Was ist New Work?
New Work ist heute ein Sammelbegriff für Arbeitsformen, die auf Sinn, Selbstbestimmung und flexible Organisation setzen. Geprägt hat ihn der Sozialphilosoph Frithjof Bergmann, der damit ein Gegenmodell zur klassischen Lohnarbeit meinte und kein Bürokonzept.
Wenn im Unternehmen von New Work die Rede ist, meint die Geschäftsführung meist Homeoffice und Duzen, gemeint war ursprünglich etwas deutlich Größeres.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
- Geprägt von
- Frithjof Bergmann, Sozialphilosoph
- Heute meist
- Sammelbegriff für flexible Arbeitsformen
- Verwechselt mit
- Mobilem Arbeiten und neuem Bürodesign
- Kernfrage bei Bergmann
- Was willst du wirklich, wirklich tun?
Woher der Begriff kommt
Bergmann entwickelte seine Überlegungen in den 1980er-Jahren in Flint im US-Bundesstaat Michigan, wo General Motors die Werke automatisieren und Tausende Stellen streichen wollte. Sein Vorschlag war, die Erwerbsarbeit zu teilen und die frei werdende Zeit auf Selbstversorgung und auf eine Tätigkeit zu legen, die jemand wirklich will. 1984 entstand daraus in Flint das erste Zentrum für Neue Arbeit.
Von dieser Ursprungsidee ist im heutigen Sprachgebrauch wenig übrig. Wer das weiß, versteht, warum Diskussionen über New Work so oft aneinander vorbeigehen: Die einen meinen ein gesellschaftliches Gegenmodell, die anderen die Frage, ob man freitags von zu Hause arbeiten darf.
Was heute damit gemeint ist
In Unternehmen bündelt der Begriff drei Ebenen. Die erste betrifft Ort und Zeit, also mobiles Arbeiten, Vertrauensarbeitszeit und asynchrone Abstimmung. Die zweite betrifft die Organisation: Rollen statt starrer Stellen, Entscheidungen näher an der Arbeit, weniger Freigabestufen. Die dritte betrifft die Haltung, also Beteiligung, Sinn und den Anspruch, dass Arbeit zur Lebenssituation passt.
Weil jeder Anbieter den Begriff anders füllt, taugt er als Türöffner, aber nicht als Zielbeschreibung. Vor jedem Vorhaben lohnt die Übersetzung in konkrete Regeln: Wer entscheidet künftig was, wann muss jemand erreichbar sein, wie werden Ergebnisse überprüft?
Der übliche Fehler
Am häufigsten wird nur der sichtbare Teil übernommen: offene Flächen, Duz-Kultur, Getränkeauswahl. Solange die Entscheidungsrechte unverändert bei denselben Personen liegen, bleibt die Autonomie eine Fassade, und die Belegschaft merkt das im ersten Konfliktfall.
Der zweite Fehler ist Freiheit ohne Struktur. Mehr Selbstbestimmung verlangt mehr geklärte Absprachen, nicht weniger: Zuständigkeiten, Erreichbarkeitsfenster, verbindliche Übergaben. Wo das fehlt, entsteht keine Selbstorganisation, sondern eine informelle Hierarchie derer, die am lautesten sind.
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New Work und was oft damit gleichgesetzt wird
Agilität beschreibt eine Arbeitsweise mit kurzen Zyklen und schneller Anpassung, meist auf Team- oder Projektebene. New Work fragt darüber hinaus nach Sinn und Selbstbestimmung und setzt keine agilen Methoden voraus.
Mobiles Arbeiten ist eine Ortsfrage und lässt sich in einer Betriebsvereinbarung regeln. New Work betrifft zusätzlich Entscheidungswege, Rollenzuschnitt und Führungsverständnis.
Modern Leadership beschreibt, wie Führung unter diesen Bedingungen aussieht. New Work ist der weitere Rahmen und schließt auch Arbeitsformen ohne klassische Führungsrolle ein.
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Die Werte hängen an der Wand, die Prozesse sind unverändert
Der übliche Verlauf: Es gibt neue Möbel, freie Arbeitsorte und ein Leitbild, aber der Urlaubsantrag läuft weiter über drei Unterschriften und jede Anschaffung oberhalb der Bagatellgrenze über die Geschäftsführung. Die Belegschaft merkt den Widerspruch sofort, und das Vertrauen in das nächste Vorhaben sinkt.
Der wirksamste Einstieg ist kein Kulturprogramm, sondern eine Entscheidungslandkarte: Wer darf was ohne Rückfrage entscheiden, bis zu welchem Betrag, in welcher Frist? Diese Liste ist unbequem, weil sie Machtfragen offenlegt, aber sie verändert den Alltag stärker als jedes Workshop-Format.
Zur Ehrlichkeit gehört auch die Schattenseite. Selbstorganisation ohne klare Zuständigkeit führt dazu, dass die Durchsetzungsfähigen bestimmen und die Zurückhaltenden die liegen gebliebene Arbeit übernehmen. Wer Hierarchie abbaut, muss aufschreiben, was an ihre Stelle tritt.
New Work lernen
Was davon sich auf eine gewachsene Organisation übertragen lässt, sortieren die Kurse zu neuen Arbeitsformen .
Weil der Umstieg selbst ein Veränderungsvorhaben ist, gehören die Weiterbildungen zur Einführung neuer Arbeitsweisen in die Planung.
Häufige Fragen
Ist New Work dasselbe wie Homeoffice?
Passt New Work auch in Schichtbetrieb oder Verwaltung?
Wer entscheidet in einer New-Work-Organisation?
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New Work im Kurs statt im Lexikon
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