ITIL-Prüfung: Englisch ist keine Pflicht
Foundation gibt es auch auf Deutsch, bei den Aufbaumodulen wird es enger. Und selbst im deutschen Kurs bleiben die Namen der Practices englisch.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Die Sprachfrage entscheidet sich zu spät, meist erst bei der Buchung
Die meisten planen ihren ITIL-Weg nach Inhalt und Termin und stoßen erst im Buchungsvorgang auf die Sprachauswahl. Bei Foundation fällt das nicht auf, weil Deutsch dabei ist. Beim zweiten oder dritten Modul kann die gewünschte Sprache fehlen, und dann steht die Entscheidung unter Zeitdruck an.
Teuer wird das, wenn ein ganzes Team gemeinsam einen Weg geht. Wenn zwei Module auf Deutsch gelernt wurden und das dritte nur auf Englisch verfügbar ist, sitzt die Hälfte der Gruppe plötzlich vor einer Prüfung, auf die sie sich anders vorbereitet hat.
Dazu kommt ein Missverständnis, das sich hartnäckig hält: Viele glauben, ein deutscher Kurs mache das englische Vokabular überflüssig. Das stimmt nicht. Die Practices und die Aktivitäten der Service Value Chain tragen in jeder Sprachfassung ihre englischen Namen, und genau die werden abgefragt.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Symptom, Ursache, Lösung
Symptom
Im deutschen Kurs verstehst du alles, in der englischen Musterprüfung liegst du unter der Bestehensgrenze.
Ursache
Das Verständnis sitzt, die englischen Begriffe sind nur als Übersetzung abgelegt. In der Prüfung steht der Fachbegriff aber ohne deutsche Stütze da.
Lösung
Leg dir zu jeder Practice und zu jeder Value-Chain-Aktivität den englischen Namen und einen Satz auf Deutsch daneben. Zwei Durchgänge damit reichen meist, weil der prüfungsrelevante Wortschatz aus einer überschaubaren Zahl fester Begriffspaare besteht.
Symptom
Dein Team dokumentiert auf Englisch, diskutiert aber über Änderungsfreigaben statt über Change Enablement.
Ursache
Der Kurs lief auf Deutsch, das Werkzeug und die Dokumentation laufen auf Englisch. Jeder übersetzt im Kopf, und dabei verschiebt sich die Bedeutung.
Lösung
Wähl für die nächste Runde ein englischsprachiges Training, damit die Begriffe in der Form ankommen, in der sie im Werkzeug stehen. Bestehende Zertifikate bleiben davon unberührt.
Symptom
Bei der Prüfungsbuchung findest du deine Sprache nicht in der Auswahl.
Ursache
Die neun Sprachen gelten für Foundation und die Bridge-Prüfungen. Bei den Aufbaumodulen ist das Angebot kleiner.
Lösung
Entweder du schreibst die Prüfung auf Englisch und nutzt den Zeitzuschlag für Nicht-Muttersprachler, oder du ziehst ein anderes Modul vor, das in deiner Sprache verfügbar ist, und planst das englische später ein.
Symptom
Du bist an Fragen hängen geblieben, in denen utility und warranty vorkamen.
Ursache
Das ist ein festes Begriffspaar aus dem ITIL-Wertmodell. Nutzen und Gewährleistung sind zwar gängige Übersetzungen, verlieren aber die Schärfe des Originals.
Lösung
Lern solche Paare bewusst zweisprachig und mit einem eigenen Beispiel: utility beschreibt, was der Service leistet, warranty, unter welchen Bedingungen er das verlässlich tut.
Neun Sprachen, zwei getrennte Entscheidungen
- 01 Foundation und Bridge prüft PeopleCert in neun Sprachen, Deutsch inbegriffen.
- 02 Bei den Aufbaumodulen ist die Sprachauswahl kleiner.
- 03 Kurssprache und Prüfungssprache legst du unabhängig voneinander fest.
- 04 Wer nicht in der Muttersprache schreibt, bekommt zusätzliche Bearbeitungszeit.
