Ziele formulieren

Was sind SMART-Ziele?

spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch, terminiert

SMART-Ziele sind Ziele, die fünf Kriterien erfüllen: spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert. Die Abkürzung ist eine Prüfliste für die Formulierung, damit am Stichtag niemand darüber streiten muss, ob das Ziel erreicht wurde.

Am Jahresende streiten zwei Leute darüber, ob ein Ziel erreicht wurde, und beide haben recht, weil die Formulierung von damals beide Lesarten zulässt.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Steht für
Spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch, terminiert
Typisch bei
Jahreszielen und Zielvereinbarungsgesprächen
Verwechselt mit
OKR, die bewusst ehrgeizig bleiben
Schwächste Stelle
Messbar, meist nur behauptet

Die fünf Kriterien

Spezifisch heißt, dass eindeutig beschrieben ist, was anders sein soll und für welchen Bereich. Messbar verlangt eine Größe samt Zielwert, an der sich das ablesen lässt. Attraktiv meint, dass die Person das Ziel mitträgt und nicht nur zur Kenntnis nimmt. Realistisch prüft, ob es mit den vorhandenen Mitteln und der vorhandenen Zeit erreichbar ist. Terminiert verlangt ein Datum, nicht „möglichst bald“.

Die Buchstaben werden unterschiedlich aufgelöst. Bei George T. Doran, der die Abkürzung 1981 einführte, standen sie für specific, measurable, assignable, realistic und time-related. Im deutschsprachigen Gebrauch stehen A und R heute meist für attraktiv und realistisch, im Englischen häufig für achievable und relevant. Wichtiger als die Auflösung ist die Frage dahinter, und die bleibt in allen Varianten dieselbe.

Ein schneller Test ist die Rückwärtsprüfung: Könnte eine unbeteiligte Person am Stichtag ohne Rückfrage sagen, ob das Ziel erreicht ist? Wenn nicht, fehlt entweder die Messgröße oder der Termin.

Vom Wunsch zur Formulierung

Aus „wir müssen im Support besser werden“ wird zum Beispiel: „Bis Ende September beantwortet das Support-Team Anfragen aus dem allgemeinen Postfach innerhalb eines Arbeitstages.“ Der Unterschied liegt nicht in der Länge, sondern darin, dass drei Fragen beantwortet sind: wer, woran es sich messen lässt und bis wann.

Der häufigste Formulierungsfehler ist die Maßnahme im Zielgewand. „Ein neues Ticketsystem einführen“ ist eine Maßnahme. Das Ziel dahinter wäre die kürzere Antwortzeit, und ob das Ticketsystem der richtige Weg dorthin ist, zeigt sich erst unterwegs. Wer die Maßnahme zum Ziel macht, hat sie erreicht, auch wenn sich nichts verbessert hat.

Wo die Methode an Grenzen stößt

Schwer messbare Dinge fallen durch das Raster. Beratungsqualität, Zusammenarbeit oder Sorgfalt lassen sich schlecht in eine Zahl fassen, und wer es erzwingt, misst am Ende die Zahl der Aktivitäten statt das Ergebnis. Ein Ausweg sind beobachtbare Verhaltensweisen statt Kennzahlen: Woran würden andere merken, dass sich etwas geändert hat?

Das R bremst außerdem, sobald es um größere Sprünge geht. Ein bewusst ambitioniertes Ziel fällt bei der Prüfung auf Realismus durch, deshalb arbeiten viele Organisationen für Veränderungsvorhaben mit OKR und nutzen SMART für die Ziele des Regelbetriebs.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Nicht verwechseln

SMART-Ziele und was oft damit gleichgesetzt wird

SMART-Ziele gegen OKR

OKR arbeitet mit einem qualitativen Objective und mehreren messbaren Key Results, meist quartalsweise und bewusst anspruchsvoll. SMART beschreibt dagegen die Formulierung eines einzelnen Ziels, unabhängig vom System dahinter.

SMART-Ziele gegen KPI

Ein KPI ist eine dauerhaft beobachtete Kennzahl des laufenden Betriebs. Ein SMART-Ziel ist eine befristete Vereinbarung mit Stichtag, die sich häufig auf einen solchen KPI stützt.

SMART-Ziele gegen Zielvereinbarung

Die Zielvereinbarung ist das Gespräch und das Dokument samt möglicher Vergütungsfolge. SMART sagt nur, wie das einzelne Ziel darin formuliert sein sollte.

KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
In der Praxis

Das M entscheidet über alles, und genau dort wird geschummelt

Der Klassiker lautet: Kundenzufriedenheit deutlich verbessern. Spezifisch klingt das, messbar ist es nicht, denn niemand hat festgelegt, woran man die Verbesserung ablesen will. Die Prüffrage ist simpel. Kannst du heute schon sagen, welchen Wert du am Stichtag anschaust und woher er kommt? Wenn die Quelle erst noch aufgebaut werden muss, ist das ein eigenes Ziel.

Das R wird gern gegen das Ziel selbst verwendet. Realistisch heißt nicht bequem, sondern erreichbar mit den Mitteln, die tatsächlich zur Verfügung stehen. Wer ein Ziel setzt und im selben Atemzug die Stelle streicht, die es erreichen soll, hat kein Ziel vereinbart, sondern eine Erwartung geäußert.

Das T ist mehr als ein Datum am Ende. Ohne Zwischenstände merkt man im November, dass es seit März nicht vorangeht. Ein festgelegter Zwischenstand nach dem ersten Drittel kostet ein Gespräch und ist die einzige Gelegenheit, an der du noch etwas ändern kannst.

SMART-Ziele lernen

Damit daraus ein Gespräch wird, dem beide Seiten zustimmen können, helfen die Seminare für Führungsaufgaben im Alltag .

Für Ziele, die du dir selbst setzt, sind die Kurse zur eigenen Arbeitsorganisation der passendere Rahmen.

Häufige Fragen

Wofür steht das A in SMART?
Im deutschsprachigen Gebrauch meist für attraktiv oder akzeptiert, also für die Zustimmung derjenigen, die das Ziel erreichen sollen. In englischen Quellen steht es häufig für achievable, was inhaltlich dem R nahekommt.
Wie viele Ziele sollte ich vereinbaren?
So wenige, dass sie im Alltag Wirkung entfalten. Wer mit fünf oder mehr Zielen in ein Jahr geht, arbeitet am Ende an dem, was gerade dringend ist, und liest die Vereinbarung erst kurz vor dem Stichtag wieder.
Gilt SMART auch für Teamziele?
Ja, mit einer Ergänzung: Bei einem Teamziel muss geklärt sein, wer welchen Beitrag leistet, sonst fühlt sich niemand zuständig. Die Messgröße bleibt gemeinsam, die Beiträge werden getrennt festgehalten.
Persönlich für dich da

Deine Ansprechpartner

Du willst das Thema nicht nur nachschlagen, sondern anwenden können? Wir beraten dich persönlich und kostenlos.

Yves Hoppe

Yves Hoppe

Weiterbildung & Beratung

Ordnet mit dir ein, welcher Kurs zu deinem Vorwissen passt.

Norbert Jansen

Norbert Jansen

Beratung & Inhouse

Plant Inhouse-Trainings, die an euren eigenen Daten und Abläufen ansetzen.

SMART-Ziele im Kurs statt im Lexikon

Nachschlagen bringt dich bis zum Verstehen. Anwenden lernst du an echten Aufgaben.