Die Phasen der Teamentwicklung nach Tuckman erkennen

Jedes Team durchläuft typische Phasen, bevor es wirklich leistungsfähig wird. Wenn du weißt, in welcher Phase dein Team steckt, führst du gezielter und begleitest es sicher durch Reibung, Konflikte und Neuanfänge.

Führungskräfte im Gespräch, Symbolbild zum Bereich Team & Zusammenarbeit
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Seit 1997 am Markt Präsenz & Live-Online 4,9 aus 503 Google-Bewertungen Auch Inhouse für dein Team

Warum dein Team manchmal stockt, obwohl alle motiviert sind

Du hast ein neues Team übernommen oder gerade umgebaut, und trotz guter Leute läuft es nicht rund. Erst war die Stimmung höflich und abwartend, dann kamen plötzlich Spannungen, unausgesprochene Konkurrenz und Diskussionen um Zuständigkeiten. Vielleicht fragst du dich, ob du etwas falsch machst oder ob die Zusammensetzung einfach nicht passt.

In den meisten Fällen ist genau das aber völlig normal. Teams entwickeln sich in erkennbaren Phasen, und jede Phase hat ihre eigene Dynamik. Die schwierige Storming-Phase mit ihren Reibereien ist kein Rückschritt, sondern ein notwendiger Schritt auf dem Weg zu echter Zusammenarbeit. Wer das nicht weiß, greift oft zum falschen Zeitpunkt ein oder lässt Konflikte laufen, die eigentlich moderiert werden müssten.

Als Führungskraft brauchst du deshalb zwei Dinge: ein klares Bild davon, in welcher Phase dein Team gerade steht, und das passende Führungsverhalten für genau diese Phase. Denn ein Team im Forming braucht andere Impulse als ein eingespieltes Team, das nach einem Umbau wieder von vorne beginnt.

Grafik: Die fünf Phasen nach Tuckman, die jedes Team durchläuft: Forming, höflich und abwartend; Storming, Reibung um Rollen, Einfluss und Zuständigkeiten; Norming, Spielregeln und Rollen werden verbindlich; Performing, das Team arbeitet eigenständig; Adjourning, Abschluss, Auflösung oder Neustart in anderer Besetzung
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt

Was dein Team in welcher Phase von dir braucht

Bestimme zuerst, wo dein Team gerade steht, und richte dann dein Verhalten danach aus. Dieselbe Maßnahme kann im Forming genau richtig und im Performing ein Bremsklotz sein.

Grafik: Was dein Team in welcher Phase von dir braucht: im Forming Orientierung und klare erste Aufgaben, im Storming Konflikte moderieren, im Norming Regeln, Rollen und Ziele festhalten, im Performing bewusst zurücktreten, bei jedem Neustart den Prozess neu begleiten
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
  1. 1

    Im Forming: Orientierung geben

    Erkläre Ziel, Auftrag und den Rahmen, in dem das Team entscheiden darf. Verteile erste, klar umrissene Aufgaben und sorge dafür, dass sich alle mit ihren Stärken vorstellen. In dieser Phase erwartet das Team von dir Struktur, nicht Zurückhaltung.

  2. 2

    Im Storming: Konflikte moderieren

    Wenn Diskussionen um Zuständigkeiten und Einfluss aufkommen, hol sie auf den Tisch, statt sie auszusitzen. Lass beide Seiten ihre Sicht darlegen, trenne Sachfragen von persönlichen Spannungen und halte fest, was entschieden ist. Reibung ist in dieser Phase ein Zeichen von Entwicklung, kein Scheitern.

  3. 3

    Im Norming: Regeln festhalten

    Vereinbart gemeinsam, wie ihr zusammenarbeitet: wer was entscheidet, wie Informationen fließen, wie ihr mit Fehlern umgeht. Schreib die Absprachen auf und hänge sie dort auf, wo das Team arbeitet, im Büro oder im gemeinsamen Kanal.

  4. 4

    Im Performing: zurücktreten

    Wenn das Team eigenständig liefert, nimm dich aus dem Tagesgeschäft heraus. Delegiere Entscheidungen, schütze das Team vor Störungen von außen und konzentriere dich auf Rahmenbedingungen und Entwicklung.

  5. 5

    Bei jedem Neustart: neu beginnen

    Kommt eine neue Person dazu, ändert sich das Ziel oder wird ein Projekt abgeschlossen, fällt das Team oft in eine frühere Phase zurück. Plane dann bewusst ein Kick-off für die neue Konstellation oder einen Abschluss, bei dem ihr würdigt, was erreicht wurde.

Was du besser lässt

  • Storming unterdrücken Wer Reibereien sofort mit einem Machtwort beendet, verschiebt den Konflikt nur. Moderiere die Auseinandersetzung, bis eine tragfähige Klärung steht.
  • Zu früh loslassen Ein neues Team, das noch keine gemeinsamen Regeln hat, mit voller Eigenverantwortung allein zu lassen, erzeugt Unsicherheit. Gib erst Struktur und reduziere sie schrittweise.
  • Neustarts übergehen Eine neue Kollegin einfach „mitlaufen“ zu lassen, kostet das Team oft Wochen. Ein kurzes gemeinsames Klären von Rollen und Regeln spart diese Zeit.
Formulierungen

Sätze, die du so sagen kannst

Nimm sie als Startpunkt und sag sie in deinen eigenen Worten. Wichtig ist der Gedanke dahinter, nicht der genaue Wortlaut.

