Vertretung im Postfach

Stellvertretung und Abwesenheit in Outlook: Postfach und Kalender richtig freigeben

Wer welche Rechte bekommt, warum interne und externe Absender verschiedene Texte lesen und woran es liegt, wenn draußen niemand eine Antwort erhält.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
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Worum es geht

Freigegeben ist nicht dasselbe wie vertreten

Der Urlaub beginnt am Montag, und am Freitagnachmittag wird die Vertretung eingerichtet. Der Kalender wird freigegeben, der Posteingang auch, die Abwesenheitsnotiz eingeschaltet. Am Dienstag ruft ein Kunde an und fragt, warum niemand auf seine Mail reagiert hat. Er hat keine Antwort bekommen, und die Vertretung hat die Besprechungsanfrage in deinem Kalender nicht beantworten können. Beides ist kein Zufall, sondern das erwartbare Ergebnis von zwei Einstellungen, die anders wirken, als der Name vermuten lässt.

Die erste Verwechslung betrifft die Rechte. Einen Ordner freizugeben und jemanden als Stellvertretung einzutragen sind in Outlook zwei verschiedene Vorgänge. Microsoft formuliert das deutlich: Zugriffsrechte für eine Stellvertretung gehen über die einfache Freigabe des Zugriffs auf deine Ordner hinaus, denn eine Stellvertretung kann in deinem Namen Nachrichten erstellen und auf Besprechungsanfragen reagieren. Wer nur freigibt, hat jemanden, der zusehen darf, und keine Vertretung.

Die zweite Verwechslung betrifft die Abwesenheitsnotiz. Hinter dem einen Häkchen stecken mehrere Regeln, die im Postfach liegen und dort ausgeführt werden, unabhängig davon, ob Outlook läuft. Microsoft unterscheidet drei Arten davon: eine für Absender innerhalb der Organisation, eine für alle externen Absender und eine für bekannte Absender aus den eigenen Kontakten. Wer nur den oberen Text ausfüllt, hat intern eine Antwort und außen keine, und außen sitzen die Kunden.

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Der Aufbau im Detail

Die Einstellungen, aus denen eine Vertretung besteht

Was in der Oberfläche wie zwei Häkchen aussieht, ist in Wahrheit eine Kette aus sechs Festlegungen. Die folgende Zeile fasst sie zusammen, und jeder Bestandteil beantwortet eine eigene Frage. Die Bezeichnungen stammen aus dem klassischen Outlook für Windows.

Der Aufbau

Stellvertretung: Kalender = Bearbeiter, Posteingang = Autor + Automatische Antworten: Innerhalb meiner Organisation und Jeder außerhalb meiner Organisation, dort eingegrenzt auf Nur meine Kontakte + Antworten nur während eines bestimmten Zeitraums senden
  1. 01 Der Kalender braucht das weitgehendste Recht Stellvertretung: Kalender = Bearbeiter

    Bearbeiter ist die Stufe, mit der die Vertretung laut Microsoft alles darf, wozu ein Autor berechtigt ist, und zusätzlich die von dir erstellten Elemente ändern und löschen kann. Genau das ist nötig, damit sie einen Termin absagen oder verschieben kann, den du selbst eingetragen hast. Wer hier nur Prüfer vergibt, hat eine Vertretung, die zusehen kann, wie ein Termin platzt.

  2. 02 Im Posteingang reicht meistens weniger Posteingang = Autor

    Mit Autor kann die Vertretung Elemente lesen und erstellen sowie die selbst erstellten ändern und löschen. Sie kann also antworten, ohne deine eingegangenen Nachrichten verändern oder löschen zu können. Für die meisten Urlaubsvertretungen ist das die richtige Stufe. Bearbeiter im Posteingang brauchst du nur dann, wenn jemand deine Ablage tatsächlich mitpflegen soll.

  3. 03 Der Text für die Kolleginnen und Kollegen Innerhalb meiner Organisation

    Diese Registerkarte gilt für Absender aus dem eigenen Haus. Hier gehört alles hinein, was intern nützlich ist: der Zeitraum, der Name der Vertretung, die Durchwahl, gegebenenfalls die Regelung für Eilfälle. Diese Antwort ist standardmäßig aktiv, sobald du automatische Antworten einschaltest, weshalb sie fast nie das Problem ist.

