Schritt 1: Die eigene Ausgangslage messen
Die Entscheidung beginnt nicht beim Anbieter, sondern im eigenen Haus. Diese Zahlen holst du dir aus Verzeichnis, Inventar und Vertragsakte, nicht aus der Erinnerung.
# AWS: unter welcher Identität arbeite ich, welche Konten hängen an der Organisation
aws sts get-caller-identity
aws organizations list-accounts --query 'Accounts[].[Id,Name,Status]' --output table
aws ec2 describe-instances \
--query 'Reservations[].Instances[].[InstanceId,InstanceType,Platform,State.Name]' \
--output table
# Azure: Abonnements, Verwaltungsgruppen und angemeldete Identität
az account list --output table
az account management-group list --output table
az vm list --query '[].{name:name,groesse:hardwareProfile.vmSize,os:storageProfile.osDisk.osType}' -o tableInteressant sind drei Verhältnisse: Windows zu Linux, Anzahl der Nutzerkonten im Verzeichnis und die Menge an Datenbanken, die lizenzgebunden sind. Genau diese drei Werte verschieben die Kostenrechnung später am stärksten.
Woran sich die Plattformwahl in der Praxis entscheidet
| Kriterium | Spricht für Azure | Spricht für AWS |
|---|---|---|
| Identität | Entra ID läuft bereits über Microsoft 365 | Verzeichnis ist ohnehin abzulösen oder es gibt keines |
| Betriebssysteme | Überwiegend Windows Server, SQL Server, Sharepoint | Überwiegend Linux, Container, eigene Entwicklung |
| Lizenzen | Vorhandene Windows- und SQL-Lizenzen mit Software Assurance | Kaum Microsoft-Lizenzen im Bestand |
| Fachwissen | Team kommt aus der Windows-Administration | Team automatisiert bereits mit Skripten und Pipelines |
| Dienstbreite | Standardlasten, ERP, Dateidienste, Arbeitsplätze | Datenverarbeitung, viele Spezialdienste, hohe Skalierung |
| Einkauf | Enterprise Agreement oder Cloud Solution Provider vorhanden | Direktvertrag oder Bezug über einen Partner ist neutral |