Im ersten Teammeeting (Forming)
„Bevor wir loslegen, will ich, dass alle wissen, wofür wir da sind und was jeder im Team einbringt. Danach verteilen wir die ersten Aufgaben für die nächsten zwei Wochen.“
Wenn zwei um dieselbe Zuständigkeit streiten (Storming)
„Ich merke, dass ihr beide die Kundenkommunikation verantworten wollt. Das klären wir jetzt, und zwar so, dass es für das ganze Team nachvollziehbar ist.“
Wenn ihr Spielregeln vereinbart (Norming)
„Lasst uns aufschreiben, wie wir künftig entscheiden, wenn wir uns nicht einig sind. Dann müssen wir das nicht jedes Mal neu verhandeln.“
Wenn das Team gut läuft (Performing)
„Für die meisten Entscheidungen braucht ihr mich nicht mehr. Holt mich dazu, wenn das Budget betroffen ist oder ihr Rückendeckung nach außen braucht.“
Wenn jemand Neues ins Team kommt
„Mit Lena ändert sich unsere Aufstellung. Ich nehme mir im nächsten Meeting Zeit, damit wir Rollen und Absprachen gemeinsam noch einmal durchgehen.“

So begleitest du dein Team sicher durch jede Phase

Das Phasenmodell der Teamentwicklung nach Bruce Tuckman ist einfach zu verstehen und im Führungsalltag sofort anwendbar. In unseren Seminaren zu Teamführung und Zusammenarbeit lernst du, die Phasen zu erkennen und dein Verhalten bewusst darauf abzustimmen. Du arbeitest dabei an Situationen aus deinem eigenen Team.

Phasen sicher erkennen

Du liest an Verhalten, Stimmung und Konfliktmustern ab, in welcher Phase dein Team gerade steckt, und verwechselst normale Entwicklungsreibung nicht mehr mit einem echten Problem.

Durch die Storming-Phase führen

Du lernst, Spannungen und Machtfragen offen anzusprechen und zu moderieren, statt sie auszusitzen. So kommt dein Team schneller in die produktive Phase.

Regeln und Rollen klären

In der Norming-Phase hilfst du dem Team, verbindliche Spielregeln, klare Rollen und gemeinsame Ziele zu vereinbaren, auf die sich später alle verlassen können.

Führungsstil an die Phase anpassen

Du erfährst, wann du klar anleiten und wann du loslassen solltest, damit dein Team von der Orientierung bis zur eigenständigen Höchstleistung wachsen kann.

Neustarts bewusst gestalten

Bei neuen Mitgliedern, Umstrukturierungen oder veränderten Zielen beginnt der Prozess oft von vorne. Du weißt, wie du diese Übergänge begleitest, ohne dass Erreichtes verloren geht.

Wissen prüfen

Wie sicher bist du beim Thema wirklich?

Lesen fühlt sich schnell nach Können an. Ein kurzer Test zeigt dir, was davon schon sitzt und wo sich ein Kurs lohnt. Kostenlos, ohne Anmeldung, mit einer Erklärung zu jeder Antwort.

Häufige Fragen

Noch etwas offen? Wir sind ohne Warteschleife für dich da.

Frag uns direkt
Welche Phasen der Teamentwicklung gibt es?
Das bekannteste Modell stammt von Bruce Tuckman und beschreibt vier Kernphasen: Forming (Orientierung), Storming (Konflikt), Norming (Organisation und Regeln) und Performing (Leistung). Das Modell stammt aus dem Jahr 1965. 1977 ergänzte Tuckman es gemeinsam mit Mary Ann Jensen um Adjourning, eine fünfte Phase für den Abschluss oder die Auflösung eines Teams.
Was passiert in der Storming-Phase?
In der Storming-Phase treten Spannungen, Konkurrenz und Diskussionen um Rollen und Einfluss offen zutage. Das wirkt anstrengend, ist aber ein wichtiger und normaler Schritt. Als Führungskraft solltest du diese Konflikte moderieren und klären, damit das Team in die produktive Zusammenarbeit findet.
Durchläuft jedes Team alle Phasen?
Grundsätzlich ja, allerdings unterschiedlich schnell und intensiv. Manche Teams überstehen das Storming zügig, andere brauchen länger. Wichtig ist außerdem: Sobald sich die Zusammensetzung oder die Ziele ändern, kann ein Team in eine frühere Phase zurückfallen und den Prozess teilweise erneut durchlaufen.
Wie lange dauert die Teamentwicklung?
Dafür gibt es keine feste Zeit, weil es von Teamgröße, Aufgabe, Erfahrung und Führung abhängt. Von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten ist alles möglich. Entscheidend ist weniger die Dauer als die bewusste Begleitung durch jede einzelne Phase.
Wie kann ich mein Team durch die Phasen führen?
Passe deinen Führungsstil an die jeweilige Phase an: Am Anfang gibst du Orientierung und Struktur, im Storming moderierst du Konflikte, im Norming hilfst du bei Regeln und Rollen, und im Performing trittst du bewusst zurück und lässt das Team eigenständig arbeiten. Genau dieses situative Führen kannst du in einem Seminar trainieren.
Norbert Jansen, Leiter Management-Trainings bei cmt
Nächster Schritt

Bring dein Team gezielt in die Performing-Phase

Du willst dein Team sicher durch alle Phasen führen und im Alltag anwenden, was hinter dem Modell steckt? In unseren Seminaren zur Teamführung übst du genau das an deinen eigenen Situationen. Sprich uns an, wir beraten dich gern und finden das passende Format für dich.

Norbert Jansen Leiter Management-Trainings bei cmt