  4. 04 Die zweite Regel, die niemand einschaltet Jeder außerhalb meiner Organisation

    Externe Antworten sind eine eigene Regel, und sie ist getrennt zu aktivieren. Microsoft unterscheidet die Arten von Abwesenheitsregeln ausdrücklich nach intern, extern und bekannten Absendern. Wer sie vergisst, hat eine Abwesenheitsnotiz, die im Haus tadellos funktioniert und bei genau den Absendern nicht ankommt, bei denen es zählt.

  5. 05 Die Eingrenzung nach außen Nur meine Kontakte

    Diese Auswahl beschränkt die externe Antwort auf Absender, die in deinen Kontakten stehen. In der Verwaltung entspricht das der Einstellung, bei der die externe Zielgruppe auf bekannte Absender begrenzt ist. Der Vorteil liegt darin, dass Verteiler und Werbepost keine Antwort und damit keine Bestätigung deiner Adresse bekommen. Der Preis ist, dass ein neuer Kunde, der zum ersten Mal schreibt, ins Leere läuft.

  6. 06 Der Schalter, der dir das Abschalten abnimmt Antworten nur während eines bestimmten Zeitraums senden

    Mit Start- und Endzeitpunkt beginnt und endet die Abwesenheit von selbst. Das ist bequem und außerdem sauber, denn der Verlauf darüber, wer bereits eine Antwort erhalten hat, wird geleert, sobald der Zustand wechselt oder die Regel geändert wird. Wer die Abwesenheit stattdessen zwischendurch aus- und wieder einschaltet, setzt diesen Verlauf jedes Mal zurück und schickt denselben Leuten erneut dieselbe Antwort.

Wenn es nicht funktioniert

Das siehst du

Die Vertretung sieht deinen Kalender, kann eine Besprechungsanfrage aber weder annehmen noch absagen, und in deinem Namen schreiben kann sie auch nicht.

Warum

Der Ordner wurde freigegeben, aber niemand wurde als Stellvertretung eingetragen. Microsoft trennt diese beiden Dinge ausdrücklich: Zugriffsrechte für eine Stellvertretung gehen über die einfache Freigabe des Zugriffs auf deine Ordner hinaus, weil erst die Stellvertretung erlaubt, in deinem Namen zu handeln und auf Besprechungsanfragen zu reagieren.

Was hilft

Trag die Person ausdrücklich als Stellvertretung ein und vergib dort die Rechte je Ordner. Aktivier dabei die Option, dass die Stellvertretung Kopien der an dich gesendeten Besprechungsanfragen erhält, sonst sieht sie zwar den Kalender, bekommt die Anfragen aber gar nicht zu Gesicht. Eine reine Ordnerfreigabe kannst du danach entfernen, sie wird nicht zusätzlich gebraucht.

Das siehst du

Die Abwesenheitsnotiz ist eingeschaltet, trotzdem erhält niemand eine Antwort, auch intern nicht.

Warum

Dafür gibt es zwei häufige Ursachen, die beide außerhalb von Outlook liegen. Erstens: Ist am Postfach eine Weiterleitung an eine andere Adresse eingerichtet, werden nach Angaben von Microsoft gar keine Abwesenheitsantworten erzeugt. Zweitens: In der Verwaltung lässt sich je Zieldomäne festlegen, dass automatische Antworten nicht zugestellt werden, und diese Einstellung hat Vorrang vor allem, was am einzelnen Postfach eingestellt ist.

Was hilft

Erst am eigenen Postfach nachsehen, ob eine Weiterleitung aktiv ist, denn das ist der Fall, den du selbst lösen kannst. Bleibt es dabei, ist es ein Fall für die Administration: Dort lässt sich über eine Nachrichtenverfolgung feststellen, ob die Antwort überhaupt erzeugt und dann blockiert wurde. Wer das nicht prüft, stellt den Text zum dritten Mal neu ein und wundert sich weiter.

Das siehst du

Intern kommt die Abwesenheitsnotiz an, extern bei niemandem.

