Plattformentscheidung

AWS oder Azure: Woran du die Entscheidung wirklich festmachst

Wenn Active Directory, Windows Server und ein laufender Microsoft-Vertrag im Haus sind, ist Azure fast immer der kürzere Weg, weil Identität und Lizenzierung bereits passen. Wer neu anfängt, überwiegend Linux betreibt oder ein sehr breites Dienstangebot braucht, findet bei AWS mehr Auswahl und die längere Betriebserfahrung. Der Rest entscheidet sich an drei Punkten: den Fähigkeiten im Team, dem gewünschten Betriebsmodell und der Frage, in welcher Region die Daten liegen dürfen.

5 Kapitel mit allen Befehlen
Zwei IT-Entscheider vergleichen Plattformoptionen an einem großen Bildschirm
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Worum es geht

Warum diese Frage selten technisch entschieden wird

Die Featurelisten beider Anbieter nehmen sich in den Bereichen, die für neunzig Prozent aller Unternehmen zählen, kaum noch etwas. Virtuelle Maschinen, verwaltetes Kubernetes, Objektspeicher, verwaltete Datenbanken, Netzwerkanbindung ins eigene Rechenzentrum und ein Katalog an Sicherheitsdiensten: Das gibt es auf beiden Seiten in belastbarer Qualität. Wer die Entscheidung entlang einzelner Funktionen trifft, vergleicht deshalb Nebensächlichkeiten und übersieht die Punkte, die tatsächlich über Projektlaufzeit und Betriebskosten entscheiden.

Entschieden wird stattdessen an Anschlusspunkten. Ein Haus mit Active Directory, Microsoft 365, Windows-Servern und einem Enterprise Agreement hat bei Azure die Identität schon geklärt, kann vorhandene Lizenzen mitnehmen und findet Ansprechpartner in einer Vertragsbeziehung, die es ohnehin pflegt. Ein Haus mit überwiegend Linux, eigener Entwicklung und ohne Microsoft-Bindung hat diesen Vorteil nicht und wählt eher nach Reife der Dienste und Verfügbarkeit von Fachkräften. Beide Wege sind richtig, nur eben nicht für dasselbe Unternehmen.

Der teuerste Fehler ist die vorschnelle Multi-Cloud-Entscheidung, meist mit dem Argument der Unabhängigkeit. Praktisch verdoppelt sie fast alles: Identitäts- und Rechtekonzepte, Netzarchitektur, Überwachung, Sicherung, Notfallplanung, Werkzeugketten und vor allem den Bedarf an Fachwissen. Ein Team, das eine Plattform sicher betreibt, betreibt zwei meist nur halb. Sinnvoll ist ein zweiter Anbieter, wenn ein konkreter Grund vorliegt, etwa regulatorische Vorgaben oder ein Dienst, den es nur dort gibt. Als Grundhaltung ist er teuer.

Miniatur-Szene: zwei Plattformen nebeneinander mit unterschiedlichen Cloud-Bausteinen, dazwischen eine Waage

Der Entscheidungsweg in sechs Schritten

  1. 01 Bestand aufnehmen: Verträge, Identität, Betriebssysteme
  2. 02 Zielbild skizzieren statt Dienstlisten zu vergleichen
  3. 03 Fähigkeiten im Team messen und Lernzeit einplanen
  4. 04 Regionen und Datenschutzanforderungen verbindlich festlegen
  5. 05 Kosten über drei Jahre inklusive Ausstieg rechnen
  6. 06 Pilot mit echter Last fahren, dann erst festlegen
Was du mitnimmst

Sechs Kriterien, die die Entscheidung tragen

Die folgenden Punkte entscheiden in unseren Projekten regelmäßig die Plattformwahl. Sie sind bewusst nach Gewicht sortiert, nicht nach Reihenfolge im Projektplan.

Identität und bestehende Verträge

Der stärkste Hebel. Wer Entra ID über Microsoft 365 ohnehin betreibt, hat bei Azure Anmeldung, bedingten Zugriff und Rollenmodell bereits vorhanden. Bei AWS kommt das IAM Identity Center dazu, das sich zwar an Entra ID anbinden lässt, aber ein zweites Rechtemodell mitbringt. Ein laufendes Enterprise Agreement verschiebt zusätzlich die Preisbasis spürbar in Richtung Azure.