- 05 Die Namen der Practices bleiben in jeder Sprachfassung englisch.
- 06 Begriffspaare wie utility und warranty musst du in beiden Sprachen sicher zuordnen.
Was du mitnimmst
Nach dieser Seite entscheidest du die Sprachfrage bewusst und früh, statt sie im Buchungsvorgang zu übernehmen, und du weißt, welches Vokabular du in jedem Fall brauchst.
Sprachverfügbarkeit früh prüfen
Du weißt, dass Foundation und Bridge in neun Sprachen geprüft werden, die Aufbaumodule aber nicht, und klärst das für deinen ganzen Weg vor der ersten Buchung.
Kurs und Prüfung getrennt planen
Du kannst ein deutschsprachiges Training mit einer englischen Prüfung kombinieren oder umgekehrt, je nachdem, was zu deinem Arbeitsumfeld und deiner Sicherheit passt.
Das Pflichtvokabular kennen
Du weißt, dass Practices, Value-Chain-Aktivitäten und Modulkürzel in jeder Sprachfassung englisch bleiben, und lernst sie gezielt statt nebenbei.
Begriffspaare sauber trennen
Du ordnest utility und warranty sowie Incident und Service Request sicher zu, weil genau an diesen Unterscheidungen Punkte hängen.
Den Zeitzuschlag einkalkulieren
Du weißt, dass es für Prüfungen außerhalb der eigenen Muttersprache zusätzliche Bearbeitungszeit gibt, und gibst deine Sprache bei der Buchung korrekt an.
Für internationale Teams entscheiden
Du erkennst, wann ein englischsprachiges Training die doppelte Übersetzung im Alltag spart, weil Dokumentation und Werkzeug ohnehin englisch sind.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
In welchen Sprachen Training und Prüfung möglich sind
Für ITIL Foundation und die Bridge-Prüfungen stehen neun Sprachen zur Verfügung: Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, brasilianisches Portugiesisch, Polnisch, Chinesisch und Japanisch. Damit ist die Einstiegsstufe für den deutschsprachigen Raum vollständig abgedeckt.
Bei den Aufbaumodulen wird die Auswahl kleiner. Nicht jedes Modul ist in jeder Sprache verfügbar, und das kann sich über die Zeit ändern. Wenn dein Weg über mehrere Module führt, prüf die Sprachverfügbarkeit für das ganze Paket, bevor du das erste buchst, sonst planst du zwei Module auf Deutsch und stehst beim dritten unerwartet vor einer englischen Prüfung.
Kurssprache und Prüfungssprache sind zwei getrennte Entscheidungen. Du kannst ein deutschsprachiges Training besuchen und die Prüfung trotzdem auf Englisch schreiben, wenn das zu deinem Arbeitsumfeld passt. Umgekehrt geht es genauso, solange das Modul in der gewünschten Sprache angeboten wird.
Warum auch der deutsche Kurs englisch klingt
Die Practices behalten in jeder Sprachfassung ihre englischen Namen. Change Enablement, Service Request Management, Monitoring and Event Management, Service Configuration Management und Continual Improvement stehen so im deutschen Kurs an der Tafel wie im englischen. Dasselbe gilt für die sechs Aktivitäten der Service Value Chain, also Plan, Improve, Engage, Design and Transition, Obtain/Build sowie Deliver and Support.
Auch die Modulnamen sind englische Abkürzungen: CDS für Create, Deliver and Support, DPI für Direct, Plan and Improve, DITS für Digital and IT Strategy, dazu MSF, PIC und CAI. Wer diese Kürzel nicht auflösen kann, verliert in Diskussionen den Anschluss, egal in welcher Sprache das Gespräch läuft.
Für die Prüfung heißt das: Du musst die englischen Fachbegriffe zuverlässig erkennen und zuordnen, unabhängig davon, in welcher Sprache du schreibst. Die deutsche Fassung übersetzt den Fragetext, nicht die Begriffswelt dahinter.
