Aufgaben priorisieren

Was ist die Eisenhower-Matrix?

Wichtig-Dringend-Matrix

Die Eisenhower-Matrix ist ein Raster aus vier Feldern, das Aufgaben nach zwei unabhängigen Fragen sortiert: Zahlt die Aufgabe auf ein wichtiges Ziel ein, und drängt die Zeit? Aus der Kombination folgt, ob du sie selbst erledigst, terminierst, abgibst oder streichst.

Wenn der Posteingang die Reihenfolge des Tages bestimmt, sortiert dieses Raster die Aufgaben nach zwei Fragen, die im Alltag ständig durcheinandergeraten.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Gehört zu
Selbst- und Zeitmanagement
Zwei Achsen
Wichtigkeit und Dringlichkeit
Vier Felder
Selbst tun, terminieren, abgeben, streichen
Verwechselt mit
ABC-Analyse

Die vier Felder und was daraus folgt

Wichtig und dringend heißt: selbst machen, jetzt. Das sind Störungen, Eskalationen und alles, was vorher liegen geblieben ist. Wichtig, aber nicht dringend ist das interessanteste Feld: Konzepte, Weiterentwicklung, Vorbeugung. Diese Aufgaben haben keinen Termin, deshalb bekommen sie einen, sonst rutschen sie später als Notfall ins erste Feld.

Dringend, aber nicht wichtig bedeutet in der Regel: Es ist für jemand anderen wichtig. Dafür ist Abgeben die richtige Antwort, oder eine kürzere Erledigung mit weniger Anspruch. Was weder wichtig noch dringend ist, gehört weg, und das ist der Teil, den die meisten überspringen.

Wichtig ist nicht dasselbe wie dringend

Dringlichkeit ist laut und kommt von außen: eine Frist, eine Nachfrage, ein volles Postfach. Wichtigkeit ist leise und ergibt sich aus deinen Zielen. Wer beides gleichsetzt, arbeitet die Prioritäten anderer Leute ab und wundert sich abends, warum die eigenen Themen nicht vorangekommen sind.

Daraus folgt eine unbequeme Voraussetzung: Ohne klare Ziele lässt sich Wichtigkeit nicht bestimmen, und dann wird alles wichtig. Wer die Matrix ausfüllt und alles im ersten Feld landet, hat kein Zeitproblem, sondern ein Zielproblem.

Wo das Raster an Grenzen stößt

Die Matrix kennt weder Aufwand noch Abhängigkeiten. Zwei wichtige und dringende Aufgaben können fünf Minuten oder zwei Wochen bedeuten, das Raster sagt dazu nichts. Deshalb gehört nach dem Sortieren immer noch eine Schätzung dazu, sonst ist der Tag nach dem ersten Punkt vorbei.

Das dritte Feld setzt voraus, dass es jemanden gibt, an den du abgeben kannst. Ohne Team heißt die Antwort dort: standardisieren, verkürzen oder absagen. Und die Matrix ist kein Dauerinstrument. Das Raster taugt als kurze Wochenroutine, in der du die Liste einmal durchgehst, nicht als Formular für jede einzelne Aufgabe.

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Nicht verwechseln

Eisenhower-Matrix und was oft damit gleichgesetzt wird

Eisenhower-Matrix gegen ABC-Analyse

Die ABC-Analyse verteilt Aufgaben nach ihrem Wertbeitrag auf drei Klassen und arbeitet mit Zeitanteilen. Die Eisenhower-Matrix trennt zusätzlich nach Dringlichkeit und liefert damit eine Handlungsanweisung je Feld.

Eisenhower-Matrix gegen MoSCoW

MoSCoW priorisiert Anforderungen innerhalb eines Projekts nach Muss, Soll, Kann und Nicht. Die Eisenhower-Matrix bezieht sich auf deine persönliche Aufgabenliste über alle Projekte hinweg.

Eisenhower-Matrix gegen Getting Things Done

Getting Things Done ist ein vollständiges System aus Sammeln, Klären, Ordnen und Durchsehen. Die Matrix ist nur der Sortierschritt und lässt sich in ein solches System einbauen.

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In der Praxis

Ohne festes Ziel wandert alles ins erste Feld

Wichtig lässt sich nur beurteilen, wenn feststeht, worauf die Woche einzahlt. Fehlt dieser Maßstab, wirkt jede dringende Aufgabe automatisch wichtig, und das Raster bestätigt am Ende nur die Reihenfolge des Posteingangs.

Das entscheidende Feld ist wichtig und nicht dringend, also Vorbereitung, Qualifizierung und das Aufräumen von Altlasten. Diese Aufgaben haben keinen Absender, der nachfragt, deshalb passieren sie nur, wenn sie einen festen Platz im Kalender bekommen. Alles andere bleibt Vorsatz.

Abgeben setzt jemanden voraus, an den du abgeben kannst, sonst wird aus dem dritten Feld eine zweite Aufgabenliste mit schlechtem Gewissen. Und Streichen ist der unbequemste Teil, weil dafür meist eine Absage nach oben nötig ist. Genau deshalb ist das Raster weniger ein Werkzeug für den Tag als eine Vorlage für das Gespräch über Prioritäten.

Eisenhower-Matrix lernen

Wie daraus eine Wochenroutine wird, die auch bei vollem Kalender hält, üben die Kurse zu Zeit- und Selbstorganisation an der eigenen Aufgabenliste.

Das dritte Feld funktioniert nur, wenn du sauber übergeben kannst, und genau darum geht es in den Führungskurse, in denen es ums Abgeben geht .

Häufige Fragen

Was mache ich, wenn alles wichtig und dringend ist?
Dann stimmt die Bewertung nicht. Geh die Liste noch einmal durch und frage bei jedem Punkt, was konkret passiert, wenn er drei Tage liegen bleibt. Bei den meisten Aufgaben ist die Antwort: nichts, und damit sind sie nicht dringend.
Was, wenn ich niemanden habe, an den ich abgeben kann?
Dann wird aus Abgeben Verkleinern. Reduziere den Anspruch, nutze eine Vorlage, beantworte in drei Sätzen statt in einer Seite, oder sag ab. Aufgaben aus diesem Feld verdienen deine beste Arbeitszeit nicht.
Wie oft sollte ich die Matrix nutzen?
Einmal pro Woche für die Liste als Ganzes reicht meistens, ergänzt um einen kurzen Blick am Morgen. Wer jede eingehende Aufgabe einsortiert, verbringt mehr Zeit mit dem Sortieren als mit dem Erledigen.

Passt thematisch dazu

Die Einteilung allein erledigt noch nichts, deshalb lohnt der Blick darauf, wie du Zuständigkeit und Termin je Aufgabe festhalten kannst, sobald mehr als eine Person beteiligt ist.

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Eisenhower-Matrix im Kurs statt im Lexikon

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