Fähigkeiten im Team

Die Plattform, die dein Team betreiben kann, ist die richtige. Ein Team aus der Windows- und System-Center-Welt findet sich in Azure schneller zurecht, ein Team mit Linux-, Skript- und Automatisierungshintergrund in AWS. Rechne den Lernaufwand offen in den Projektplan ein: Für die erste produktionsreife Umgebung sind mehrere Monate Einarbeitung realistisch, unabhängig vom Anbieter.

Betriebsmodell und Steuerung

AWS trennt Zuständigkeiten über Konten in Organizations, Azure über Abonnements unter Verwaltungsgruppen. Beides funktioniert, führt aber zu unterschiedlichen Zuschnitten. Wichtig ist die Frage, wer künftig Ressourcen anlegen darf und wie Leitplanken durchgesetzt werden: über Service Control Policies bei AWS, über Azure Policy und Verwaltungsgruppen bei Azure. Das gehört vor die erste Ressource, nicht danach.

Region, Datenschutz und Souveränität

Beide Anbieter betreiben Regionen in Deutschland und weitere in der EU. Für Auftragsverarbeitung, Löschkonzepte und Nachweispflichten zählt aber nicht nur der Standort, sondern auch, welche Verwaltungsdaten die Region verlassen und wer Zugriff auf Unterstützungsfälle hat. Microsoft und AWS haben dafür jeweils eigene EU-Programme, deren Umfang du gegen die eigenen Anforderungen prüfen musst.

Kosten und Bindung

Listenpreise sind für die Entscheidung fast wertlos, weil beide Anbieter über Rabatte, Vorauszahlungen und Verbrauchszusagen arbeiten. Rechne stattdessen die tatsächliche Last über drei Jahre, inklusive Datentransfer, Sicherung, Lizenzen und Ausstieg. Der Azure Hybrid Benefit für vorhandene Windows- und SQL-Lizenzen kippt in Windows-Landschaften die Rechnung oft deutlich.

Zertifizierungswege und Personalplanung

Die Anbieter fahren unterschiedliche Modelle. AWS-Zertifikate gelten drei Jahre und werden nur durch eine erneute Prüfung verlängert. Microsoft verlängert rollenbasierte Zertifizierungen kostenlos jährlich über eine Onlineprüfung. Das ist kein Nebenaspekt, sondern bestimmt, wie viel Prüfungsaufwand du dauerhaft einplanen musst und wie schnell Wissen im Team veraltet.

Tutorial

Von der Bestandsaufnahme bis zur belastbaren Entscheidung

Sind Active Directory, Windows Server und ein laufender Microsoft-Vertrag im Haus, ist Azure fast immer der kürzere Weg, wer neu anfängt und überwiegend Linux betreibt, findet bei AWS mehr Auswahl. Den Ausschlag geben danach die Fähigkeiten im Team, das gewünschte Betriebsmodell und die Region, in der die Daten liegen dürfen. In dieser Reihenfolge geht es weiter: die eigene Ausgangslage messen, Identität klären, Region und Datenschutz festlegen, Kosten vergleichbar machen und den Personalaufbau planen.

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Schritt 1: Die eigene Ausgangslage messen

Die Entscheidung beginnt nicht beim Anbieter, sondern im eigenen Haus. Diese Zahlen holst du dir aus Verzeichnis, Inventar und Vertragsakte, nicht aus der Erinnerung.

Was bereits vorhanden ist, wenn es Konten auf beiden Seiten gibt
# AWS: unter welcher Identität arbeite ich, welche Konten hängen an der Organisation
aws sts get-caller-identity
aws organizations list-accounts --query 'Accounts[].[Id,Name,Status]' --output table
aws ec2 describe-instances \
  --query 'Reservations[].Instances[].[InstanceId,InstanceType,Platform,State.Name]' \
  --output table

# Azure: Abonnements, Verwaltungsgruppen und angemeldete Identität
az account list --output table
az account management-group list --output table
az vm list --query '[].{name:name,groesse:hardwareProfile.vmSize,os:storageProfile.osDisk.osType}' -o table

Interessant sind drei Verhältnisse: Windows zu Linux, Anzahl der Nutzerkonten im Verzeichnis und die Menge an Datenbanken, die lizenzgebunden sind. Genau diese drei Werte verschieben die Kostenrechnung später am stärksten.

