Alle ITIL-Stufen auf einen Blick
Foundation, drei Practice-Module, vier bis fünf Kernmodule und drei Designations. Welche Bezeichnung zu welcher Generation gehört, entscheidet über den ganzen Plan.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Die Modulnamen zweier Generationen liegen im Umlauf durcheinander
Wer nach ITIL-Zertifizierungen sucht, bekommt Kürzel aus zwei Schemata gleichzeitig serviert. CDS, DSV, HVIT und DPI gehören zu ITIL 4. Product, Service, Experience und Strategy gehören zur Version 5. MSF, PIC und CAI gibt es in beiden. Und die Designations tragen in beiden Generationen dieselben Namen, obwohl völlig andere Module dahinterstehen.
Das führt zu teuren Fehlplanungen. Jemand bucht ein Modul, das zwar zu einer Designation gehört, aber nicht zu der, die er anstrebt. Oder ein Team plant drei Module ein, obwohl eines davon in beiden Wegen zählt und die Reihenfolge den Aufwand halbiert hätte.
Dazu kommt eine Regel, die selten mitgelesen wird: Ab dem ersten Aufbaumodul ist eine akkreditierte Schulung oder das offizielle eLearning Pflicht. Das fällt erst auf, wenn PeopleCert das Ergebnis nicht freigibt, obwohl die Prüfung bestanden ist.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Schritt für Schritt
- 1
Den eigenen Ausgangspunkt im Konto prüfen
Melde dich in deinem PeopleCert-Konto an und sieh nach, welche Zertifikate du hältst und welches Erneuerungsdatum sie tragen. Für die Zulassung zu einem Aufbaumodul genügt ein bestandenes Foundation-Zertifikat, auch wenn sein Erneuerungsdatum überschritten ist. Das Datum brauchst du trotzdem, weil ein abgelaufener Nachweis überall dort nichts mehr wert ist, wo ein aktueller Stand verlangt wird, etwa in Ausschreibungen.
Geschafft, wenn: Du weißt, welche Zertifikate du hältst, welches Erneuerungsdatum sie tragen und ob für deinen nächsten Schritt überhaupt eine Erneuerung nötig ist.
- 2
Die Generation festlegen
Entscheide, ob dein Weg über ITIL 4 oder die Version 5 laufen soll. Die ITIL-4-Module sind bis zum 31. Dezember 2027 erwerbbar, danach steht nur noch die neue Generation offen. Wer heute bei null anfängt, hat mit der Version 5 die längere Haltbarkeit.
Geschafft, wenn: Die Modulnamen für alle weiteren Schritte stehen fest, und du vermischst die beiden Begriffswelten nicht mehr.
- 3
Foundation ablegen
Buche Foundation der gewählten Generation. Formale Voraussetzungen gibt es keine, 40 Fragen in 60 Minuten, bestanden ab 65 Prozent. Hast du bereits ITIL 4 Foundation und willst in die Version 5, ersetzt die eintägige Foundation Bridge diesen Schritt.
Geschafft, wenn: Das Foundation-Zertifikat liegt im Konto und schaltet alle Aufbaumodule frei.
- 4
Den Rollen-Schwerpunkt bestimmen
Ordne deine tatsächliche Verantwortung einem Schwerpunkt zu: operative Practices, Änderungen und Konfiguration, Lieferanten und Verbesserung, ein ganzer Wertstrom oder die strategische Richtung. Daraus ergibt sich, welche Designation überhaupt sinnvoll ist.
Geschafft, wenn: Du kannst benennen, welche zwei bis vier Module du brauchst, statt alle zu sammeln.
- 5
Die Modulreihenfolge planen
Leg die Reihenfolge so, dass Module mit doppeltem Nutzen früh kommen. In ITIL 4 ist das DPI, weil es für Managing Professional und Strategic Leader zählt. In der Version 5 ist es Transformation, weil es Bestandteil aller drei Designations ist.
Geschafft, wenn: Kein Modul steht im Plan, das nur für einen einzigen Abschluss zählt, obwohl es Alternativen gäbe.
- 6
Akkreditierte Schulung sicherstellen
Prüfe vor jeder Aufbauprüfung, dass ein akkreditiertes Training oder das offizielle eLearning nachgewiesen ist. Ohne diesen Nachweis hält PeopleCert das Ergebnis zurück, unabhängig davon, wie gut du abgeschnitten hast.
Geschafft, wenn: Für jedes gebuchte Modul liegt der Trainingsnachweis vor der Prüfung vor.
- 7
Die Gültigkeit im Blick behalten
Trag dir das Erneuerungsdatum jedes Zertifikats ein. Drei Jahre nach der Prüfung gilt der Nachweis nicht mehr als aktuell, und überall dort, wo ein gültiger Stand verlangt wird, etwa in Ausschreibungen oder Partnerprogrammen, zählt nur das erneuerte Zertifikat. Erneuern kannst du über 20 CPD-Punkte pro Jahr als PeopleCert-Plus-Mitglied, über eine weitere ITIL-Prüfung oder über die Wiederholung derselben Prüfung.
