Etablierung eines Evergreen-Ansatzes
Klaus Welzenbach

Etablierung eines Evergreen-Ansatzes

Office wurde nicht nur einfach Microsoft 365

Microsoft folgt dem Evergreen-Modell, d. h. kontinuierliche kleine Updates statt großer Versionssprünge. Während es früher alle drei Jahre eine neue Office Version gab, gibt es aktuell in Microsoft 365 spätestens alle 4 Wochen Updates. Das bedeutet neue Anforderungen an Unternehmen in allen Bereichen!

Unternehmen müssen:

  • Agile Prozesse einführen, um Änderungen schnell zu bewerten und umzusetzen.
  • Kurze Entscheidungswege schaffen, damit Anpassungen nicht durch lange Freigabezyklen blockiert werden.
  • Budgetplanung auf Abonnement- und Evergreen-Basis umstellen, um vorhersehbare Kosten sicherzustellen.
  • Qualifizierung neu definieren

 

Change-Management und Kommunikation

  • Change-Management-Strategie entwickeln: Welche Änderungen sind kritisch, welche können sofort übernommen werden? Wie hoch ist der ROI eines jeden Updates?
  • Kuratierte Informationen bereitstellen: Statt Informationsflut aus dem Microsoft Message Center sollten IT-Teams gefilterte, relevante Updates an die Fachbereiche weitergeben. Hierfür ist ein „Trend-Scout“ sinnvoll, der Informationen sammelt, zusammenfasst und letztendlich mit IT und Personalentwicklung die sinnvollen Maßnahmen auf den Weg bringt
  • Regelmäßige Update-Reviews (z. B. monatlich) einplanen, um Auswirkungen auf Prozesse und Compliance zu prüfen.

 

 

Schulung und Befähigung der Mitarbeitenden

  • Evergreen-Schulungen statt einmaliger Trainings: Mitarbeitende müssen kontinuierlich über neue Funktionen informiert werden. Dies klappt nicht mehr mit alten Qualifizierungsmodellen wie mehrtägigen Präsenztrainings.
  • Micro-Learning-Formate wie kurze Videos, Webinare oder SharePoint-Posts nutzen. Hier stehen mit Clipchamp, Stream, Lists und old-fashioned PowerPoint hervorragende Werkzeuge in Microsoft 365 zur Verfügung
  • Pilotgruppen oder CoE (Center of Excellence) für „Targeted Release“ einrichten, um neue Features vorab zu testen und Feedback zu geben.  
  • Digital Leadership benutzt andere Werkzeuge wie Chats, Viva Engage, SharePoint, Loop, um sowohl mehrere Generationen als auch „auf Distanz“ zu führen

 

Technische und organisatorische Anpassungen

  • Update-Kanäle definieren: Standard vs. Targeted Release für bestimmte Nutzergruppen.
  • Automatisierte Tests für kritische Anwendungen und Add-ins einführen.
  • Backup- und Compliance-Strategien regelmäßig prüfen, da sich Richtlinien (z. B. OneDrive-Aufbewahrung) ändern können

 

Governance und Sicherheit

  • Richtlinien für Feature-Einführung festlegen (z. B. wer entscheidet über Aktivierung neuer KI-Funktionen wie Copilot).
  • Sicherheits- und Datenschutzprüfungen in den Update-Zyklus integrieren.
  • Monitoring-Tools wie das Microsoft 365 Admin Center und die Roadmap aktiv nutzen.
  • Umsetzung von Daten-Klassifizierungen und Aufbewahrungsvorschriften sind in Purview im Admin-Center bestens machbar

 

Unser Tipp:

Viele Unternehmen setzen auf ein „Evergreen-Team“, „Center of Excellence“ oder einen M365 Manager, die jedes Updates bewerten, interne Kommunikation steuert und Schulungen koordiniert. So wird verhindert, dass neue Funktionen ungenutzt bleiben oder Verunsicherung entsteht.