Woran sich die Plattformwahl in der Praxis entscheidet

KriteriumSpricht für AzureSpricht für AWS
IdentitätEntra ID läuft bereits über Microsoft 365Verzeichnis ist ohnehin abzulösen oder es gibt keines
BetriebssystemeÜberwiegend Windows Server, SQL Server, SharepointÜberwiegend Linux, Container, eigene Entwicklung
LizenzenVorhandene Windows- und SQL-Lizenzen mit Software AssuranceKaum Microsoft-Lizenzen im Bestand
FachwissenTeam kommt aus der Windows-AdministrationTeam automatisiert bereits mit Skripten und Pipelines
DienstbreiteStandardlasten, ERP, Dateidienste, ArbeitsplätzeDatenverarbeitung, viele Spezialdienste, hohe Skalierung
EinkaufEnterprise Agreement oder Cloud Solution Provider vorhandenDirektvertrag oder Bezug über einen Partner ist neutral
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Schritt 2: Identität zuerst klären, alles andere danach

Kein Cloud-Projekt kommt an der Identität vorbei. Wer sie zuletzt klärt, baut das Rechtemodell zweimal.

Bei Azure ist der Anschluss kürzer, weil Entra ID und die Rollenverwaltung dieselbe Grundlage nutzen wie Microsoft 365. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Verzeichnisrollen und Azure-Rollen, denn beide heißen ähnlich und bedeuten Verschiedenes. Was das für gewohnte Konzepte wie Organisationseinheiten und Gruppenrichtlinien heißt, steht in Entra ID und Active Directory im Vergleich. Bei AWS übernimmt das IAM Identity Center die Anmeldung, das sich an Entra ID oder ein anderes Verzeichnis anbinden lässt. Die Rechte selbst liegen aber in IAM-Richtlinien, also in einem zweiten Modell mit eigener Logik, das ein AWS-Berechtigungskonzept ausführlich behandelt.

Rechte auf beiden Seiten sichtbar machen
# AWS: welche Zuweisungen gibt es im IAM Identity Center
aws sso-admin list-instances
aws iam list-users --query 'Users[].[UserName,CreateDate]' --output table
aws iam list-account-aliases

# Azure: Rollenzuweisungen im Abonnement, inklusive geerbter
az role assignment list --all --include-inherited \
  --query '[].{prinzipal:principalName,rolle:roleDefinitionName,bereich:scope}' -o table

# Entra-Verzeichnisrollen sind etwas anderes als Azure-Rollen
az rest --method GET --url 'https://graph.microsoft.com/v1.0/directoryRoles'

Wenn aws iam list-users viele dauerhafte Benutzer mit Zugriffsschlüsseln zeigt, ist das unabhängig von der Plattformfrage ein Befund: Zugriff gehört über kurzlebige Rollen zu laufen, nicht über Schlüssel, die in Skripten und Wikis überleben.

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Schritt 3: Region, Datenschutz und Souveränität

Für deutsche Unternehmen ist das häufig der Punkt, an dem die Entscheidung tatsächlich kippt, und zwar nicht nach Gefühl, sondern nach den Anforderungen aus Verträgen und Aufsicht.

Verfügbare Regionen in Europa auflisten
# AWS
aws ec2 describe-regions --all-regions \
  --query 'Regions[?starts_with(RegionName, `eu-`)].[RegionName,OptInStatus]' \
  --output table

# Azure
az account list-locations \
  --query "[?metadata.geographyGroup=='Europe'].{name:name,anzeige:displayName,zonen:availabilityZoneMappings}" \
  -o table

Praktisch relevant sind Frankfurt bei AWS sowie Deutschland Westmitte und Deutschland Nord bei Azure, dazu die weiteren EU-Regionen für die zweite Kopie. Prüfe je Dienst einzeln, ob er in der gewünschten Region überhaupt verfügbar ist. Neue Dienste erscheinen selten zuerst in deutschen Regionen.

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Schritt 4: Kosten vergleichbar machen

Ein Preisvergleich einzelner Maschinengrößen führt in die Irre. Vergleichbar wird es erst, wenn beide Seiten mit derselben Last, denselben Zusagen und denselben Nebenkosten gerechnet werden.

