Was ist psychologische Sicherheit?
Psychological Safety
Psychologische Sicherheit ist die in einem Team geteilte Überzeugung, dass niemand blamiert, abgestraft oder ausgegrenzt wird, wenn jemand einen Fehler zugibt, eine Frage stellt oder widerspricht. Geprägt haben den Begriff Edgar Schein und Warren Bennis in den 1960er-Jahren. Auf Teams bezogen und messbar gemacht hat ihn die Organisationsforscherin Amy Edmondson.
Ob jemand einen Fehler früh meldet oder ihn erst einmal für sich behält, entscheidet sich lange vor dem Fehler, nämlich daran, was beim letzten Mal passiert ist.
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- Geprägt von
- Schein und Bennis, später Amy Edmondson
- Bezieht sich auf
- Das Team, nicht die einzelne Person
- Zeigt sich bei
- Widerspruch, Fehlern, Nachfragen
- Verwechselt mit
- Wohlfühlklima
Was der Begriff genau meint
Es geht nicht um Wohlbefinden, sondern um eine Erwartung: Wie reagiert die Gruppe, wenn ich etwas sage, das mich angreifbar macht? Vier Handlungen sind gemeint, weil sie alle ein Risiko tragen: um Hilfe bitten, einen Fehler oder eine Unsicherheit zugeben, Bedenken äußern und eine ungewöhnliche Idee einbringen.
Edmondson stieß auf den Zusammenhang in der Untersuchung von Krankenhausteams. Die Stationen, die als besser eingeschätzt wurden, berichteten mehr Medikationsfehler als die schlechter bewerteten. Die Erklärung war nicht, dass dort mehr passierte, sondern dass dort mehr gemeldet wurde.
Woran du sie im Alltag erkennst
Beobachtbar wird sie an wenigen Stellen: Wer redet in Besprechungen und wer nie, was nach einem Fehler zuerst gesucht wird, die Ursache oder die verantwortliche Person, ob Nachfragen gestellt werden und wann schlechte Nachrichten oben ankommen, früh oder erst kurz vor dem Termin.
Erhoben wird sie mit einem kurzen Fragebogen, in dem Aussagen wie „Wenn hier jemand einen Fehler macht, wird ihm das vorgehalten“ bewertet werden. Der Wert gilt für ein Team, nicht für einzelne Personen. Zwei Teams derselben Abteilung können sich deutlich unterscheiden, weil das Klima am unmittelbaren Umfeld hängt und nicht an der Firmenkultur insgesamt.
Wie sie entsteht und was sie kaputt macht
Den größten Hebel hat, wer auf solche Wortmeldungen reagiert. Eigene Fehler benennen, Fragen stellen statt Antworten liefern, auf unbequeme Wortmeldungen erkennbar dankbar reagieren: Das Team schließt aus solchen Reaktionen, was ein Einwand kostet, nicht aus Absichtserklärungen im Workshop.
Der häufigste Denkfehler ist die Gleichsetzung mit Harmonie. Hohe Erwartungen ohne Sicherheit erzeugen Angst, Sicherheit ohne Anspruch erzeugt Behaglichkeit. Erst beides zusammen führt dazu, dass jemand einen Fehler meldet, solange er noch billig zu beheben ist.
Kaputt geht das Klima meist an einer einzigen Situation: Jemand spricht unter Zeitdruck ein Problem an und wird abgebügelt. Alle anderen im Raum lernen daraus mehr über die geltenden Regeln als aus jedem Leitbild.
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Psychologische Sicherheit und was oft damit gleichgesetzt wird
Vertrauen beschreibt die Erwartung einer Person gegenüber einer anderen. Psychologische Sicherheit beschreibt das Klima einer Gruppe und kann fehlen, obwohl sich einzelne Personen darin gut vertrauen.
Ein angenehmes Klima vermeidet Reibung. Psychologische Sicherheit macht Reibung erst möglich, weil ein Widerspruch niemanden etwas kostet.
Fehlerkultur beschreibt den organisierten Umgang mit Fehlern samt Meldewegen und Auswertung. Psychologische Sicherheit ist die Voraussetzung dafür, dass diese Meldewege überhaupt benutzt werden.
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Sie entscheidet sich in der Minute nach der ersten schlechten Nachricht
Ob jemand einen Fehler früh meldet, hängt an der Erinnerung daran, wie die letzte Meldung aufgenommen wurde. Eine einzige Reaktion vor versammelter Mannschaft prägt das Verhalten über Monate, und keine Umfrage und kein Leitbild holen das wieder ein.
In den Zahlen gibt es eine unangenehme Kehrseite: Wo die Sicherheit wächst, steigt zunächst auch die Zahl der gemeldeten Fehler, weil vorher nur weniger davon aktenkundig wurde. Wer diese Statistik ohne Kontext liest, hält den Fortschritt für eine Verschlechterung und dreht ihn zurück.
Sicherheit heißt außerdem nicht Anspruchslosigkeit. Amy Edmondson stellt sie ausdrücklich neben hohe Erwartungen, denn ohne Anspruch entsteht Gemütlichkeit und ohne Sicherheit Angst. Praktisch hilft, zuerst nachzufragen statt zu bewerten, eigene Fehlgriffe zu benennen und den Termin, in dem Zweifel gesammelt werden, von dem zu trennen, in dem entschieden wird.
Psychologische Sicherheit lernen
Für die Frage, wie ein Team solche Regeln miteinander vereinbart und Konflikte offen austrägt, gibt es die Weiterbildungen zur Zusammenarbeit im Team .
Weil die eigene Reaktion den größten Hebel hat, lohnen sich zusätzlich die Seminare zum Verhalten in der Führungsrolle .
Kurse, die Psychologische Sicherheit behandeln
Häufige Fragen
Bedeutet das, dass Fehler folgenlos bleiben?
Kann ich das als Führungskraft allein herstellen?
Wie lange dauert es, bis sich etwas ändert?
Passt thematisch dazu
Psychologische Sicherheit entsteht durch das, was eine Führungskraft im Alltag tut und duldet, und woran sich das festmacht, zeigen die konkreten Schritte zu einer offenen Fehlerkultur .
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