Geschafft, wenn: Kein Nachweis läuft unbemerkt ab, und du weißt vorher, über welchen der drei Wege du ihn erneuerst.
Vom Einstieg bis zum ITIL Master
- 01 Foundation ist in beiden Generationen der Pflichteinstieg.
- 02 Danach entscheidest du dich für einen Rollen-Schwerpunkt.
- 03 Ab dem ersten Aufbaumodul verlangt PeopleCert eine akkreditierte Schulung.
- 04 In ITIL 4 zählt DPI für Managing Professional und Strategic Leader.
- 05 In der Version 5 übernimmt das Modul Transformation diese Rolle.
- 06 Alle drei Designations der Version 5 zusammen führen zum ITIL Master.
Was du mitnimmst
Nach dieser Seite kannst du jedes Kürzel der richtigen Generation zuordnen, den kürzesten Weg zu deiner Designation abstecken und die formale Falle vor der Buchung ausräumen.
Kürzel richtig zuordnen
Du weißt, dass CDS, DSV, HVIT, DPI und DITS zu ITIL 4 gehören und Product, Service, Experience, Strategy und Transformation zur Version 5, obwohl die Designations gleich heißen.
Die Practice-Module unterscheiden
Du kannst benennen, welche fünf Practices hinter MSF, PIC und CAI stehen, und wählst danach das Modul, das deine tatsächliche Verantwortung abbildet.
Doppelt zählende Module früh setzen
Du planst DPI in ITIL 4 und Transformation in der Version 5 nach vorn, weil beide für mehr als eine Designation zählen.
Prüfungsformate einschätzen
Du kennst die Unterschiede zwischen 40 Fragen in 60 Minuten bei Foundation und 40 Fragen in 90 Minuten bei CDS und DPI, und du weißt, dass DITS mit 30 Fragen anders geschnitten ist.
Die Schulungspflicht einplanen
Du berücksichtigst, dass PeopleCert ab dem ersten Aufbaumodul einen Trainingsnachweis verlangt und das Ergebnis sonst zurückhält.
Zertifikat und Rolle trennen
Du entscheidest bewusst, wo ein Nachweis nötig ist und wo ein Grundlagentraining ohne Prüfung schneller zu einem gemeinsamen Verständnis führt.
KI-generiertDieses Bild wurde mit KI erzeugt · Yves Hoppe / KI / cmt
Foundation ist in beiden Generationen der Einstieg
Ohne Foundation geht nichts weiter, und das ist die einzige Stufe ohne formale Voraussetzung. Die ITIL-4-Foundation-Prüfung umfasst 40 Multiple-Choice-Fragen in 60 Minuten und ist ab 26 richtigen Antworten bestanden, also ab 65 Prozent. ITIL Foundation der Version 5 hat dasselbe Format, prüft aber den Digital Product and Service Lifecycle statt der reinen Service-Perspektive.
Ein Unterschied, den viele erst bei der Buchung des zweiten Moduls entdecken: Foundation darfst du im Selbststudium angehen, ab dem ersten Aufbaumodul verlangt PeopleCert eine akkreditierte Schulung oder das offizielle eLearning. Ohne diesen Nachweis wird das Prüfungsergebnis nicht freigegeben, auch wenn du bestanden hast. Die Foundation muss dafür nur bestanden sein, aktuell muss sie nicht sein: PeopleCert lässt auch ein Zertifikat gelten, dessen Erneuerungsdatum überschritten ist, und die neue Prüfung setzt das Datum der darunterliegenden Stufe zugleich zurück.
Die Aufbaumodule von ITIL 4
Der Managing Professional besteht aus vier Modulen: Create, Deliver and Support (CDS), Drive Stakeholder Value (DSV), High Velocity IT (HVIT) und Direct, Plan and Improve (DPI). Der Strategic Leader besteht aus zwei: DPI und Digital and IT Strategy (DITS). DPI zählt für beide Designations, wer also beide anstrebt, legt es nur einmal ab.
Daneben stehen die drei Practice-Manager-Module, die je fünf Practices bündeln. Monitor, Support and Fulfil (MSF) deckt Service Desk, Incident Management, Problem Management, Service Request Management sowie Monitoring and Event Management ab. Plan, Implement and Control (PIC) umfasst Change Enablement, Deployment Management, Release Management, Service Configuration Management und IT Asset Management. Collaborate, Assure and Improve (CAI) enthält Continual Improvement, Information Security Management, Relationship Management, Supplier Management und Service Level Management.
Bei den Prüfungsformaten lohnt der genaue Blick, weil sie sich unterscheiden. CDS wird mit 40 Fragen in 90 Minuten geprüft, bestanden ab 28 richtigen Antworten. DPI hat ebenfalls 40 Fragen in 90 Minuten mit derselben Grenze, DITS dagegen 30 Fragen in 60 Minuten, bestanden ab 21. Alle Aufbauprüfungen werden ohne Hilfsmittel geschrieben.