Ist-Kosten je Dienst abfragen, wenn schon etwas läuft
# AWS: Monatskosten nach Dienst
aws ce get-cost-and-usage \
  --time-period Start=2026-06-01,End=2026-07-01 \
  --granularity MONTHLY \
  --metrics UnblendedCost \
  --group-by Type=DIMENSION,Key=SERVICE \
  --output table

# Azure: Verbrauch im selben Zeitraum
az consumption usage list \
  --start-date 2026-06-01 --end-date 2026-06-30 \
  --query '[].{ressource:instanceName,kategorie:meterDetails.meterCategory,kosten:pretaxCost}' \
  -o table

Für einen echten Vergleich fehlen in beiden Ausgaben die Nebenkosten: Datentransfer nach außen, Verkehr zwischen Verfügbarkeitszonen, Sicherungen, Protokolldaten und Lizenzen. Genau diese Posten machen die Differenz aus, die in Angebotsrechnungen regelmäßig fehlt.

Für die Modellrechnung gilt eine einfache Regel: Rechne die Grundlast mit Verbrauchszusagen, also mit Savings Plans oder Reserved Instances bei AWS und mit Reservierungen oder dem Azure-Sparplan bei Azure, und die Spitzenlast zum vollen Preis. Wer alles zum Listenpreis rechnet, überschätzt die Kosten deutlich, wer alles mit maximaler Zusage rechnet, unterschätzt sie ebenso deutlich. Der Azure Hybrid Benefit gehört in jede Rechnung, sobald Windows- oder SQL-Lizenzen mit Software Assurance im Haus sind. Wenn bereits eine Rechnung vorliegt, die zu hoch aussieht, hilft die Analyse der Kostentreiber mehr als ein neuer Anbietervergleich.

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Schritt 5: Fähigkeiten und Zertifizierungswege planen

Die Plattformentscheidung ist zugleich eine Personalentscheidung. Beide Anbieter haben klare Wege, sie unterscheiden sich aber im Aufwand für die Aufrechterhaltung.

Rollen und die passenden Zertifizierungen

Rolle im TeamAWSAzure
Einstieg und EntscheidungAWS Certified Cloud PractitionerAZ-900 Microsoft Azure Fundamentals
Betrieb und AdministrationAWS Certified CloudOps Engineer AssociateAZ-104 Microsoft Azure Administrator
ArchitekturAWS Certified Solutions Architect Associate, Prüfung SAA-C03AZ-305, setzt Azure Administrator Associate voraus
SicherheitAWS Certified Security Specialty, Prüfung SCS-C03SC-500 als thematisch anschliessende Pruefung
GültigkeitDrei Jahre, Verlängerung nur über eine erneute PrüfungJährliche kostenlose Verlängerung online

Bevor die Entscheidung unterschrieben wird

  • Pilot mit echter Last fahren, nicht mit einem TestserverErst unter realer Last zeigen sich Latenz, Grenzen einzelner Dienste und die tatsächlichen Kosten. Ein leerer Pilot bestätigt nur die eigene Erwartung.
  • Wiederherstellung aus der Sicherung einmal komplett testenEine Sicherung, die nie zurückgespielt wurde, ist keine Sicherung. Der Test deckt außerdem auf, wie lange eine Wiederherstellung wirklich dauert.
  • Zielbild für Konten oder Abonnements vorher festlegenNachträglich Ressourcen zwischen Konten oder Abonnements zu verschieben ist bei beiden Anbietern aufwendig und bei manchen Diensten gar nicht möglich.
  • Ausstiegspfad beschreiben und einmal durchrechnenOhne beschriebenen Rückweg entsteht eine Abhängigkeit, die bei der nächsten Vertragsverhandlung gegen dich arbeitet.
  • Schulungsbudget und Lernzeit vor dem Projektstart einplanenOhne eingeplante Lernzeit lernt das Team im laufenden Betrieb, und das bezahlt ihr über Störungen statt über Kursgebühren.
Gut zu wissen

Häufige Fragen zu AWS und Azure im Vergleich

Noch etwas offen? Wir sind ohne Warteschleife für dich da.