Warum

Entweder ist die externe Regel nicht eingeschaltet, oder sie ist auf bekannte Absender begrenzt. Beides ist eine eigene Einstellung neben dem internen Text, und beides ist im Alltag leicht zu übersehen, weil die interne Antwort sofort funktioniert und damit den Eindruck erweckt, alles sei erledigt.

Was hilft

Auf der Registerkarte für Absender außerhalb der Organisation die Antwort ausdrücklich aktivieren und dann bewusst zwischen allen externen Absendern und nur den eigenen Kontakten wählen. Wenn Kunden regelmäßig zum ersten Mal schreiben, ist die weite Einstellung die richtige. Test danach von einer privaten Adresse aus, das ist der einzige Test, der die Frage wirklich beantwortet.

Das siehst du

Einzelne Absender bekommen die Abwesenheitsnotiz mehrfach, teilweise auf jede einzelne Nachricht.

Warum

Normalerweise wird pro Absender genau eine Antwort verschickt, auch wenn mehrere Nachrichten eintreffen. Der Verlauf darüber liegt im Postfach und wird geleert, wenn der Abwesenheitszustand wechselt oder die Regel geändert wird. Wer die Abwesenheit während des Urlaubs mehrfach an- und ausschaltet oder den Text nachbessert, setzt diesen Verlauf jedes Mal zurück. Microsoft nennt außerdem eine Obergrenze von 10.000 Einträgen im Verlauf, ab der neue Absender nicht mehr aufgenommen werden.

Was hilft

Einmal einstellen, Zeitraum setzen, nicht mehr anfassen. Wenn du wirklich jedes Mal antworten willst, etwa bei einem Funktionspostfach, ist die Abwesenheitsregel das falsche Werkzeug; dafür gibt es eine Regel im Postfach, die mit einer festen Nachricht antwortet. Bei anhaltenden Doppelantworten ohne erkennbaren Grund lohnt der Blick der Administration in die Regeln des Postfachs, dort steht manchmal noch eine alte.

Das siehst du

Der Urlaub ist vorbei, das Häkchen ist weg, und trotzdem gehen weiterhin automatische Antworten hinaus.

Warum

Neben der eingebauten Abwesenheitsfunktion gibt es die Möglichkeit, eine Abwesenheitsnachricht über eine selbst gebaute Regel mit einer Vorlage zu verschicken. Microsoft beschreibt genau diesen Fall: Ist eine solche Regel angelegt, verschickt sie weiterhin Antworten, auch wenn die Abwesenheitsfunktion abgeschaltet ist. Häufig stammt sie aus einem früheren Jahr, als die eingebaute Funktion einmal nicht zur Verfügung stand.

Was hilft

In den automatischen Antworten die zugehörigen Regeln öffnen und die alte Regel löschen. Sieh danach auch die allgemeine Regelliste durch, denn dort steht sie unter Umständen ein zweites Mal. Und wenn sich die automatischen Antworten überhaupt nicht öffnen lassen und stattdessen eine Meldung erscheint, der Server sei nicht verfügbar, ist das ein Fall für die Administration: Dort wird geprüft, ob das nötige Protokoll für das Postfach aktiv ist und ob das Kontingent für Regeln erschöpft ist, das standardmäßig bei 256 KB liegt.

Von der Absprache zur eingerichteten Vertretung

  1. 01 Was soll die Vertretung dürfen: mitlesen, antworten oder entscheiden?
  2. 02 Welche Ordner braucht sie dafür wirklich, und welche nicht?
  3. 03 Welche Stufe passt je Ordner: Prüfer, Autor oder Bearbeiter?
  4. 04 Welcher Text geht nach innen und welcher nach draußen?
  5. 05 Bekommen draußen alle eine Antwort oder nur die eigenen Kontakte?
  6. 06 Steht ein Zeitraum, oder hängt das Abschalten an deinem Gedächtnis?
Was du mitnimmst

Was vor einer Abwesenheit tatsächlich eingestellt gehört

Sechs Punkte, und keiner davon dauert länger als zwei Minuten. Die Reihenfolge ist bewusst gewählt, denn die Rechte müssen stehen, bevor der Text auf sie verweist.

