Was ist eine Retrospektive?
Sprint Retrospective
Die Retrospektive ist ein wiederkehrender Termin am Ende eines Sprints, in dem ein Team die eigene Zusammenarbeit überprüft und ein bis zwei konkrete Verbesserungen für den nächsten Zyklus beschließt. Betrachtet wird die Arbeitsweise, nicht das Arbeitsergebnis.
Am Ende jedes Sprints setzt sich das Team zusammen, und ob daraus Verbesserung wird oder eine Klagerunde, entscheidet die Frage, wer die Maßnahmen danach verfolgt.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
- Gehört zu
- Den Scrum-Ereignissen
- Betrachtet
- Die Arbeitsweise, nicht das Ergebnis
- Ergebnis
- Ein bis zwei verbindliche Maßnahmen
- Verwechselt mit
- Sprint Review
Der typische Ablauf
Verbreitet ist der Aufbau aus fünf Phasen, den Esther Derby und Diana Larsen beschrieben haben: ankommen und den Rahmen setzen, Beobachtungen sammeln, gemeinsam deuten, Maßnahmen beschließen, abschließen. Die Phase, die am häufigsten übersprungen wird, ist die vorletzte. Ohne Beschluss mit verantwortlicher Person bleibt die Runde ein Stimmungsbild.
Für das Sammeln gibt es viele Formate, von der schlichten Frage nach Gutem, Störendem und Änderungswünschen bis zu Bildern wie dem Segelboot oder einer Zeitleiste des Sprints. Der Wechsel lohnt sich, weil dasselbe Format über Monate hinweg dieselben Antworten produziert.
Was die Runde leisten soll
Sichtbar werden soll wiederkehrende Reibung: Wartezeiten an einer Freigabe, unklare Zuständigkeit bei Störungen, Aufgaben, die immer erst am letzten Tag fertig werden. Anders als bei einer Beschwerderunde liegt die Änderung in der Hand derer, die im Raum sitzen.
Der Nutzen entsteht durch Wiederholung. Ein Team, das alle zwei Wochen eine Kleinigkeit ändert, kommt weiter als eines, das einmal im Jahr eine große Maßnahme beschließt. Deshalb ist es sinnvoll, die Zahl der Beschlüsse zu begrenzen: Wer mehr als zwei Änderungen mitnimmt, hat beim nächsten Mal meist keine davon umgesetzt.
Woran Retrospektiven scheitern
Am häufigsten an der Besetzung. Sitzt jemand im Raum, der über Bewertung, Verlängerung oder Budget entscheidet, verschiebt sich die Offenheit sofort, und es kommen nur noch unverfängliche Themen auf den Tisch.
Der zweite Grund sind Themen, die das Team nicht beeinflussen kann. Sie werden gesammelt und an die zuständige Stelle weitergegeben, sonst wird die Runde zur Klagestunde und irgendwann gestrichen.
Der dritte Grund ist banal: Der Termin fällt als Erstes aus, wenn es eng wird. Genau dann bringt er am meisten, weil sich die Ursachen für den Zeitdruck fast immer in der Arbeitsweise finden.
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Retrospektive und was oft damit gleichgesetzt wird
Das Review zeigt das fertige Ergebnis und holt Rückmeldung von Beteiligten außerhalb des Teams ein, dort geht es um das Produkt. Die Retrospektive findet danach im Team statt und behandelt die Zusammenarbeit.
Lessons Learned werden klassisch am Projektende gesammelt und für spätere Projekte dokumentiert. Die Retrospektive läuft während der Arbeit und ändert das eigene Vorgehen sofort.
Das Daily synchronisiert den laufenden Tag und dauert wenige Minuten. Die Retrospektive nimmt sich Zeit für Muster, die sich über einen ganzen Sprint gezeigt haben.
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Eine Maßnahme ohne Namen und Termin überlebt den nächsten Sprint nicht
Die Runde endet oft mit einer Liste guter Vorsätze, und beim nächsten Mal steht dasselbe Thema wieder an der Wand. Der Unterschied liegt darin, ob die Maßnahme wie jede andere Aufgabe im Backlog landet, jemanden hat, der sie verfolgt, und zu Beginn der nächsten Runde als Erstes überprüft wird.
Wer im Raum sitzt, verändert, was gesagt wird. Ist die disziplinarische Führungskraft dabei, verschwinden genau die Themen, um die es eigentlich geht. Lösen lässt sich das, indem Beobachtungen vorher anonym gesammelt werden oder indem die Führungskraft für diesen Termin bewusst draußen bleibt.
Ein Teil der Punkte liegt außerhalb der Reichweite des Teams, etwa Besetzung, Werkzeuge oder Zuständigkeiten. Solche Themen gehören mit Ansprechpartner weitergegeben, und es gehört eine Rückmeldung zurück ins Team. Bleiben sie unbeantwortet, lernt die Runde, dass sie nichts bewirkt, und die Beteiligung sinkt von selbst.
Retrospektive lernen
Solche Termine zu moderieren und Beschlüsse nachzuhalten, lernst du in den Seminare zu agilen Teamroutinen .
Wenn die Gespräche regelmäßig entgleisen, helfen zusätzlich die Kurse zur Moderation schwieriger Runden .
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Retrospektive?
Brauchen wir das auch ohne Scrum?
Was tun, wenn immer dieselben Themen kommen?
Deine Ansprechpartner
Du willst das Thema nicht nur nachschlagen, sondern anwenden können? Wir beraten dich persönlich und kostenlos.
Yves Hoppe
Weiterbildung & Beratung
Ordnet mit dir ein, welcher Kurs zu deinem Vorwissen passt.
Norbert Jansen
Beratung & Inhouse
Plant Inhouse-Trainings, die an euren eigenen Daten und Abläufen ansetzen.
Retrospektive im Kurs statt im Lexikon
Nachschlagen bringt dich bis zum Verstehen. Anwenden lernst du an echten Aufgaben.