, wenn die Sorge bleibt

Der wirksamste Schritt ist unspektakulär: eine echte eigene Aufgabe mit einem Werkzeug bearbeiten und aufschreiben, was am Ergebnis falsch war. Nach fünf Durchgängen hast du eine Fehlerliste, die niemand sonst hat, weil sie aus deinem Fachgebiet stammt. Diese Liste ist zugleich die beste Grundlage für ein Gespräch über die eigene Rolle.

Ebenso wichtig ist, was du nicht tun solltest. Betriebliche Unterlagen in ein privates Konto zu kopieren, weil es offiziell noch keinen Zugang gibt, ist der Punkt, an dem aus einer Sorge ein echtes Problem wird. Frag stattdessen nach einem freigegebenen Weg, auch wenn die Antwort erst einmal dauert.

Und wenn im Betrieb niemand über das Thema spricht: Das ist kein gutes Zeichen und auch kein schlechtes, sondern meist nur ein Hinweis darauf, dass niemand die Zuständigkeit hat. Wer die Frage stellt, welche Tätigkeiten künftig anders laufen sollen, bekommt in der Regel eine ernsthafte Antwort, weil sie noch niemand formulieren musste.

Dazu passende Kurse

Wer den ersten Versuch lieber begleitet unternimmt statt allein am Feierabend, findet in den Einstiegsseminare für die ersten Schritte mit KI den passenden Rahmen.

Steht im Betrieb eine größere Umstellung an, helfen die Weiterbildungen für Teams, die gerade umgebaut werden dabei, den Wandel nicht nur zu erleiden.

Wissen prüfen

Wie sicher bist du beim Thema wirklich?

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Die Inhalte wurden sehr gut vermittelt und Fragen wurden perfekt beantwortet.
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Häufige Fragen

Ist es besser, KI zu ignorieren oder mitzumachen?
Ignorieren funktioniert nur so lange, wie niemand im Umfeld die Werkzeuge nutzt, und dieser Zustand hält selten. Sinnvoll ist ein mittlerer Weg: an den eigenen Aufgaben ausprobieren, die Grenzen dokumentieren und die Ergebnisse nicht ungeprüft übernehmen. Wer die Schwächen kennt, argumentiert im Betrieb deutlich glaubwürdiger als wer nur ablehnt.
Ich bin über fünfzig und habe wenig mit IT zu tun. Lohnt sich der Einstieg noch?
Der Einstieg läuft über deine Fachaufgabe und nicht über Technik. Genau die Berufserfahrung, die du mitbringst, ist beim Prüfen von Ergebnissen der entscheidende Vorteil, weil du erkennst, wann etwas fachlich nicht stimmt. Wer diesen Vorteil nutzt, holt die Bedienung nebenbei auf.
Woran erkenne ich, ob mein Betrieb Stellen abbaut oder Aufgaben umbaut?
An zwei Signalen, die sich schwer verbergen lassen: Werden frei werdende Stellen nachbesetzt, und wird die Einarbeitung neuer Leute gekürzt oder ausgebaut? Wo beides zusammenfällt, also keine Nachbesetzung bei gleichzeitig kürzerer Einarbeitung, geht es um Personalkosten und nicht um einen Umbau der Arbeit.
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Yves Hoppe

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Norbert Jansen

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Erst ausprobieren, dann urteilen

Der schnellste Weg aus der Unsicherheit führt über eigene Versuche an echten Aufgaben, begleitet von jemandem, der die typischen Fehler kennt.