Entscheide zuerst, was die Vertretung wirklich tun soll

Es gibt drei ehrliche Stufen: mitlesen, damit nichts liegen bleibt; selbst antworten, damit Kunden eine Antwort bekommen; und in deinem Namen entscheiden, etwa Termine annehmen. Jede Stufe hat ein anderes Recht zur Folge, und jede Stufe kostet Vertrauen. Diese Frage einmal auszusprechen ist wichtiger als jede Einstellung, denn sie klärt gleichzeitig, was die Vertretung eigenmächtig tun darf.

Vergib Rechte pro Ordner, nicht pauschal für alles

Outlook unterscheidet die Ordner. Der Kalender braucht in der Regel mehr Recht als der Posteingang, weil dort tatsächlich etwas entschieden werden muss. Die Kontakte braucht die Vertretung fast nie. Aufgaben und Notizen ebenfalls selten. Wer überall dasselbe Recht vergibt, gibt mehr weg als nötig und macht die spätere Rücknahme zu einer Erinnerungsfrage.

Nimm die Stufe, die zum Auftrag passt

Microsoft beschreibt drei Berechtigungsstufen. Mit Prüfer kann die Vertretung Elemente in deinen Ordnern lesen. Mit Autor kann sie zusätzlich Elemente erstellen sowie die selbst erstellten ändern und löschen. Mit Bearbeiter kann sie alles, was ein Autor kann, und darüber hinaus die von dir erstellten Elemente ändern und löschen. Für einen Kalender, in dem Termine bestätigt werden sollen, ist Bearbeiter die passende Stufe, für einen Posteingang reicht Autor meistens aus.

Schreib zwei Texte, keinen

Der interne Text darf Namen, Durchwahl und Vertretungsregel enthalten, weil er im Haus bleibt. Der externe Text sollte weder deine Urlaubsdauer noch interne Zuständigkeiten preisgeben, sondern eine Adresse nennen, an die man sich wenden kann. Das ist keine Formalie: Eine Abwesenheitsnotiz nach draußen ist eine Auskunft darüber, wer wann nicht im Haus ist.

Entscheide bewusst, wer draußen überhaupt antwortet

Für externe Absender lässt sich einstellen, ob alle eine Antwort bekommen oder nur die eigenen Kontakte. Die engere Einstellung verhindert, dass jede Werbemail und jeder Verteiler eine Antwort erhält, sie trifft aber auch neue Kunden, die noch nicht in deinen Kontakten stehen. Beides ist vertretbar, nur nicht versehentlich.

Setz einen Zeitraum, statt dich auf das Ausschalten zu verlassen

Mit einem festen Start- und Endzeitpunkt schaltet sich die Antwort von selbst ab. Das erspart die Rückkehr an einen Schreibtisch, an dem tagelang eine Abwesenheitsnotiz aktiv war, und es hat einen zweiten Effekt: Der Verlauf darüber, wer schon eine Antwort bekommen hat, wird geleert, wenn der Zustand wechselt. Wer stattdessen manuell ein- und ausschaltet, erzeugt genau die Doppelantworten, über die sich Absender beschweren.

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Freigabe, Stellvertretung und geteiltes Postfach sind drei verschiedene Dinge

Eine Ordnerfreigabe erlaubt einer anderen Person, in einen bestimmten Ordner zu sehen und je nach Stufe darin zu arbeiten. Sie ist die kleinste Form der Zusammenarbeit und für einen Kalender, den das ganze Team lesen darf, genau richtig. Was sie nicht kann: in deinem Namen auftreten. Wer über eine Freigabe eine Nachricht schreibt, schreibt aus dem eigenen Postfach.

Die Stellvertretung ist die nächste Stufe. Sie umfasst die Rechte an den Ordnern und darüber hinaus die Erlaubnis, in deinem Namen zu handeln, also Nachrichten zu verfassen und auf Besprechungsanfragen zu reagieren. Dazu gehört auch die Option, dass Besprechungsanfragen als Kopie bei der Vertretung landen, denn ohne sie sieht diese den Kalender, bekommt die Anfragen aber nie zu Gesicht. Für eine Urlaubsvertretung ist das die passende Form, weil sie zeitlich begrenzt und personengebunden ist.