Wie ITIL 5 die Stufen neu sortiert
In der Version 5 folgen auf Foundation acht Aufbaumodule und ein Erweiterungsmodul zu AI Governance. Die Kernmodule heißen Product, Service, Experience, Strategy und Transformation, dazu kommen dieselben drei Practice-Module MSF, PIC und CAI. Beim Prüfungsformat liegt der auffälligste Unterschied zu ITIL 4: Foundation wird weiterhin ohne Hilfsmittel geschrieben, 40 Fragen in 60 Minuten, bestanden ab 65 Prozent. Bei den Aufbaumodulen der Version 5 sind die Unterlagen dagegen zugelassen, dafür liegt die Grenze höher, nämlich bei 40 Fragen in 90 Minuten und 70 Prozent.
Die Zuordnung zu den Designations ist einfacher als in ITIL 4. Practice Manager erreichst du mit Foundation, einem der drei Practice-Module und Transformation. Managing Professional verlangt Foundation, Product, Service, Experience und Transformation. Strategic Leader verlangt Foundation, Strategy und Transformation. Transformation ist damit die gemeinsame Klammer aller drei Wege und muss nur einmal abgelegt werden.
Wer alle drei Designations zusammenbringt, erreicht ITIL Master. Ein Detail für die Reihenfolgeplanung: Weil Transformation überall zählt, ist es das Modul mit dem höchsten Wiederverwendungswert, wenn du dir noch nicht sicher bist, in welche Richtung du dich vertiefen willst.
Welches Modul zu welcher Rolle passt
Wenn du den Service Desk führst oder für Incidents und Probleme verantwortlich bist, ist MSF das Modul, das deine tägliche Arbeit abbildet. Verantwortest du Änderungen, Releases und die Konfigurationsdaten, gehört PIC dazu. Sitzt du an der Schnittstelle zu Lieferanten, Service Levels und Verbesserungsvorhaben, ist CAI der passende Schnitt.
Für die breitere Verantwortung über einen ganzen Wertstrom, also von der Anforderung bis zum laufenden Betrieb, ist in ITIL 4 das Modul CDS zuständig, in der Version 5 übernimmt Service diese Rolle. Wer über Zielbild, Investitionen und Richtung entscheidet, findet das in ITIL 4 in DITS und DPI, in der Version 5 im Modul Strategy.
Ein Hinweis zur Planung ohne Zertifizierungsdruck: Nicht jede Rolle braucht ein Zertifikat. Wenn im Team vor allem ein gemeinsames Verständnis von Services, Rollen und Reifegraden fehlt, ist ein Grundlagentraining ohne Prüfung oft der schnellere Weg zu einem Ergebnis als eine Foundation für alle.
Dazu passende Kurse
Wenn du sehen willst, welche dieser Stufen bei cmt tatsächlich mit Terminen hinterlegt sind, führt dich der kürzeste Weg Zum gesamten Kursprogramm dieses Bereichs .
Wie sich die neue Sortierung in konkrete Kurstitel übersetzt, zeigen die Module der Version 5 im Einzelnen .
Wie sicher bist du beim Thema wirklich?
Lesen fühlt sich schnell nach Können an. Ein kurzer Test zeigt dir, was davon schon sitzt und wo sich ein Kurs lohnt. Kostenlos, ohne Anmeldung, mit einer Erklärung zu jeder Antwort.
Wo du genau das übst
Katharina war eine super Dozentin mit sehr viel Wissen. Sie ist auf alle Fragen eingegangen und konnte alle klären.
Ein sehr anspruchsvolles Training welches von einer sehr kompetente Trainerin geleitet wurde.
Alles in allem bin ich sehr zufrieden, da der Trainer sich viel Mühe gegeben hat und alles sehr gut erklären konnte.
Häufige Fragen
Muss ich Foundation neu machen, wenn ich in die Version 5 wechsle?
Kann ich ein Aufbaumodul im Selbststudium ablegen?
Zählt DPI wirklich für zwei Designations?
Brauche ich für ein gemeinsames Grundverständnis im Team wirklich Zertifikate?
Deine Ansprechpartner
Du bist dir nicht sicher, welcher Kurs oder welches Level zu dir passt? Wir beraten dich persönlich und kostenlos.
Yves Hoppe
Weiterbildung & Beratung
Hilft dir, aus dem ITIL & PRINCE2-Programm den passenden Kurs für deinen Stand zu finden.
Norbert Jansen
Beratung & Inhouse
Plant mit dir Inhouse-Trainings, die auf eure Abläufe und euren Datenbestand zugeschnitten sind.
Erst den Weg abstecken, dann die Module buchen
Wenn Ausgangspunkt, Generation und Zieldesignation feststehen, bleiben meist nur zwei oder drei Module übrig, und die Reihenfolge ergibt sich von selbst.