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Ist AWS oder Azure günstiger?
Pauschal keiner von beiden. Für Standardlasten liegen die Preise nah beieinander, den Unterschied machen Rabattmodelle und Lizenzen. In Windows-Landschaften mit vorhandenen Lizenzen und Software Assurance ist Azure durch den Hybrid Benefit häufig spürbar günstiger. Bei datenintensiven Anwendungen mit viel Verkehr zwischen Diensten und nach außen entscheidet dagegen die Netzarchitektur, nicht der Anbieter. Rechne deshalb nie mit Listenpreisen, sondern mit deiner tatsächlichen Last über drei Jahre, inklusive Datentransfer, Sicherung und Lizenzen. Beide Anbieter bieten Rechner an, deren Ergebnis aber nur so gut ist wie die eingegebene Last.
Können wir mit beiden Anbietern parallel arbeiten?
Möglich ist es, sinnvoll oft nicht. Zwei Plattformen bedeuten zwei Rechtemodelle, zwei Netzkonzepte, zwei Überwachungslösungen, zwei Sicherungsstrategien und doppelten Schulungsbedarf. Der versprochene Gewinn an Unabhängigkeit tritt selten ein, weil Anwendungen die Besonderheiten ihrer Plattform trotzdem nutzen. Sinnvoll ist ein zweiter Anbieter mit einem konkreten Grund: eine regulatorische Auflage, ein Dienst, den es nur dort gibt, oder ein zugekauftes Unternehmen mit eigener Umgebung. Dann gehört aber eine bewusste Aufgabenteilung dazu, nicht dieselbe Last auf beiden Seiten.
Was passiert mit unserem Active Directory bei einer Cloud-Entscheidung?
Es bleibt in aller Regel bestehen. Entra ID ersetzt kein lokales Active Directory, weil Gruppenrichtlinien, Organisationseinheiten und Kerberos dort nicht existieren. Üblich ist eine hybride Aufstellung, bei der das lokale Verzeichnis weiterläuft und Konten in die Cloud synchronisiert werden. Bei AWS lässt sich dasselbe Verzeichnis über das IAM Identity Center als Anmeldequelle nutzen, die Berechtigungen liegen aber weiterhin in IAM. Für Anwendungen, die zwingend Kerberos oder LDAP brauchen, gibt es auf beiden Seiten verwaltete Verzeichnisdienste als Zwischenlösung.
Wie lange dauert es, bis ein Team eine Plattform sicher betreibt?
Für die erste produktionsreife Umgebung sind sechs bis zwölf Monate realistisch, wenn das Team nebenbei den bestehenden Betrieb weiterführt. Die Grundlagen sitzen nach wenigen Wochen, aber Netzarchitektur, Rechtekonzept, Kostensteuerung und Notfallwiederherstellung brauchen Wiederholung an echten Fällen. Plane deshalb zwei Stufen: eine Grundlagenschulung für alle Beteiligten, damit im Projekt dieselbe Sprache gesprochen wird, und danach Vertiefungen für die Rollen, die den Betrieb übernehmen. Ohne eingeplante Lernzeit verschiebt sich der Aufwand in Störungen und Nacharbeit.
Spielt es für die DSGVO eine Rolle, welchen der beiden wir wählen?
Für die grundsätzliche Bewertung kaum, denn beide Anbieter gehören zu US-Konzernen und bieten Auftragsverarbeitungsverträge, Standardvertragsklauseln und Regionen innerhalb der EU. Unterschiede liegen im Detail: welche Dienste in deutschen Regionen verfügbar sind, welche Verwaltungsdaten die Region verlassen, wie der Unterstützungsprozess geregelt ist und welche Zertifikate wie das BSI C5-Testat für den einzelnen Dienst vorliegen. Diese Prüfung musst du je Dienst führen, nicht je Anbieter. Wer strengere Anforderungen hat, sollte zusätzlich souveräne Angebote und deutsche Anbieter in den Vergleich nehmen.

Zuletzt geprüft am 26. Juli 2026.

Das sagen Teilnehmer

Echte Stimmen aus unseren IT-Kursen

Sehr intensiver Lehrgang, hat mich für meine Arbeit ein gutes Stück voran gebracht.
Rückmeldung aus dem Kurs „Monitoring mit Prometheus und Grafana - Grundkurs“
Der Trainer konnte die Inhalte sehr gut vermitteln. Ich habe dabei viel gelernt.
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Nächster Schritt

Entscheidung vorbereiten, Team mitnehmen

Wenn ihr die Frage gerade intern klärt, ist ein gemeinsamer Wissensstand das Wichtigste. Der Kurs "Einführung in Cloud Computing mit AWS und Azure" stellt beide Plattformen nebeneinander, die Überblickskurse richten sich an Entscheidungsebene und Einkauf, AWS Cloud Practitioner Essentials und AZ-900 bereiten auf die jeweiligen Einstiegszertifizierungen vor. Sag uns, wo ihr steht, dann stellen wir den passenden Weg zusammen, als Live-Online-Termin oder als Inhouse-Schulung für das gesamte Team.