Ein geteiltes Postfach ist etwas anderes und löst ein anderes Problem. Es hat eine eigene Adresse, gehört keiner Person und ist für Anliegen gedacht, die dauerhaft von mehreren bearbeitet werden, etwa eine Info- oder Support-Adresse. Nach Angaben von Microsoft kann es ohne eigene Lizenz bis zu 50 GB aufnehmen, ist für höchstens 25 gleichzeitige Nutzer vorgesehen, und die Anmeldung mit seinem Konto soll ausdrücklich gesperrt bleiben. Wenn ihr jedes Jahr dieselbe Vertretungskonstruktion baut, ist die ehrliche Frage, ob nicht eigentlich ein geteiltes Postfach fehlt.

Warum hinter der Abwesenheitsnotiz mehrere Regeln stecken

Eine Abwesenheitsnotiz ist keine Einstellung am Outlook-Programm, sondern eine Regel im Postfach. Microsoft beschreibt sie ausdrücklich als serverseitige Posteingangsregel, die unabhängig davon ausgelöst wird, ob ein Programm gerade läuft. Deshalb funktioniert sie auch dann, wenn dein Rechner ausgeschaltet im Schrank liegt, und deshalb lässt sie sich auch über andere Wege setzen, etwa im Browser oder durch die Administration.

Von diesen Regeln gibt es mehrere, und sie unterscheiden sich nach Zielgruppe: eine für Absender innerhalb der Organisation, eine für alle externen Absender und eine für bekannte Absender aus der eigenen Kontaktliste. Genau daraus folgt das Verhalten, das viele überrascht. Die interne Antwort geht raus, sobald du einschaltest. Die externe Antwort ist eine eigene Sache, die eigens aktiviert werden will, und die Eingrenzung auf die eigenen Kontakte ist noch einmal eine Stufe enger.

Ein zweiter Punkt hängt daran: Eine Antwort geht pro Absender einmal hinaus, auch wenn dieselbe Person zehnmal schreibt. Der Verlauf darüber liegt im Postfach und wird geleert, sobald der Abwesenheitszustand wechselt oder die Regel geändert wird. Das erklärt beide Beschwerden, die man dazu hört: Wer nichts anfasst, bekommt keine Doppelantworten, und wer während der Abwesenheit am Text feilt, produziert genau sie.

Wie viel Recht die Vertretung wirklich braucht

Die Versuchung ist groß, überall die höchste Stufe zu vergeben, weil das jede Rückfrage erspart. Der Preis dafür fällt selten sofort an, sondern später: Vertretungen werden fast nie zurückgenommen. Wer einmal Bearbeiter auf allen Ordnern war, ist es in drei Jahren noch, auch nach einem Wechsel in eine andere Abteilung. Deshalb lohnt es sich, beim Einrichten zwei Minuten länger nachzudenken.

Ein gutes Standardmuster für eine Urlaubsvertretung sieht so aus: Kalender auf Bearbeiter, weil dort tatsächlich entschieden werden muss; Posteingang auf Autor, damit die Vertretung antworten kann, ohne deine Nachrichten zu verändern; alles andere gar nicht. Wenn die Vertretung ausschließlich mitlesen soll, damit nichts liegen bleibt, reicht Prüfer, und dann sollte auch keine Abwesenheitsnotiz behaupten, jemand kümmere sich.

Der zweite Teil ist die Rücknahme. Trag dir den Tag der Rückkehr als Erinnerung ein und entferne die Stellvertretung an diesem Tag. Das ist unspektakulär und der einzige Weg, der über Jahre funktioniert. Wenn in eurem Haus regelmäßig Vertretungen eingerichtet werden, ist eine kurze Liste sinnvoll, wer für wen eingetragen ist, denn diese Information steht sonst ausschließlich in den Einstellungen einzelner Postfächer.

Der Text nach draußen ist eine Auskunft

Eine externe Abwesenheitsnotiz beantwortet für jeden, der schreibt, drei Fragen: Diese Adresse ist gültig, diese Person ist nicht da, und so lange dauert das. Für Kunden ist das genau die Information, die sie brauchen. Für ungebetene Absender ist es eine Bestätigung, dass die Adresse gelesen wird, und für alle zusammen ist es eine Aussage über die Besetzung deines Hauses.