Wann ein englischsprachiges Training die bessere Wahl ist
Wenn deine Prozessdokumentation, die Ticketkategorien im Werkzeug und die Rollenbeschreibungen ohnehin auf Englisch stehen, lernst du im deutschen Kurs eine Zwischensprache, die du danach wieder zurückübersetzen musst. In dem Fall ist ein englischsprachiges Training der direktere Weg, weil du die Begriffe in genau der Form mitnimmst, in der du sie am Montag brauchst.
Dasselbe gilt für Teams, die über Standorte hinweg besetzt sind. Wenn die Hälfte der Runde ohnehin auf Englisch diskutiert, verhindert ein gemeinsames englischsprachiges Training, dass sich zwei Vokabularien parallel einschleifen. Für solche Teams gibt es bei cmt Foundation und Aufbaumodule wie CDS auch in englischer Sprache.
Umgekehrt gilt: Wenn du das Modell zum ersten Mal überhaupt kennenlernst und die Diskussionen bei euch auf Deutsch laufen, ist der deutsche Kurs die schnellere Strecke. Das Konzept zu verstehen und nebenbei Fachvokabular zu übersetzen sind zwei Aufgaben, die sich gegenseitig ausbremsen.
Der Zeitzuschlag bei fremdsprachigen Prüfungen
PeopleCert räumt 25 Prozent zusätzliche Bearbeitungszeit ein, wenn du eine Prüfung nicht in deiner Muttersprache ablegst. Für die ITIL-Foundation-Prüfung mit 40 Fragen sind das 75 statt 60 Minuten. Deine Muttersprache gibst du dafür im Buchungsvorgang an, von allein wird der Zuschlag nicht vergeben.
Der Zuschlag hilft beim Lesen, ersetzt aber kein Vokabeltraining. Die Fragen prüfen Feinheiten, etwa den Unterschied zwischen einem Incident und einem Service Request oder zwischen utility und warranty. Wer diese Begriffspaare nur ungefähr kennt, verliert die Punkte nicht an der Zeit, sondern an der Zuordnung.
Dazu passende Kurse
Welche Module bei cmt tatsächlich mit englischer Kursleitung laufen, findest du unter Englischsprachige Kurse im Überblick .
Fällt die Entscheidung gegen Englisch, bekommst du dieselben Inhalte mit deutscher Kursleitung .
Wie sicher bist du beim Thema wirklich?
Lesen fühlt sich schnell nach Können an. Ein kurzer Test zeigt dir, was davon schon sitzt und wo sich ein Kurs lohnt. Kostenlos, ohne Anmeldung, mit einer Erklärung zu jeder Antwort.
Wo du genau das übst
Katharina war eine super Dozentin mit sehr viel Wissen. Sie ist auf alle Fragen eingegangen und konnte alle klären.
Ein sehr anspruchsvolles Training welches von einer sehr kompetente Trainerin geleitet wurde.
Alles in allem bin ich sehr zufrieden, da der Trainer sich viel Mühe gegeben hat und alles sehr gut erklären konnte.
Häufige Fragen
Kann ich die ITIL-Foundation-Prüfung auf Deutsch schreiben?
Bekomme ich mehr Zeit, wenn ich auf Englisch schreibe?
Sind die Aufbaumodule auch auf Deutsch prüfbar?
Lohnt sich ein englischsprachiges Training, obwohl ich die Prüfung auf Deutsch schreiben will?
Deine Ansprechpartner
Du bist dir nicht sicher, welcher Kurs oder welches Level zu dir passt? Wir beraten dich persönlich und kostenlos.
Yves Hoppe
Weiterbildung & Beratung
Hilft dir, aus dem ITIL & PRINCE2-Programm den passenden Kurs für deinen Stand zu finden.
Norbert Jansen
Beratung & Inhouse
Plant mit dir Inhouse-Trainings, die auf eure Abläufe und euren Datenbestand zugeschnitten sind.
Die Sprache passend zum Arbeitsalltag wählen
Ob Deutsch oder Englisch die bessere Wahl ist, entscheidet nicht das Sprachgefühl, sondern die Sprache, in der eure Dokumentation und euer Werkzeug tatsächlich laufen.