Daraus folgt kein Verzicht, sondern eine andere Formulierung. Nach innen darf alles stehen, was hilft: Zeitraum, Vertretung, Durchwahl, Regelung für Eilfälle. Nach außen genügen zwei Sätze, die sagen, dass die Nachricht angekommen ist und an welche Adresse man sich in der Zwischenzeit wenden kann. Ein Rückkehrdatum ist dabei nützlich, eine genaue Angabe zur Abteilungsbesetzung nicht.

Wenn ihr in mehreren Sprachen arbeitet, gehört die zweite Sprache in denselben Text und nicht in eine zweite Regel, denn mehr als einen externen Text gibt es nicht. Und wenn regelmäßig Anfragen über ein Formular oder ein Ticketsystem hereinkommen, prüf vorher, ob deren Absenderadresse überhaupt auf automatische Antworten reagieren soll. Ein Ticketsystem, das eine Abwesenheitsnotiz als neue Anfrage aufnimmt, erzeugt Arbeit, die niemand bestellt hat.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer Ordnerfreigabe und einer Stellvertretung?
Eine Freigabe erlaubt den Zugriff auf einen Ordner. Eine Stellvertretung geht laut Microsoft darüber hinaus, weil sie erlaubt, in deinem Namen Nachrichten zu erstellen und auf Besprechungsanfragen zu reagieren. Für eine Urlaubsvertretung brauchst du die Stellvertretung, für einen Kalender, den das Team nur lesen soll, reicht die Freigabe.
Welche Berechtigungsstufe soll ich für den Kalender vergeben?
In der Regel Bearbeiter. Diese Stufe erlaubt der Vertretung nach Microsofts Beschreibung alles, wozu ein Autor berechtigt ist, und zusätzlich das Ändern und Löschen der von dir erstellten Elemente. Nur damit kann sie einen Termin absagen oder verschieben, den du selbst eingetragen hast. Prüfer reicht, wenn wirklich nur mitgelesen werden soll.
Warum bekommen externe Absender keine Abwesenheitsnotiz?
Weil die externe Antwort eine eigene Regel ist, die getrennt aktiviert wird, und weil sie zusätzlich auf die eigenen Kontakte begrenzt sein kann. Wenn beides stimmt und trotzdem nichts ankommt, liegt es meist außerhalb von Outlook: Eine am Postfach eingerichtete Weiterleitung verhindert automatische Antworten vollständig, und in der Verwaltung lässt sich je Zieldomäne festlegen, dass keine automatischen Antworten zugestellt werden.
Warum bekommt derselbe Absender die Abwesenheitsnotiz mehrfach?
Normalerweise geht pro Absender genau eine Antwort hinaus. Der Verlauf darüber wird aber geleert, sobald der Abwesenheitszustand wechselt oder die Regel geändert wird. Wer während der Abwesenheit am Text nachbessert oder mehrfach ein- und ausschaltet, startet diesen Verlauf jedes Mal neu. Setz stattdessen einen festen Zeitraum und lass die Einstellung danach unberührt.
Funktioniert die Abwesenheitsnotiz auch, wenn mein Rechner aus ist?
Ja. Sie ist eine Regel im Postfach und wird laut Microsoft serverseitig ausgeführt, also unabhängig davon, ob ein Programm läuft. Anders sieht es bei Konten aus, die nicht auf Exchange liegen, etwa privaten Konten über POP oder IMAP: Dort gibt es diese Funktion nicht, und die Antwort müsste über eine Regel gebaut werden, die nur bei geöffnetem Outlook greift.
Wir richten jedes Jahr dieselbe Vertretung ein. Geht das nicht besser?
Wenn immer dieselben Anliegen an dieselbe Gruppe gehen, fehlt vermutlich ein geteiltes Postfach mit eigener Adresse. Es gehört keiner Person, kann nach Angaben von Microsoft ohne eigene Lizenz bis zu 50 GB aufnehmen und ist für höchstens 25 gleichzeitige Nutzer vorgesehen. Damit entfällt die jährliche Vertretungskonstruktion für genau die Post, die ohnehin nie an eine Person gerichtet war.
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